Schmiedekunst hautnah

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Wenn der 1.400 Kilogramm schwere Schlaghammer auf den Amboss herunterdonnert, verschlägt es nicht nur Kindern die Sprache. Rund 503 Personen kamen zur letzten Schmiedevorführung in diesem Jahr am Halbachhammer.


Dass beim „Abschlag“ viel los ist, ist für Gerdt Schraven nichts Neues. Das 77-jährige ehrenamtliche Mitglied des Schmiedeteams vom Hal-bachhammer freut sich über viele Interessenten.
Was viele Besucher nicht wissen: Nur durch den Essener Konsens konnte der Halbachhammer in seiner heutigen Form erhalten bleiben.
„Die Zusammenarbeit zwischen dem Halbachhammer und dem Essener Konsens begann mit der Schließung des ehemaligen Stahlwerks im Jahre 1993“, berichtet Achim Mikuscheit vom Ruhr Museum.
Eine Generalsanierung hätte damals 2,2 Millionen DM verschlungen.
„Um die Jahrtausendwende wurde die Hütte auf den Stand vom 17. Jahrhundert zurückgebaut und wird nun komplett durch Wasserkraft betrieben.“
Das bedeutete einen Umbau des nahegelegenen Stauteiches und der Hütte an sich. Damit der Wassersturz das riesige Antriebsrad, den Blasebalg und den schweren Schmiedehammer antreiben konnte, musste die Wasserzuleitung grundlegend restauriert werden.
Mit Hilfe des Netzwerks des Essener Konsens konnten die immensen Kosten, die die Restauration und die laufenden Reparaturen mit sich brachten, gestemmt und neue Kontakte geknüpft werden.
Zwischen 1994 und 1998 wurde die Sanierung im Rahmen der beruflichen Bildung unter anderem mit der EABG, der Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft mbH und der Jugendberufshilfe (heute Jugendhilfe), durchgeführt.
„Um den 1.400 Kilogramm schweren Schlaghammer in Bewegung zu setzten, braucht man 1.000 Liter Wasser pro Sekunde“, erklärt Schraven. „Sonst bewegt der sich keinen Zentimeter.“
In Zusammenarbeit mit dem Essener Konsens und dem Förderverein IDEE (Institution Denkmäler Essens erhalten) wird weiterhin am Halbachhammer gearbeitet. Denn immer wieder fallen kleinere Reparaturen an, die durch den Betrieb der Hütte entstehen.
Den Halbachhammer kann man jeden ersten Sonntag im Monat zwischen April und Oktober bei einer öffentlichen Schmiedevorführung in Aktion sehen.
Gerdt Schraven ist stolz: „Den Auf- und Abschlag des Hammers, am Anfang und Ende der Saison, kann man als großes Event bezeichnen.Das ist schon ein wenig eng gewesen“, erzählt Gerdt Schraven freudestrahlend. „Aber die Hauptsache ist, alle haben etwas gesehen, gelernt und hatten dazu noch Spaß.“


Der „Essener Konsens“, bestehend aus Stadtverwaltung, Verbänden, Unternehmen und Qualifizierungseinrichtungen, feiert im Dezember sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass stellt der STADTSPIEGEL in den nächsten Ausgaben einige Projekte vor, die mit Hilfe des „Essener Konsens“ realisiert wurden.

Fotos: Markus Decker
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