"Völlig fassungslos und konsterniert": die SPD nach Petra Hinz

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Da war die sozialdemokratische Welt um Petra Hinz noch in Ordnung: Im Januar ehrte die seinerzeitige Bundestagsabgeordnete (3.v.l.) mit ihrer Landtagskollegin Britta Altenkamp (r.) und dem Holsterhausener Ortsvereinsvorsitzenden Benno Justfelder (l). langjährige Mitglieder. (Foto: SPD Holsterhausen)

War das eine Woche für die Essener SPD. Als aktiver Sozialdemokrat kann man nur mit eingezogenem Kopf durch die Stadt gehen. Schuld ist Petra Hinz, bis vor wenigen Tagen Bundestagsabgeordnete für den Essener Südwesten (Stadtbezirke II, III, VIII und IX).

Begonnen haben ihre Probleme vor einigen Wochen, als ihr von anonymer Seite vorgeworfen wurde, die Mitarbeiter in ihrem Abgeordnetenbüro systematisch zu mobben. Dagegen wandte sich Petra Hinz mit vielen Worten und tief gekränkt.
Doch dann kam es noch viel schlimmer. Journalisten hatten ihre Biografie unter die Lupe genommen und entdeckt, dass vieles anders war als offiziell dargestellt.
Inzwischen hat Petra Hinz eingestanden, ihren Lebenslauf frisiert zu haben: auf der Homepage des Deutschen Bundestages, in entsprechenden SPD-Veröffentlichungen und wer weiß wo noch im Laufe der Zeit. Sie ist hat weder Abitur gemacht noch Jura studiert. Wenige Stunden nach dem Eingeständnis gab sie ihr Abgeordnetenmandat zurück.

"Völlig fassungslos und konsterniert", äußert man sich zu diesen Vorkommnissen im Ortsverein Holsterhausen. Der Schaden für die Essener SPD sei noch gar nicht darstellbar. Die Genossen um den Vorsitzenden Benno Justfelder blicken jedoch auch schon voraus. Der Nominierungsparteitag am 10. September biete die Chance, unbelastete, vertrauenswürdige Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen.

Für Rechtsanwalt Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbandes (EUV), ist Petra Hinz Verhalten Anlass für eine deprimierende Bilanz: "Manipulationen von Lebensläufen und Bewerbungsunterlagen kommen häufiger vor, als viele denken: Mehr als jeder dritte Bewerber macht falsche Angaben", sagt Kanders. Und er warnt dringend vor den Konsequenzen. Die stehen der SPD-Politikerin jetzt bevor.
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