Frisches Obst fürs junge Gemüse: NRW-Schulobstprogramm an der Hinsbeckschule

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Obst für alle! Sämtliche Hinsbeckschüler bilden reihum die „Obstgruppe“ und schnibbeln, was das Zeug hält. Unterstützt werden sie dabei von einer Gruppe Mütter, die sich bei diesem ehrenamtlichen Einsatz ebenfalls abwechseln. Hinten links im Bild: die kommissarische Schulleiterin Sandra Burchgardt.
 
Äpfel, Birnen, Nektarinen, Kohlrabi und Co. - bei der Obst- und Gemüseauswahl ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Essen: Hinsbeckschule |

Bunt geht‘s seit Beginn des neuen Schuljahres allmorgendlich in der Schulküche der Hinsbeckschule zu. Das dunkle Lila der Pflaumen stiehlt den roten Apfelbäckchen beinahe die Schau und der zarte Ton der Nektarinen wetteifert mit dem kräftigen Orange der Karotten. Heute sind hier die Bären los - pardon, eine Handvoll Kinder aus der Bärengruppe. Fleißig schnibbelt das halbe Dutzend Knirpse viele Dutzend Portionen Obst, denn es gilt, das junge Gemüse aller sechs Klassen mit frischem Obst zu versorgen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres haben nicht nur die neuen I-Männchen Einzug an der Schwermannstraße 9 gehalten, sondern auch das „EU-Schulobstprogramm NRW“. Das vom NRW-Verbraucherschutzministerium in Zusammenarbeit mit dem Landesschulministerium organisierte und mit EU-Mitteln geförderte Projekt versorgt Grundschüler in Nordrhein-Westfalen seit 2010 mit der Extraportion Vitamine. Um in den Genuss von frischem Obst und knackigem Gemüse zu kommen, müssen die Schulen sich bewerben. „Wir mussten nachweisen, dass wir auf dem Weg zur gesunden Schule sind“, erklärt Sandra Burchgardt, kommissarische Rektorin der Hinsbeckschule. Mit dem eigenen Schulgarten mit Obstbäumen und -Beeten sowie Unterrichtseinheiten zum Thema gesunde Ernährung fiel das der Kupferdreher Gemeinschaftsgrundschule nicht schwer.
„Die von Fachleuten empfohlene Menge von fünfmal am Tag Obst entspricht leider nicht der Realität“, erklärt Sandra Burchgardt den Beweggrund für die Beteiligung der Hinsbeckschule am EU-Schulobstprogramm.
Dabei stehe die Gesundheitsförderung im Vordergrund: Obst und Gemüse als gesunde Fitmacher für den Schulalltag. Aber das Projekt hat noch ganz andere positive „Nebenwirkungen“: „Neben der Gesundheitserziehung ist das Programm auch ganz nah dran an der Lebenswirklichkeit der Kinder: Es kommt eine Kiste Obst und Gemüse an und die Kinder müssen diese Menge auf sechs Klassen aufteilen; und die Hand-Augen-Koordination, die beim Obstschneiden zum Einsatz kommt, ist auch ganz wichtig beim Schreiben. Das ist lebendiges Lernen!“, ist die kommissarische Schulleiterin begeistert.
Reihum bilden alle Kinder der vier Jahrgänge die „Obstgruppe“ und sind jeweils eine Woche lang dafür zuständig, das Obst und Gemüse, das frisch von einem ortsansässigen Händler geliefert wird, zu waschen, zu portionieren und in der Frühstückspause an die Schulkameraden auszuliefern. „Die Kinder lernen dadurch auch soziale Kompetenzen, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Sandra Burchgardt.
Auf die Tische der Kids kommt eine bunte Mischung dessen, was Feld, Strauch und Baum, der Jahreszeit entsprechend, hergeben. So unterschiedlich die Geschmäcker auch sein mögen, „da ist immer für jeden etwas dabei“, so Burchgardt. Der Lerneffekt hier: Die Kinder erfahren, dass es nicht jede Frucht immer und zu jeder Zeit gibt, lernen einige Obst- und Gemüsesorten überhaupt erst kennen.
Letztendlich ermöglicht wird das Schulobstprojekt durch die tatkräftige Mithilfe der Elternschaft. Auch an diesem Morgen sind vier Mütter mit von der Partie und unterstützen die Obstgruppe beim Schnibbeln, sind mit einem Pflaster zur Stelle, falls das nötig sein sollte.

Gesunde Projektwoche - Präsentation am 12. Oktober

Pädagogisch begleitet wird das Schulobstprogramm von einer jahrgangsübergreifenden Themenwoche, die vom 7. bis zum 11. Oktober stattfinden wird. „Hierbei stehen den Kindern insgesamt acht Themenbereiche zur Wahl.“ Das junge Gemüse kann sich entscheiden, ob es der Bauernhofgruppe beitritt und dabei auch einen echten Ökohof besuchen wird, oder lieber Teil der Apfelgruppe, der Kürbisgruppe oder der Theatergruppe „Kleine Raupe Nimmersatt“ sein möchte. Wen es kaum auf dem Stuhl hält, tritt besser der Gruppe „Fit und flott wie ein Turnschuh“ bei oder lässt seine Energie bei „Fit und fröhlich durch Tanz und Musik“ raus. Und wer schon immer wissen wollte, wie aus vielen Samenkörnern ein Brot entsteht, ist in der „Getreidegruppe“ bestens aufgehoben - Exkursion zum Bauern Maas mit Getreidemahlen und Brotbacken inklusive. Präsentieren werden die Kinder die Ergebnisse ihrer gesunden Projektwoche dann am Samstag, 12. Oktober, von 10 bis 14 Uhr in der Hinsbeckschule - Interessierte willkommen!
„Das Schulobst kommt sehr, sehr gut an“ - Sandra Burchgardt freut sich jetzt schon auf die Projektwoche. Und die Kinder erst. Berat aus der Bärenklasse, der heute mit Hingabe die Nektarinen - seine Lieblingsfrüchte - geschnitten hat, bringt es auf den Punkt: „Es macht so viel Spaß - und es schmeckt echt lecker!“
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