Remmel gegen Fluglärm

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NRW-Umweltminister Johannes Remmel nimmt bei den Grünen Stellung zum Thema Fluglärm

Johannes Remmel, NRW-Umweltminister, vertritt eine klare Position: "Die geplante Erweiterung des Düsseldorfer Flughafens ist zur Zeit nicht rechtskonform." Das erklärte der Minister am Dienstag im Cafe am Markt in Kettwig.

Der Düsseldorfer Flughafen will den Flugbetrieb erheblich ausweiten. Das würde eine Mehrbelastung von Lärm und Umweltbelastungen nach sich ziehen. Aus Anlass des Tages des Lärms am vergangenen Mittwoch wies Remmel in Kettwig auf gesetzliche Unstimmigkeiten rund um den Schutz der Bürger hin. Gegenüber den Vertretern der örtlichen Bürgerinitiative gegen Fluglärm sagte er: "Es ist unstrittig, dass Lärm krank macht. Zahlreiche Studien haben dies nachgewiesen." Das Ohr nehme jedes Lärmereignis wahr - es schlafe nie, so der Minister. Es gebe keinen Gewöhnungseffekt beim Hören. Aber es sei im Einzelfall schwierig nachzuweisen, dass Lärm eine Krankheit ausgelöst habe. "Das ist blöd", so Remmel wörtlich.

Kinder besonders anfällig für Lärm

Vor allem Kinder und Senioren seien besonders anfällig für Lärm. Er kritisierte, dass sich der Fluglärm rund um Düsseldorf außerhalb der Regelzeiten (6 bis 22 Uhr) von 2013 bis 2016 von 800 auf 2000 Nachtflüge drastisch ausgeweitet habe. "Der Bedarf nach Ausweitung der Kapazitäten des Düsseldorfer Flughafens muss sorgfältig mit dem Recht der Anwohnerinnen und Anwohner auf körperliche Unversehrtheit abgewogen werden", forderte der Minister. Eine Ausweitung der Flugbewegungen auf Kosten der Gesundheit der Anwohner dürfe es nicht geben. "Kein anderer Flughafen in Deutschland nutzt die Ausnahmeregelungen so konsequent aus wie der Düsseldorfer", ergänzte ein Zuhörer und verwies auf Zahlen anderer Flughäfen.
Nach Angaben des Ministers zeigten die vorgelegten Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung, dass diese nicht stimmig seien. Er forderte, dass für die Lärmentwicklung die realen Werten zugrunde gelegt werden müssten. Diese Werten müssten dann auf die zusätzlichen Flüge entsprechend umgerechnet werden. Nur so seien realistische Fluglärmwerte zu ermitteln. Er halte das jetzige Zahlenwerk für nicht rechtsgültig. "Die Grundlagen für eine Genehmigung der Kapazitätsausweitung des Flughafens Düsseldorf sind deswegen nicht gegeben", so Remmel. Er kritisierte, dass der "zu erwartende Zuwachs an Fluglärm kleingerechnet wird." Auf Nachfrage erläuterte Rremmel dass derzeit "zwei falsche Werte miteinander verglichen werden. Als Ausgangsbasis legt der Flughafen das Maximum der aktuell möglichen Flüge zu Grunde. Als Prognosewert für 2030 wird hingegen nicht die beantragte Maximalkapazität angenommen, sondern nur ein angeblich realistisches Lärmniveau, das von weniger Flügen ausgeht. Zudem wird nur ein Teil des künftig vom Fluglärm betroffenen Gebietes betrachtet."


Zerrüttetes Verhältnis

Mit Unverständnis betrachtet der Minister auch das "zerrüttete Verhältnis" des Flughafens zu seinen Nachbarn. So ließe sich durch Änderungen der Parkpositionen vermeiden, dass Abgase direkt in Richtung von Wohngebieten geblasen werden. Auch Tests müssten nicht in der Nacht stattfinden. Leider fehle auch ein Beschwerdemanagement, dass Einfluss nehmen könne. Und auch leisere Flugzeuge würden nicht ausreichend eingesetzt, bedauerte der Minister.
"Wenn der Düsseldorfer Flughafen behauptet, er sei das Rückgrat der heimischen Wirtschaft, dann müsste er doch darauf drängen, touristische Kapazitäten in die Regionalflughäfen zu verschieben." Das Gegenteil sei aber der Fall. Vielmehr seien die touristischen Fluggastzahlen gestiegen. Man setze größere Maschinen ein, die besser ausgelastet seien.
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