WAZ.Wissen mit Dr. Reinhard Sprenger

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Fast bis auf den letzten Platz ausverkauft war der Vortrag des gebürtigen Esseners Dr. Reinhard Sprenger im Haus der Technik. Thema des Abends war der Umgang mit der Unzufriedenheit, die sich bei vielen Menschen ins Leben eingeschlichen hat. „Die Entscheidung liegt bei Dir“, so der Titel des Vortrags von Sprenger, der als Berater für Führung und Organisation tätig ist und einen gleichnamigen Bestseller geschrieben hat. Bei seinem Vortrag erinnerte Sprenger daran, dass der Traum von einem besseren Leben durchaus realisierbar ist – aber seinen Preis hat. Statt sich als Opfer der Sachzwänge zu sehen, empfahl er selbst Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Sprenger, gekleidet im zerknautschten Hemd und mit Krawatte, krempelte gleich zu Beginn des Vortrags die Ärmel hoch. Dann kündigte er seinem Publikum einen Vortrag an, bei dem manches nicht gefallen könnte. Im schnellen Tempo berichtete Sprenger wie Menschen im Berufs- und Privatleben ticken und warum oft schon Hopfen und Malz verloren sind, wenn Kinder auf die Welt kommen. „Es wird klick-klack machen“, versprech Sprenger und stieg dann richtig ein in seinen Vortrag. Ein erfolgreicher Weg zu mehr Zufriedenheit beginne mit dem Denken, gehe über den Vergleich mit den eigenen Erfahrungen – einer Art innerem Museum – und ende damit, dass man Gedanken zulasse und Entscheidungen trifft.

Sprenger nutzte die Zeit nicht nur, um sein Fachthema zu vermitteln, sondern auch um aus seinem Leben als Trainer zu erzählen. Er frotzelte über Management-Tools wie das 360 Grad Feedback und berichtete, dass „Verantwortung“ von vielen als abnehmbare Last, die sich einem anderen aufbinden lässt, definiert sei. Dafür in Frage kämen Partner, Chef oder auch die eigenen Eltern. Viel zu behaglich hätten sich viele Menschen in der Opferposition eingerichtet und würden in diese Zustimmung und Applaus genießen. „Ich leide also bin ich“, sei an viel zu vielen Stellen die herrschende Philosophie. Die wirklich helfende Hand finde man jedoch nur am Ende der eigenen Arme. Auch das Ruhrgebiet kam nicht ungeschoren davon. Selbstverantwortung habe hier keine große Tradition. Dennoch sei die bitter nötig für jeden einzelnen und für die Region.
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