Vom Plumsklo zum Kies-"Plumeau"

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Was passiert denn da auf dem Frohnhauser Gervinusplatz? Fotos: Schattberg
 
Fürs Aha-Augenleuchten sorgen mit sehr vielen Blühstauden, u. a. Astern, Wolfsmilch, Sonnenhut, in den gehäufelten Steingärtchen Katharina Ewen, Landschaftsgärtnerin mit Johanna Marquardt, Praktikantin. „Alle Beete werden unterschiedlich bepflanzt.
Gervinusplatz schafft wieder gehäuften Gesprächsstoff …!

Zwar gibt es größere Stadtteil-Plätze als den Gervinusplatz in Essen-Frohnhausen. Aber alle Jahre wieder sorgt die kleine Fläche für Aufregung, Aufsehen. Vier Beete ziehen die einen an, stoßen andere ab. Hundeklos sind nicht jedermanns Geschmack. Abhilfe versuchte die Bezirksvertretung III 2011 mit Eisenumrandungen für 2000 Euro. Versackt! Jetzt mit 13000 Euro für Schotterstauden. Die bringen Vorbeigehende ins Stottern, Staunen…

Von Ingrid Schattberg

Bereits Anfang Februar bewilligten Politiker der BV III 13000 Euro für die Umgestaltung der Gervinusplatz-Beete: Rasen weg, dafür Schotterstauden. Wir berichteten. Schon damals erhitzten sich die Gemüter. Über „Geld-Verplempern“ ärgerte sich Renate Mittmann. „Rasen ist leicht zu pflegen, sieht sauber aus.“

Aber Stadtteil-Spaziergänger-Patin Heidrun Weber, die hautnahen Kontakt zu den Beeten hatte, die sie gar mit den älteren Leuten pflegte, regelmäßig bepflanzte, freute sich „dass endlich ein ordentlicher Eindruck entsteht.“ Beispiel?
„Nachdem ich mit meinem Enkel im Herbst Frühjahrszwiebeln pflanzte, später nachschaute, ekelte und schämte mich für meine Mitmenschen. Wie kann man Beete, die für uns Bürger Augenweide sein sollen, so mit Hunden-Haufen füllen!“

Endlich Schluss mit Wiese als Hundeklo? Aufsehen schaffen zunächst die Riesenhaufen auf dem Gervinus-Platz - circa 25 t Schotter, plus dunkle, helle Erde. Der Bagger, Garten-Landschaftsbau Bauersfeld, Mülheim, greift gierig den „alten“ Boden aus den Beeten raus. „Dann verteilen wir 2/3 neuen Boden, 1/3 Schotter in die Beete“, sagt Alex Ernst, Gärtner. Fürs Aha-Augenleuchten sorgen mit zig Blühstauden, u. a. Astern, Wolfsmilch, Sonnenhut, in den gehäufelten Steingärtchen Katharina Ewen, Landschaftsgärtnerin mit Johanna Marquardt, Praktikantin. „Alle Beete werden unterschiedlich bepflanzt.“ Zwei volle Tage…

Hurra? Hört sich eigentlich anders an. Als wir einige Passanten nach ihrer Meinung zu den frischen Beeten fragen, gucken die erstaunt. „Ach, neu? Was war denn vorher da drin?“ Mit offenen Augen läuft jedenfalls die 13-jährige Luisa durch Frohnhausen. „Ich finde die Beete jetzt schöner als vorher mit Rasen. Stefanie R. hofft, „dass die Flächen so sauber und gepflegt bleiben.“ Räumt ein: „Eigentlich habe ich den Unterschied nicht bemerkt.“

Leicht verärgert äußert Heidrun Weber: „Die keinen Unterschied sehen, sollten sich eine neue Brille machen lassen. Schon allein die Aussage – dort ist/war doch eine schöne Grünfläche, kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich, wenn man mit dem Bus vorbei fährt ist alles prima. Näher betrachtet, kann man von „Schön“ überhaupt nicht reden. Beete mit sehr viel Dreck – Plastik, Kronkorken, Müll. Das interessiert die meisten Bürger nicht. Wenn ich an unsere letzte Pflanzaktion denke, wo sogar die Farbe der Blumen moniert wurde – wird mir ganz übel. Aber Gott sei Dank gab/gibt es auch Frohnhauser Bürger, die die Pflanz-Aktion unterstützt haben, zum Beispiel durch Spenden von Blumen.
Was nun auf dem Gervinus-Platz passiert, wird den Platz aufwerten und pflegeleichter gestalten. Ich finde die Beete jetzt einfach klasse. Sie sehen optisch sehr gut aus, auch die Bepflanzung finde ich sehr ansprechend. Ich gehe davon aus, dass sich ein Teil der Pflanzen als Bodendecker herausstellen, dann den Schotter teilweise überdecken. Auf jeden Fall sehr schön. Wir Spaziergänger übernehmen die weitere Pflege, heißt: Gießen und nach dem Rechten sehen. Aber über alles Meckern ist einfach! Mitmachen und Helfen ist für viele schwierig!“

Auch die Leute der Landschaftsbau-Firma hörten Sätze wie: „Das lohnt sich nicht. Darauf wird weiter gekackt. Trinker schmeißen ihren Abfall dort rein, urinieren am Park…“ Abwarten – oder…
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4 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 12.10.2016 | 12:02  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 12.10.2016 | 12:02  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 12.10.2016 | 16:21  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 12.10.2016 | 20:52  
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