Tief unter Karnap entsteht der neue Abwasserkanal Emscher

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Das Ende der Köttelbecke deutet sich an. Wobei andeuten eine Untertreibung ist, denn der Bau des künftigen Abwasserkanals Emscher ist eine gigantische Landmarke, die man nur deshalb nicht schon von weitem wahrnimmt, weil sie unterirdisch wächst.

Der gelbe Portalkran zwischen der Emscher und dem nach ihr benannten Park in Karnap ist noch der auffälligste Bestandteil der Großbaustelle. Dort sorgt die Frankfurter Firma Wayss & Freytag im Auftrag der Emschergenossenschaft dafür, dass der Fluss und seine Nebenflüsse in einigen Jahren vom Abwasser befreit werden können.

Zwei Kilometer von insgesamt 51


Im unterirdischen Vortrieb entsteht ein insgesamt 51 Kilometer langer Kanal. Nur zwei Kilometer liegen auf Essener Gebiet. Der Aufwand, der vor Ort geleistet werden muss, ist dennoch beeindruckend.
Der unter dem Kran befindliche Schacht führt mehr als 20 Meter in die Tiefe und ist weit genug, um Kanalrohre aufzunehmen, die vier Meter lang sind und einen Außendurchmesser von 3,60 Meter haben.
Nur mit ihnen könne eine „moderne wasserwirtschaftliche Infrastruktur“ garantiert werden, sagt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Diese Struktur nämlich sei „für die Bürger unsichtbar und geruchlos“. Also das genaue Gegenteil der jetzigen Emscher, deren Inhaltsstoffe bei entsprechender Witterung nicht gerade für Frischluft sorgen.

Rohre im unterirdischen Vortrieb


Inzwischen sind bereits über 1.600 Meter Rohrleitung unter Karnap verlegt, die schwersten Elemente bringen es auf 35 Tonnen. Schwer wiegen auch die Kosten. 16 Millionen kostet der Kanalbau allein auf Essener Gebiet. 350 Mitarbeiter sind auf den Baustellen beteiligt, 100 weitere im Büro.
Übrigens werden 50 Prozent der Kosten für die Schachtbauwerke aufgewendet, von denen aus der unterirdische Vorgetrieb der Rohre erfolgt. Die nächstgelegenen Schächte befinden sich am Müllheizkraftwerk, hinter der Stadtgrenze in Bottrop und - vom Emscherpark aus in anderer Richtung - einen Kilometer weiter in Gelsenkirchen.

Trennung von Abwasser und Reinwasser


„Früher wandte man sich von diesem Fluss ab“, sagt Jochen Stemplewski. Dafür soll es künftig keinen Grund mehr geben, weshalb die Trennung von Abwasser und Reinwasser ein großes Plus an Lebensqualität für die Emscherregion bedeutet.
Zukunftsmusik, noch ist Baustelle angesagt. 2017/18 soll der gesamte Abwasserkanal fertig sein. Wenn alles wie vorgesehen klappt, kommt bereits Ende 2016 in Karnap der große Deckel auf den großen Schacht.
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