Die Werdener „Lawine“

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Bei den 2. Damen wurde das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben. Foto: Bangert
 
Ein Wechselbad der Gefühle boten die 1. Damen besonders im zweiten Durchgang. Foto: Bangert

Die höchst erfolgreichen Spiele der Werdener Volleyballer machen Lust auf mehr

Mit vier Siegen aus fünf Partien kamen die WTB-Volleyballer so richtig in Fahrt. Besonders die 1. Herren sind in der Landesliga überhaupt nicht mehr zu bremsen. Bei den 1. Damen gab es ein Wechselbad der Gefühle.

1. Herren gegen TuS 08 Lintorf 3:0
Die WTB-Erstvertretung ist zu einer regelrechten „Lawine“ geworden, die mit einem souveränen 3:0-Erfolg gegen Lintorf den sechsten Sieg in Folge nach Werden spülte. Auch die großgewachsene Ratinger Konkurrenz konnte sich nicht als Hindernis erweisen und wurde mit präzisen Aufschlägen und turmhohen Blöcken zur Verzweiflung getrieben. Gegen Satzende war der Turnerbund stets einen Tick „cooler“. Es vergingen gerade einmal 69 Minuten, ehe mit 25:20, 27:25 und 25:23 drei weitere Punkte auf dem Konto der Truppe von Trainer Marcus Hardt landeten. Der WTB ist damit als stabiler Dritter des Tableaus weiterhin auf der Erfolgsspur und lässt die Liga zittern. Als nächstes möchte sich der direkte Tabellennachbar VV Humann V dem Turnerbund in den Weg stellen.

2. Herren gegen Bayer Wuppertal II 0:3
Die Zweitvertretung zieht weiter ihre Kreise am Tabellenende der Bezirksliga. Gegen die zweite Garde aus Wuppertal setzte es eine 0:3-Pleite, die mit einem verheerenden Auftaktsatz ihren Anfang nahm. Mit nur acht Punkten aus dem ersten Abschnitt wechselten die Newcomer aus Werden die Seiten und nahmen neuen Anlauf, die Folge war eine zwischenzeitliche 8:4-Führung. Doch aktuell müssen die WTBler solche Zwischenstände noch als Momentaufnahme genießen, da noch keine Konstanz gegeben ist, die in die entscheidenden Satzphasen Punkte sichern würde.

Krimi im zweiten Satz

1. Damen gegen VC Essen Borbeck IV 3:0
Ein glatter 3:0-Erfolg der Erstvertretung über den Tabellennachbarn aus Borbeck.Liest sich wie eine glatte Geschichte ohne großen Spannungsbogen. Doch bei genauerem Hinsehen konnte man bei Trainer Christian Perband doch die eine oder andere Perle Angstschweiß entdecken. Grund dafür war der zweite Satz, der alle Facetten eines mustergültigen Volleyball-Krimis bot. Doch bevor es zu diesem Herzschlag-Moment kam, sackten die Werdenerinnen den Auftaktsatz ein: Poschlad, die erstmals in dieser Saison die Libero-Position bekleidete, fing die Angriffe der Borbeckerinnen mit Präzision und Ruhe ab und lotste den Turnerbund zum 25:18-Satzgewinn. Zunächst zogen die Rot-Weißen nach einem offenen Schlagabtausch beim Spielstand von 24:22 die ersten Satzbälle an Land. Doch dann gab es ein Wechselbad der Gefühle, der Turnerbund vergab gleich dreifach die Entscheidung. Der VC hatte seinerseits ebenfalls mit einer zitternden Hand zu kämpfen. Nach quälend langen Minuten kippte das Spiel zugunsten des WTB, Mannschaftsführerin Kleinjohann beendete mit 32:30 das Spektakel. Mit dem Gewinn des dritten Satzes wurde das Schleifchen um die drei Punkte geschnürt und die Perbands Stirn endgültig von Schweißperlen befreit.

Abstiegskampf ist Geschichte

2. Damen gegen MTG Horst III 3:0
Trainer Sven Heimeshoff frohlockte im Anschluss an die Partie gegen die MTG: „Ich bin sicher, dass der Abstiegskampf jetzt endgültig Geschichte ist.“ Das Selbstvertrauen, das den Coach zu dieser forschen Aussage veranlasste, zog der Übungsleiter aus dem souveränen Auftritt seiner Schützlinge gegen die Konkurrenz aus Horst. Dem Stadtrivalen begegneten die Werdenerinnen von Beginn an mit blitzartiger Aufmerksamkeit und akkuraten Aufschlägen von Theodora Smponia, die wie ferngesteuert die Lücken im gegnerischen Quadrat fand. Mit dem 25:21-Satzgewinn ging es in den zweiten Satz, in dem der WTB die goldene Mitte zwischen Risiko und Sicherheit im Angriff erst finden musste. Eine schwierige Phase. Heimeshoff erläuterte: „Das war oft ein schmaler Grat, in der die Fehlerquote so gering wie möglich gehalten werden musste.“ Svea Lack machte dank ihrer Angaben mit 25:20 den Deckel drauf. Im dritten Abschnitt schien der Faden verloren zu sein, doch bei vier Punkten Rückstand drehte Fiona Engels auf, kippte mit 25:20 den Satz und verscheuchte damit das Abstiegsgespenst. Der zufriedene Coach attestierte seinen 2. Damen „eine viel konstantere Leistung als letzte Woche.“ Der WTB blickt nun aus dem gesicherten Mittelfeld der Tabelle erwartungsvoll dem Duell mit dem Tabellenzweiten entgegen, der Spielgemeinschaft aus Horst und Steele.

„Gewonnen ist gewonnen“

3. Damen gegen VV Humann V 3:0
„Heute haben wir viel zu sehr mit uns selbst gekämpft“, gestand Trainerin Monika Seifert. Dies war zu Beginn noch nicht abzusehen, als Amelie Pflaum die Rot-Weißen mit einer erstklassigen Angabenserie aus den Startlöchern katapultierte. Gut gestimmt wechselten die Werdenerinnen erstmals mit 25:16 die Seiten, ehe durch Umstellungen zahlreiche Missverständnisse die Struktur im eigenen Spiel neutralisierten. „Das war keine gute Idee von mir“, räumte Seifert ein und nahm die aufkommende Unruhe im Spiel auf ihre Kappe. Die Übungsleiterin konnte sich bei Pflaum bedanken, die erneut mit fünf aufeinanderfolgenden Angaben die 2:0-Satzführung in trockene Tücher brachte. Doch die Siegeslust, die zu Beginn noch auf Werdener Seite angesiedelt war, war inzwischen beim Tabellenletzten aus Steele geweckt. Das Läufersystem, das nach wie vor wie ein stotternder Motor ächzte und knirschte, wurde von den Humann-Damen mit präzisen Angaben unter Beschuss genommen. „Nicht berechenbar und sehr unangenehm“, bezeichnete Seifert die Spielweise der Konkurrenz, es benötigte einzelne wuchtige Angriffe der Turnerbundlerinnen, um mit 25:20 als Sieger das Hallenparkett zu verlassen. „Das war heute wirklich nervenaufreibend“, zog Seifert das Fazit und einen dicken Strich unter den Spieltag, „aber gewonnen ist gewonnen.“
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