Kirchenfenster fachgerecht zerlegt: So begann der Abriss am Palmbuschweg

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Das Gotteshaus war nicht zu halten - aus finanziellen Gründen. Das riesige Bundglasfenster zumindest hätte die Evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap gerne gerettet. Zum Teil nur war es möglich.

Der Grafiker Ferdinand Spindel hat das 17 mal 8 Meter große Altarfenster für das Heinrich-Held-Haus entworfen. 1963 fand der erste Gottesdienst am Palmbuschweg statt. Nun wird das Gebäude abgerissen, die Entfernung des künstlerisch gestalteten Fensters war der erste Schritt.

Glasermeister Manfred Lerch machte sich mit dem Auszubildenden Sergey Winokur an die Arbeit. Aus 80 gleich großen Segmenten bestand das Fenster. 20 von ihnen werden erhalten. Einige Gemeindemitglieder haben Segmente erworben, andere Bestandteile sollen das benachbarte Familienzentrum der Gemeinde schmücken.Wieder andere wird der Investor, die evangelische Jugend- und Familienhilfe, für den Neubau übernehmen, der auf dem Gelände des Heinrich-Held-Hauses entstehen soll.

Pfarrer Achim Gerhard-Kemper bedauert, dass es nicht möglich war, das Fenster als Gesamtkunstwerk zu erhalten, doch dafür fanden sich nicht genügend Sponsoren. Stefan Koppelmann, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Essen, hat einen Text archiviert, der anlässlich der Eröffnung der Kirche 1963 entstand und das Fenster beschreibt: „Der abstrakten Darstellung liegt der Vers aus dem Johannes-Evangelium Kapitel 1 Vers 5 zugrunde: Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht ergriffen.“
Lichtstrahlen fielen durch die Scheiben gezielt auf den Altar. Auch das ein Sinnbild des Ringens zwischen Licht und Finsternis.
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