30 Jahre „Spiel“ in Essen – Die ersten 10 Jahre 1983 - 1992

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2012 = 30 Jahre Spiel in Essen - Seit 1983 in jedem Jahr dabei Friedel Hoffmann vom Spielekreis HIESPIELCHEN
 
Messeplakat der Spiel'12
 
"Chips-Olympiade" - 1984 auf den 2. Essener Spieletagen gekauft und seitdem bei jeden olympischen Spielen auf dem Spieletisch - auf dem Bild im Jahre 2008 während eines Carcassonne-Turniers in Hiesfeld.
 
Seit 1984 gibt es den Spielekreis HIESPIELCHEN in unserer ev. Kirchengemeinde in Dinslaken-Hiesfeld.
Essen: Messe | Angefangen hat es mit den “1. Essener Spieletagen“ vor 30 Jahren in der Volkshochschule in Essen am Hauptbahnhof. Zwölf Aussteller und 5000 Besucher sollen es gewesen sein. Meine Familie und ich, Friedel Hoffmann vom Spielekreis HIESPIELCHEN, wir waren vier dieser 5000 und damals gab es ja noch keine Digitalkameras. So sucht man vergeblich nach Bildern dieses Ereignisses von 1983.


Mich hat damals der sogenannte „Spielevirus“ befallen und bis heute nicht losgelassen. 1984 entstand dann im Rahmen der Jugendarbeit unserer ev. Kirchengemeinde in Hiesfeld der Spielekreis “HIESPIELCHEN“ und ein Jugendteam gleichen Namens nahm bei den 2. Essener Spieletagen an den “Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Brettspiel“ teil. Organisator war Sven Kübler. Ich startete in einem gemischten Team mit Dieter Hille aus Nördlingen und Ulrike und Rainer Schiefer aus Hürth. Gegen Dieter habe ich zuletzt erst bei den Qualifikationen zur DMM in Odenthal gespielt. Er für sein Team „Emslandske Speelfroende“ und ich für Team „HIESPIELCHEN“. Ulrike und Rainer besuche ich in jedem Jahr an ihrem Spieleantiquariat-Stand in Essen. In diesem Jahr werden es somit auch für mich meine 30. Spielertage in Essen.


Lt. Presseinfo des Merz Verlags werden es vom 18. – 21. Oktober 2012 mehr als 800 Aussteller aus 36 Nationen in den Essener Messehallen sein. Dort finden seit 1985 die Internationalen Spieltage „Spiel’12 mit Comic Action’12“ (wie sie heute heißen) statt. Ich freue mich schon auf die Pressekonferenz und die anschließende Neuheitenshow. Am Abend findet dann die Verleihung des “Deutschen Spielepreises 2012“ statt. Für mich ein Wiedersehen mit Inka und Markus Brand, den Autoren von “Village“ (eggertspiele), Gewinner des Hauptpreises und Träger des “Deutschen SpielePreises 2012“. Ich hatte beide im Jahre 2006 beim KOSMOS-Spieleherbst in Rossdorf kennen gelernt, wo sie ihr Spiel „Summertime“ vorstellten. In Essen auf der Bühne ist die Familie dann komplett. Denn ihre Kinder, Emely und Lukas, erhalten für “Mogel Motte“ (Drei Magier Spiele/Schmidt Spiele) den “Deutschen KinderspielePreis 2012“ . “Die goldene Feder 2012“, der Wanderpreis der Stadt Essen für das Spiel mit der vorbildlichen Regel, geht an “Grimoria“ (Schmidt Spiele). Spieleautor Wolfgang Kramer erhält für sein Lebenswerk den “Sonderpreis zum Deutschen SpielePreis 2012“. Auch ihn lernte ich 2008 in Rossdorf näher kennen, als er dort sein Spiel „Der Schwarm“ vorstellte. Für viele Mitglieder des Spielekreises bedeuten die Messetage auch immer Teilnahme an Spieleturnieren, wie z.B. in diesem Jahr bei der „Carcassonne-DM“ und der „Dominion-DM“.


Doch zurück zu den Anfängen der Spieletage. Ich habe in alten Fotoalben geblättert, Zeitungsartikel und Bilder eingescannt und wage einen spielerischen Rückblick auf 30 Jahre Spiel aus meiner Sicht.


Aus 1983 ist mir noch in Erinnerung, dass neben den kooperativen Spielen von Herder auf dem Flur vor der Klasse mit den Schmidt Spielen ein Autor zum Spielen einlud. Meine erste Begegnung mit Alex Randolph und seinem „Twixt“. Bilder dazu habe ich leider nirgends gefunden.


1984 dann immer noch in der Volkshochschule die “Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel“ mit den Spielen „Dschungel“ (Spear), „Dampfross“ (Schmidt Spiele), „Quibbix“ (Ravensburger) und „Abilene“ (Hexagames). Team Hiespielchen auf dem 5. Platz und Sohn Stefan freute sich als Dritter bei Dampfross über ein vom anwesenden Autor David Watts signiertes Spiel. Ich landete mit dem gemischten Team auf dem 8. Platz. In guter Erinnerung auch noch der Hausmeister der VHS, der mitten im Turnier das Licht ausschaltete. Mein jüngster Sohn spielte begeistert „Atlantis“ (der legendäre schwarze Turm von MB) und brachte Ulrich Kiesow, Autor der ersten DSA-Abenteuer (Das schwarze Auge) schier zur Verzweiflung, als er einen besiegten Ork ans Händchen nehmen wollte. Für mich die erste Begegnung mit den Spielen in der Rolle der Edition Perlhuhn von Reinhold Wittig, „Wabanti“ und die tolle 1. Auflage von „Heimlich & Co.“ (Autor: Wolfgang Kramer). In der Aula wurde „Bingo“ von Jumbo gespielt und der große Saal grölte, als ein Mitspieler verzweifelt fragte: „Wann kommt denn endlich der Jumbo?“ Das dieser als Joker galt, hatte „Jumbo“ – so hieß der junge Mann fortan bei uns – nicht mitbekommen. Ein Spiel von damals “Chips-Olympiade“ von Sportler Holger Thiesen kommt regelmäßig während der Olympischen Spiele bei uns auf den Spieletisch. Herrlich der Hochsprung mit den Flohsteinen über die Mikado-Latte.


1985 die ersten Spieletage in den Messehallen und der Spielekreis schaffte es in die „Bild“ zu kommen. Völlig überraschend für uns wurden Christian und Friedel Hoffmann, Anne Oehme und Karsten Wolf mit dem Team „Hiespielchen 2“ „Deutscher Mannschaftsmeister im Brettspiel“. Die damaligen Spiele waren „1000 km“ (Schmidt Spiele), „Wyatt Earp“ (Hexagames), „Formel 1 Nürburgring“ (ASS) und „Abenteuer Tierwelt“ (Ravensburger).


1986 der Spielekreis wieder zurück auf den Boden der Tatsachen – Platz 18 für Hiespielchen 1 und Platz 15 für die Titelverteidiger mit Matthias Winkel für Karsten am Start. Die Spiele in diesem Jahr „Goldraub in London“ (ASS), „In 80 Tagen um die Welt“ (Ravensburger), „Wabanti“ (Franckh Kosmos) und „Winkeladvokat“ (Schmidt Spiele). Und ausgerechnet bei Wabanti wollte es für mich überhaupt nicht laufen.


1987 waren die Hiespielchen mit der besten Lösung der Qualifikationsaufgaben von Organisator Sven Küber angereist (damals gab es noch keine Vorrundenturniere), schafften aber wieder nur die Plätze 15 und 17. Gespielt wurden „Der fliegende Teppich“ (Ravensburger), „Maritim“ (Edition Perlhuhn), „Bremer Stadtmusikanten“ (Franckh Kosmos) und „Die 1. Million“ (Hexagames). In den Wochen vor der Messe hatte die WAZ-Gruppe Fragen für das zur Messe herauskommende Spiel „NRW-Quiz“ gesucht. Auch Familie Hoffmann hatte sich beteiligt. Die Fragen: „Wo gibt es zweibeinige Zebras zu sehen“ (Antwort: Im Wedau-Stadion die Spieler des MSV Duisburg) und „Wer fiel aus dem sichersten Verkehrsmittel der Welt?“ (Antwort: Ein Elefant aus der Schwebebahn in Wuppertal) bescherten meiner Gattin einen Platz auf dem Podium von Ravensburger während der Messe und als Gewinn ein Spielepaket.


Von 1988 habe ich nur ein Bild gefunden mit den Einkäufen der Messe für den Spielekreis. Besonders war und bin ich noch immer begeistert vom “Bausack“ (Zoch Spiele).


Im Februar 1989 wurde das 5jährige Bestehen des Spielekreises Hiespielchen mit einem „Acquire-Turnier“ gefeiert. Dieses Spiel von Sid Sackson war eines meiner Lieblingsspiele und gehörte lange Zeit zu den 10 Spielen, die ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Ich war natürlich begeistert Sid Sackson beim Spielesammler-Treffen auf der Messe persönlich kennen zu lernen. Zur Zeit ist sein Würfelspiel „Extra“ (Schmidt-Spiele) einer meiner Favoriten, da man es solo und mit vielen anderen zusammen spielen kann. 1989 auch der erste Versuch auf dem Flohmarkt - damals noch an zentraler Stelle direkt im Eingangsbereich der Messehallen neben Jumbo – gebrauchte Spiele zu tauschen oder zu verkaufen. Von der Intergame - Hiespielchen mit der zweitbesten Lösung der Qualifikationsaufgaben auf Platz 12 – ist mir noch meine Partie mit dem Radrennspiel „Der Ausreisser“ (FX Schmid) in Erinnerung. Der Engländer am Tisch kannte weder Spiel noch Regel und wir anderen halfen ihm gemeinsam über die Runden zu kommen. Wenn ich an die heutigen Turniere denke – bei dem Ehrgeiz mancher Teilnehmer nicht denkbar. Die damaligen Spiele übrigens: „Ave Caesar“ (Ravensburger), „First past the post“ (Waddington), „Pole Position“ (Piatnik) und „Der Ausreisser“ (FX Schmid) allesamt Rennspiele.


Von den Messetagen 1990 habe ich mal wieder keine Bilder gefunden. Dafür zwei Bilder der ersten offenen Hiesfelder Brettspielmeisterschaften um den Hiesfelder Mühlestein. Beim Kinderwettbewerb kam „Das verrückte Labyrinth“ (Ravensburger) auf die Spieltische.


1991 hatten die Hiespielchen dann zum ersten Mal einen Flohmarktstand. Er war nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in den kommenden Jahren der Treffpunkt der Hiesfelder auf der Messe. Auf einem Bild zu sehen Wolfgang Lüdtke von TM. Ihn hatte ich 1985 bei der WAZ kennen gelernt. Der Redakteur Gerd Heidecke von der “Jungen WAZ“ hatte Spieletester für die Neuheiten der Messe gesucht. Der Zufall führte Wolfgang und mich an einen Tisch mit dem Hexagames-Spiel „TOP 20“. Er konnte es wunderbar erklären und auch in den Folgejahren erhielten wir Einladungen zu den Spieletest der WAZ mit Neuheiten der Messe.


Auch 1992 habe ich mal wieder keine Messebilder gefunden. Dafür gab es im Frühjahr in Hiesfeld die erste “Qualifikation zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft“ . Auf dem Bild sieht man einen alten Bekannten – „Das verrückte Labyrinth“ (Ravensburger) war eines der vier Spiele. Als 2009 Amigo auf der Neuheitenshow „Halli Galli deluxe“ vorstellte, fiel mir folgende Episode aus dem Jahr 1992 wieder ein. Damals hieß dieses Spiel noch „Tutti Frutti“ und da wir ein Exemplar für den Spielekreis zur Vorbereitung auf die Regionalausscheidung brauchten, ging ich in einen großen Spielwarenladen in Oberhausen. „Ich hätte gerne einmal ‚Tutti frutti’!“ Die junge Verkäuferin schaute mich entgeistert an und ging kopfschüttelnd zu einer Kollegin. Sie hatten wohl beide an die Sendung im Fernsehen gedacht, die ja niemand gesehen hatte. Ich klärte die Beiden dann auf, dass es ein neues Spiel von Amigo sei. Später musste der Verlag es ja auch umbenennen. „Halli Galli“ ist noch heute beliebt und in Essen kommt wieder eine Junior-Ausgabe mit dem kleinen Raben Socke heraus.


Zum Abschluss der ersten 10 Jahre Hiespielchen und der Spielemesse einige Bilder der 3. offenen Hiesfelder Brettspielmeisterschaften. Und wie heisst es so schön, frei nach Wilhelm Busch: „ 10 Messejahre im ersten Streich, die nächsten 10 folgen sogleich!“.
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