Der Kunst auf der Spur

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Die Künstlerin Ulrike Waschik vor ihrer Fotocollage "Mein Wasserschaden".
 
Künstlerin Sonya Meyer erklärt Besuchern ihre Zeichnungen.
Am Wochenende war es wieder soweit. Kunst- und Kulturinteressierte konnten sich wieder einmal auf die KUNSTSPUR Essen begeben. Von jeweils 15-19 Uhr öffneten bereits zum 17. Mal in Folge mehr als 300 Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers, zeigten den Interessenten ihre Räumlichkeiten, sowie ihre Arbeiten und ließen sich auch gerne über die Schulter schauen. Die Ateliers befanden sich in städtischen Atelierhäusern, im Kunsthaus, in Ateliergemeinschaften oder Kulturwerkstätten und in Privathäusern.
Dabei luden, bei freiem Eintritt, unterschiedliche Kunstangebote wie Fotografie, Malerei, Plastiken, Collagen und vieles mehr zu einer Reise durch die Ateliers ein und boten abwechslungsreiche Einblicke. Veranstaltet wurde die KUNSTSPUR vom Kulturbüro der Stadt Essen mit dem Zweck den Besucher in Räumlichkeiten zu führen, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind.
Auch im Essener Westen haben sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der KUNSTSPUR angeschlossen. Neben dem Atelier „Die 4“, der Galerie „Clowns & Pferde“, der Radierwerkstatt „Aqua-Tinta“ oder dem Atelier Grave haben sich auch die Künstler der Ateliergemeinschaft Apostelkirche dazu entschlossen, Einblicke in ihre Ateliers zu ermöglichen: Sonya Meyer, Ulrike Waschik und Klaus Heuermann erläuterten den Gästen ihre Bilder, Fotografien und Zeichnungen und erklärten ihnen ihren Zugang zur Kunst.
„2002 war ich das erste Mal bei der KUNSTSPUR dabei, seitdem dann regelmäßig“, meint die Konzeptkünstlerin Ulrike Waschik. „Ich bin seit 13 Jahren freiberufliche Künstlerin und arbeite zum Beispiel mit Fotografien und dem Malen von Bildern.“
Waschik erklärt, dass sie es so verstehe, dass das Leben und die Kunst eine Synthese eingegangen sind. Diese Sichtweise spiegelt sich in ihrer Fotocollage der szenischen Fotografie wieder. „Damals hatte ich einen bösen Wasserschaden. Und die Handwerker, die Sachen geschleppt heben und geholfen haben, den Schaden zu beheben, haben mich sehr an Heinzelmännchen mit roten Mützen erinnert. Dabei ist dann diese Fotocollage entstanden“, so Waschik. Auch befasst sich die Künstlerin stark mit dem Raum und der Zeit. „Die Zeit ist dehnbar und kein konstantes Phänomen. Und ausgehend von dieser Erkenntnis habe ich versucht das in einem Bild umzusetzen. Dabei weitet man sich ständig aus und es entsteht ein kreativer Prozess, bei dem man sich stets in Sachen vertieft und alles, was man vor sich hat als Inspirationsquelle nutzen kann“, erklärt die Künstlerin.
Auch zu sehen waren Fotografien und Zeichnungen von Sonja Meyer, die damals für ihr Pädagogikstudium nach Essen kam, jetzt hauptberuflich als Kunstlehrerin arbeitet und ihr Atelier in der Apostelkirche schon seit nunmehr 15 Jahren inne hat. Mitgebracht hat Meyer für die Besucher die Fotoserie Ein Tageszyklus am Wattenmeer und Tusche- und Aquarellzeichnungen. „Mich interessiert vor allem die Serie“, erklärt die Künstlerin. „Ein und das selbe Objekt immer wieder malen, zeichnen oder fotografieren und in den verschiedenen Variationen stets etwas Neues entdecken. Sprich einen Punkt durch die Zeit hindurch von vielen Seiten beleuchten und sehen, was sich daraus wiederum ergibt.“
So zu arbeiten hat etwas unglaublich meditatives und es enthält den Wunsch den Moment festzuhalten, wie die Fotoserie eindrucksvoll darstellt: Die Landschaft auf den Bildern verändert sich unermüdlich, obwohl das Objekt und der Ausschnitt jeweils gleich bleiben. „Luft und Licht sind unglaublich abstrakt. Dennoch verändert sich der Himmel und Wind und Himmel spiegeln sich im Wasser wieder. Um diese Fotoserie zu erstellen, habe ich um 05 Uhr morgens mit dem Fotografieren angefangen und jede halbe Stunde ein Bild gemacht“, meint Meyer.
Der dritte Künstler, den es zu bestaunen gibt, heißt Klaus Heuermann. Auch er hat Kunst studiert und beteiligt sich sich schon seit längerem an der Essener KUNSTSPUR. „Früher habe ich mich stärker an dem orientiert, was man kennt, aber mit der Zeit bin ich sehr abstrakt geworden“, erklärt Heuermann. „In meinem Bildern geht es mir vor allem um den Goldenen Schnitt und um Gesetzmäßigkeiten, die Allem zugrunde liegen und weil das Leben nicht ohne Gesetzmäßigkeiten auskommt. Wir empfinden das, was dem Goldenen Schnitt zugrunde liegt als schön und Schönheit interessiert und fasziniert mich.“
Um eines seiner geometrischen Bilder zu kreieren, wird zuerst ein exakter Entwurf auf Millimeterpapier angefertigt, den Heuermann dann mit einer Schablone auf die Leinwand überträgt. „Ohne eine exakte Vorarbeit geht das nicht. Mit Akrylfarbe und Ölsticks werden die Dreiecke, Quadrate und Vielecke dann auf der Leinwand verewigt“, so der Künstler. Auch zu bestaunen sind Objekte, denen auch wie in den Bildern der Goldene Schnitt zu Grunde liegt.
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