Hausbesitzer haben den Schlüssel in der Hand

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  Essen: Gemarkenstraße | Die SPD Holsterhausen hatte am 23.11.2017 zu einer bürgeröffentlichen Mitgliederversammlung zum Thema "Was bringt ein Quartiersmanagement in Holsterhausen" interessierte Bürgerinnen und Bürger und Mitglieder eingeladen. Als Referentin konnten die Holsterhauser Sozialdemokraten Frau Angela Bartelt gewinnen, die als Citymanagerin in der Gelsenkirchener Innenstadt tätig ist. Unter den vielen Besuchern der SPD-Veranstaltung waren auch Hausbesitzer, Einzelhändler und Gastronomen gekommen. Am Schluss der Mitgliederversammlung stand ein Appell eines Hausbesitzers an die anderen Holsterhauser Immobilienbesitzer.

In der Gelsenkirchener Innenstadt hat sich 2010 ein Verein mit dem Namen "City Initiative" durch dortige Immobilienbesitzer gegründet mit dem Ziel, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Zwei Jahre später stellte die Initiative und das kommunale Stadtumbaubüro die studierte Stadt- und Regionalentwicklerin Angela Bartelt Citymanagerin fest ein. Die Aufgaben der Citymanagerin sind sehr vielfältig: Stärken zu stärken und die Innenstadt attraktiv(er) zu gestalten, um gegenüber benachbarten Städten konkurrenzfähig zu bleiben, Kontakte knüpfen, beim Informations- und Businesstransfer helfen, neue Veranstaltungsformen entwickeln und alte unterstützen, Geschäftsleute in Nutzungsfragen betreuen, bei der Vermarktung von Leerständen helfen, neue Vereinsmitglieder werben, kreative Ideen entwickeln und umsetzen. Das Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Alexander Nolte fand den Ansatzpunkt der Initiative überlegenswert: "Die Initiative für diesen Verein ging von Haus- und Immobilienbesitzern und nicht von einer Werbegemeinschaft aus. Da sind wir in Holsterhausen leid geprüft. Unserer Auffassung nach haben die Hausbesitzer eine Schlüsselstellung vor allem auf der Gemarkenstraße."

Nach dem Vortrag von Frau Bartelt entspann sich eine große Diskussion über den Zustand der Gemarkenstraße über den zu sehenden Leerstand. Dabei ging es aber auch um die Ladenmieten, den Zustand der Räumlichkeiten und um das Preis-Leistungsverhältnis der Pachten. Einer der anwesenden Hausbesitzer machte deutlich, dass er seine Ladenlokale nicht an Spielotheken, Wettbüros und Frisöre vermieten werde, weil es davon mittlerweile zu viele gibt und es für seine Wohnungsmieter nicht zumutbar sei. Einige Einzelhändler beklagten die nachlässige Umsetzung von Reparaturen durch die Hausbesitzer. Zur Sprache kamen auch die z.T. horrenden preislichen Unterschiede bei den Pachten. Zwischen 10 - 30 Euro pro Quadratmeter müssen von Pächtern an die Eigentümer auf der gemarkenstraße überwiesen werden. Nicht wenige der Pächter fühlen sich den Machenschaften der oft unbekannten Hauseigentümern ausgeliefert. Als sehr positives Gegenbeispiel auf der Gemarkenstraße wurde auf das Beispiel des Eiscafés Dolce Vita hingewiesen, weil es hier zu einer weitsichtigen Investition gekommen ist, die Verpächter und Pächter gestemmt haben. Auch die Initiativen von Hauseigentümern, Tagesmüttern mit ihren Kindern in den Ladenlokalen eine Heimstatt zu geben, wurde von den Anwesenden gelobt.

Nach der sehr lebhaften Diskussion über die Verhältnisse auf der Gemarkenstraße fasste der Hausbesitzer Harry Hagen den Mut zu sagen: "Jetzt geht es darum, dass wir Hausbesitzer uns zusammenschließen, um die Gemarkenstraße als Herzstück Holsterhausens zu erhalten, weil davon alle Nebenstraßen auch davon betroffen werden. Als ehemaliger Chef der Polizei Essen-Nord weiß ich, was es heißt, wenn ein Stadtteil stirbt. In Gelsenkirchen haben sie mit zwei Hausbesitzern angefangen, das müsste in Holsterhausen auch möglich sein. Ich bin dabei." Dieses Statement kam bei allen Beteiligten gut an. Den Ball nahm der Ortsvereinsvorsitzende Benno Justfelder auf und versicherte: "Die SPD Holsterhausen wird auf jeden Fall wenn nötig organisatorische Hilfe leisten. Wir Sozialdemokraten hoffen, dass sich eine ganze Reihe von Hausbesitzern dem Ansinnen von Herrn Hagen anschließen werden."
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