Ruhrbogen: der neue Plan liegt aus

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Für den westlichen Teil des Markmann & Moll-Geländes soll der genehmigte Bauplan nochmal modifiziert werden. Deshalb können die Bürger die Pläne ab 8. April einsehen. Foto: Bangert
Essen: Kettwig Ruhrbogen |

Bevor am „Kettwiger Ruhrbogen“ rund 200 neue Wohneinheiten entstehen, muss noch ein Teilbereich durch das Eil-Bebaaungsplanverfahren: Wo laut Ursprungsplan Versorgungs- und Dienstleistungsbetriebe, Büros oder ein Hotel vorgesehen waren, soll jetzt auch gewohnt werden.


Dabei geht es um die Fläche am Kettwiger Ruhrufer im westlichen Bereich des Promenadenweges bis zur Eisenbahnbrücke. Das Plangebiet ist und bleibt Bestandteil des Bebauungsplanes „Promenadenweg/ Güterstraße“, der auf der ehemaligen Industriebrache der Firma Markmann & Moll neue Wohnbauflächen und ergänzende Nutzungen vorsieht.

Mehr Wohnungen, weniger Betriebe

Um den Gesamtbereich zu erschließen, wurde eine neue Unterführung der S-Bahn-Trasse durch den damaligen Grundstücksentwickler erstellt. Seit Anfang 2012 ist ein Projektentwickler neuer Eigentümer der gesamten Fläche.
Für den westlichen Teilbereich war ursprünglich die Ansiedlung von Versorgungs- und Dienstleistungsbetrieben, Büros und Wohnformen wie Seniorenwohnen und einem Hotel vorgesehen. Der neue Eigentümer und Bauträger sieht für diesen Nutzungsmix keine Nachfrage.
Stattdessen wird angestrebt, eine Wohnbebauung wie im übrigen Bereich des Bebauungsplanes fortzusetzen. Entlang der Bahnlinie sollen fünfgeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss entstehen. Im Erdgeschoss dieser Wohnbebauung könnte eine Kindertagesstätte entstehen. Zur Ruhr hin sind Gebäude mit drei Vollgeschossen beziehungsweise mit zwei Vollgeschossen jeweils mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss geplant. Durch die entsprechenden Abstände haben auch die dahinterliegenden Gebäude einen Blick auf die Ruhr. Insgesamt sind dort circa 54 Wohneinheiten vorgesehen. Das neue Wohngebiet soll über die Güterstraße und die innere Planstraße erschlossen werden.

Bürgerbeteiligung

Bürger können sich in der Zeit vom 8. bis 19. April über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die wesentlichen Auswirkungen der Planung informieren.
Die Ausstellung findet im Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Lindenallee 10, Deutschlandhaus, 5. Etage, Raum 501, statt. Die Öffnungszeiten: montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 15.30 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.
Zusätzlich wird das städtebauliche Planungskonzept im Eingangsbereich des Bürgeramtes Rathaus Kettwig, Bürgermeister-Fiedler-Platz 1, ausgestellt. Während des Ausstellungszeitraumes können Äußerungen zur Planung abgegeben werden. Darüber hinaus kann das städtebauliche Planungskonzept auch im Internet unter der Seite www.essen.de/stadtplanung eingesehen werden. Hier können sich die Bürger ebenfalls zu der Planung äußern.

Interessengemeinschaft zur Verkehrsentlastung der Güterstraße

Eine „Interessengemeinschaft zur Verkehrsentlastung der Güterstraße“ (IG Güterstraße) hat sich bereits gebildet, sie hat nicht nur ein Schreiben an die Presse aufgesetzt, sondern auch einen Fragenkatalog an den Bauträger geschickt. Die IG Güterstraße befürchtet, dass die Verkehrsbelastung für ihre Straße zu hoch wird - auch durch den Plan der Kettwiger Grundstücksgesellschaft, neben Kaiser‘s ein Geschäfts- und Bürohaus zu errichten. „Wir fürchten Lärm, Abgase und Dauerstau auf der Güterstraße wie auch auf der Ruhrtalstraße. Diese Konsequenzen wollen wir nicht ausbaden müssen. Aus unserer Sicht muss deshalb das Verkehrskonzept dringend überarbeitet werden. „Wir fordern die Stadt und die Bauträger auf, die Gesundheit der Anwohner ernst zu nehmen. Dazu gehört, alternative Anfahrtswege zu berücksichtigen. Zudem möchten wir als Interessengemeinschaft aktiv in den Planungsprozess eingebunden werden.“


Bauträger ist im Gespräch

Verständnis für die Sorgen der Anwohner hat Sylvia Reddmann, Ansprechpartnerin des Bauträgers Ten Brinke, die auch schon mit den handelnden Personen der IG Güterstraße gesprochen hat. Zudem wurde bereits ein umfangreicher Fragenkatalog beantwortet. „Wir legen viel Wert auf ein gutes Miteinander“, erklärt Sylvia Reddmann. „Und selbstverständlich sind wir während der gesamten Bauphase ansprechbar, um auf Probleme entsprechend flexibel reagieren zu können.“


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