Radfahrer erleben grüne Wunder

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Wer wird wohl kommen zur Baustellen-Radfahrt? Gespannt sind v. links Tourleiter Rolf Fliß, Umweltminister Johannes Remmel, Joerg Althoff (ADFC), Baudezernentin Simone Raskob, Mirko Sehnke (ADFC). Fotos: Schattberg
 
Niederfeldsee - gegenüber des neuen Restaurants "Radmosphäre"..
Mit neuem Fluss, Neubauten, Gärten! Und heißem Highlight...

95 km hatte Minister Johannes Remmel hinter sich. „Aus Siegen.“ Mit dem Rad? „Nein. Aber im Gepäck.“ Rolf Fliß weiß, wie man Menschen begeistert. „Minister Remmel hat uns bereits ein paar Millionen besorgt.“ Aber leider keine Polizeibegleitung. „Am Vortag waren viele Einsätze. Überstunden...Wir müssen uns selbst organisieren. Fahrradtechniker Harald Nawrath und Adnan sowie die Johanniter begleiten uns…“

Husch. Der Zweirad-Lindwurm legt los. Allbau Neubau- Komplex Kastanienhöfe mit neuem Kreativ-Zentrum. Der Weberplatz hat jetzt donnerstags einen Wochenmarkt…Kreuzeskirche. Kleiner Stopp. Simone Raskob blättert Neuerungen, Zahlen hin. Ja, Essen, die drittgrünste Stadt in ganz Deutschland liebt an diesem Tag „Klärchen“ von oben innig heiß.

Der Minister beichtet: „Ich bin regelrecht überwältigt, dass so viele mitgefahren sind. Wenn mir vor 10-15 Jahren jemand erzählt hätte, dass 2017 Essen Grüne Hauptstadt ist, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Und bald liegt der Radschnellweg Ruhr, circa 100 km, Duisburg bis Hamm - quasi vor der Tür.

Sein Wunsch: „Essen soll so aufgestellt werden wie Kopenhagen.“
39 % radeln dort. Nicht nur Essen sondern zehn andere Städte in NRW sollen Radschnellwege bekommen. „Und zwar muss das schnell passieren; zu hoher Stickstoffoxid. Dagegen muss man dringend was tun. Besser morgen als übermorgen. Das Geld für den Radschnellweg Ruhr steht bereit in Düsseldorf. Jetzt müssen keine langen Planungsphasen seitens der Stadt geschaffen werden.“

Gewusst? 1 km Radschnellweg kostet ca. 1,8 Mio. Euro. 1 km Autobahn circa 100 Mio. Euro.

Stippvisite im Altendorfer Gemeinschaftsgarten Nähe Niederfeldsee. Stefan Maaß, Quartiershausmeister, und sehr gastfreundliche Frauen, richteten köstliche Salate an, empfangen die Riesenmeute. „Aufpassen, da wachsen Erdbeeren!“ Rolf Fliß verspricht: „Die Anzahl der Gemeinschaftsgärten wollen wir verdoppeln.“ Er verweist auf drei Rundfahrten durch Essener Kleingartenlandschaften, beginnend 14.5.: Säen, Ernten, Essen.

Weiter nach Minuten. Mit dabei ist Dr. Gerold Pepping, von 1998-2011 in Altendorf als Kinder-, Jugend-, Familien-Psychologe tätig. „Für mich ist der Radschnellweg das Größte. Daran knüpfe ich hohe Erwartungen wie kreuzungsfrei, zügiges Fahren. Handicap in der Stadt - ungleiche Ampelphasen.“ Schöne Fantasie: „Radschnellweg bis zum Rhein, dann die Ruhr entlang bis Kettwig, Baldeneysee.“

Der Rad-Riesenwurm schlängelt sich weiter über die Rheinische Bahn zum ThyssenKrupp-Headquartier. Von der künftigen Brücke am Kruppsee zu den Bauvorhaben Kronenberg und künftiges Essen51-Quartier. Über 1200 Wohneinheiten entstehen ab Ende des Jahres…“

Pause am Niederfeldsee – seit einer Woche lockt die Restauration „Radmosphäre“. Aber die Radler sehen zunächst nur GELB. Ein Tisch mit Bananen, Apfelschorle lockt die Meute. Dank Allbau.

Jörg Angst, Architekt Leitung Projektmanagement, zum weiteren Allbau-Bebauungsplan: „Noch drei Wohngebäude mit rund 20 Wohnungen sind möglich, nördliche Seite des Niederfeldsee. Die Fläche ist schon vorbereitet. Allbau steht mit der Stadt im Gespräch, wie der Grundstückserwerb ablaufen kann. Fertig in 2019.“

Positives zählt Fliß auf, „dass die 1. Brücke über die Pferdebahnstraße letzte Woche vergeben wurde, Ende des Jahres fertig sein soll; die 2. Brücke über den Beitz-Boulevard, Baubeginn Ende 2017. Ferner die Unterstützung des Rückenwindes für den schnellstmöglichen Weiterbau des Radweges nach Osten mit Brückenschlag über die Gladbecker Straße. Und – dass aus Sicht der Landesregierung der Radschnellweg oberste Priorität genießt. Was uns Radler sehr erfreut.“

2016 kaufte das Familien Unternehmen Thelen alle nicht benötigen Grundstücke von ThyssenKrupp auf – rund 1040; im Kruppgürtel 70 ha, die jetzt verwertet werden, strahlt nicht nur Simone Raskob.

Ab zur Grugatrasse. Silbrig glitzert Wasser an blumigen Wiesen. Poetisch powert die Dezernentin: „Dank der Emschergenossenschaft kriegen wir einen Fluss geschenkt.“Tja, aus der ehemaligen Köttelbecke wächst ein Paradies auf Erden bis 2020…
Karl-Heinz Webels, Verkehrswacht, imponierte, „dass 180 Menschen einvernehmlich ohne Reibereien über 30 km fuhren, ohne Unfall.


ACHTUNG! Atempause-Radtouren
finden von April bis September jeweils am 4. Sonntag im Monat statt. Erste am 23. April, 15Uhr, Start Willy-Brandt-Platz. Mit Einkehr in verschiedenen sonst verschlossenen kleinen Kapellen und Kirchen.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 11.04.2017 | 21:54  
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