Kinderarmut im Essener Norden: Bildungs- und Teilhabepaket hat zu viele bürokratische Hürden

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In der Sitzung der Bezirksvertretung V wurde am 24.9. eine Vorlage* zum Thema behandelt. Darin wird festgestellt: Ein nicht unerheblicher Teil der im Stadtbezirk V lebenden Bevölkerung wächst unter den Bedingungen der Kinderarmut auf. Daraus resultieren geringere Bildungschancen, schlechtere Gesundheit und soziale Isolation.

Insofern gibt es dringenden Handlungsbedarf. Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ist eigentlich dazu gedacht, diesem Bevölkerungsteil, der überwiegend Transferleistungen wie Hartz IV bezieht, Bildungschancen zu eröffnen. Leider stellt der Bericht der Verwaltung fest, dass das Antragsverfahren umständlich und unübersichtlich und außerdem mit langen Wartezeiten verbunden ist..

Joachim Drell (Grüne) drängte unwidersprochen darauf, den Zugang zu diesen Fördermitteln zu erleichtern und bürokratische Hürden abzubauen. An den Schulen im Stadtbezirk wurden extra Beratungsangebote und Sprechstunden der Jugendsozialarbeit eingerichtet, um den Zugang zu diesen Mitteln überhaupt zu ermöglichen und den Problemen der Antragstellung entgegenzuwirken. Joachim Drell appellierte an alle Parteien, sich für eine Vereinfachung einzusetzen, damit die Mittel tatsächlich dort ankommen wo sie gebraucht werden und die Jugendsozialarbeit dadurch nicht über Gebühr mit zusätzlicher Arbeit durch die Antragstellung belastet wird.

Dass die bürokratischen Hürden dieser Reform aus dem Hause von der Leyen zu
hoch sein würden, war schon bei der Einführung kritisiert worden. Nicht nur in unserem Stadtbezirk hat dass auch neue Probleme geschaffen. in Leverkusen hat man beispielsweise vorübergehend zusätzliche Sozialarbeiter eingestellt, um den Arbeitsaufwand zeitnah bewältigen zu können. Dieser Murks muss korrigiert werden.


Drucksache1324 – 2013 – BV V Sitzung am 24.9.2013 „Schulbezogene Jugendsozialarbeit sowie Umsetzung und Inanspruchnahme des Bildungs – und Teilhabepakets"
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