"WENIGER STERNSINGER - find ich blöd"

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Öffnen Sie bitte Ihre Herzen und Türen für die kleinen Kinder-Bittsteller von St. Antonius, Essen-Frohnhausen. Fotos: Benedikt Meise
  Die besondere, geschmackvolle Sternsinger-Aktion St. Antonius!

Dicke Schneeflocken klatschen auf das kleine Klarsichtzelt vor der St. Antonius-Kirche, Essen-Frohnhausen. Aus dem Himmelsweiß wird schnell Matsch. Doch das Wetter trübt nicht die Stimmung der wettertauglichen Jugendlichen im und vor dem Zelt. Im Gegenteil: Ihre gute Laune steckt, zieht an. Hereinspaziert. Da locken auf festlich gedecktem Tisch orientalische Köstlichkeiten. Aber – wo steckt das versprochene Kamel…

Geplant war alles noch viel pompöser. „Wir wollten einen Teppich auslegen, Sitzkissen drapieren, Karawanen-gleich. Und? „Die macht jetzt Pause. Auch das Kamel“, lächelt verschmitzt Andrea Kemmer, Gemeindereferentin St. Antonius. Wer sie kennt weiß, dass die Sternsinger ihr eng ans Herz gewachsen sind.

Aber gekonntes Klappern gehört zum Handwerk. „Wir wollen ein bisschen Werbung machen für unsere Sternsinger-Aktion, damit Menschen sich noch anmelden können, wenn sie Besuch von Kindern wünschen.“

Das Zelt, aufgebaut von den Pfadfindern, zieht Neugierige an. „Wir zeigen den Interessierten, wie die Könige früher lebten. Pause machten auf dem Weg nach Bethlehem; bei Myrrhe, Weihrauch, Gold. Aber auch bei orientalischen Früchten wie prallen Datteln, Riesen-Feigen, faustgroßen Aprikosen“, lockt Christine Kießling. Die Hilfe der 20-Jährigen Messdienerin ist sehr gefragt. Verlass ist ebenso auf den 21-jährigen Pfadfinder Benedikt Meise. Er bedauert, „dass die Zahl der Sternsinger kleiner geworden ist.“ Seine Befürchtung: „Wenn es immer weniger machen, stirbt die Tradition aus. Dann finde ich es blöd. Ich versuche, den Kindern meine Freude beim Sternsingen mitzugeben.“

Flugs überreicht mir die Gemeindereferentin einen Handzettel vom Diözesanverband Essen. 20 * C + M + B + 15. Das Bildmotiv zeigt eine einfache Krippendarstellung aus angeschwemmtem Holz von den Philippinen. Das Land besteht aus 7.107 Inseln, von denen 860 bewohnt sind. Wasser, Holz und Fischfang –oft arbeiten mehrere Generationen gemeinsam als Fischer – bestimmen den Alltag der Menschen. Die Nöte und Sorgen greifen die Sternsinger diesmal auf, wenn sie in die Häuser der Pfarr-Gemeinden gehen.

Leitwort „Segen bringen, Segen sein“. Der Widersinn: Trotz der fruchtbaren Natur und der fischreichen Gewässer haben die Kinder auf den Philippinen keinen Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung. Hauptursache dafür ist die verbreitete Armut: So ernähren sich viele Familien ausschließlich von Reis, denn der ist günstig und macht satt. Diese Nöte und Sorgen greifen die Sternsinger auf.

Im Beispielland der 57. Aktion Dreikönigssingen ist eine gesunde Ernährung für Kinder nicht selbstverständlich. Lösungsansätze der Projektpartner sehen vor: Neben der fachkundigen Betreuung und Begleitung gefährdeter Kinder, Jugendlicher und schwangerer Frauen, gehört auch das Schulfach Ernährung – inklusive der Mitarbeit in Schulgärten – und die Versorgung durch ausgewogene Mahlzeiten dazu.

Also, öffnen Sie bitte Ihre Herzen und die Türen für die kleinen Bittsteller von St. Antonius.

Sternsinger-Aktion St. Antonius, Kölner Straße
Hausbesuch-Wunsch: Telefon Gemeindereferentin A. Kemmer, Telefon 12527317
Samstag, 3.1.2015, 10 -12.30 Uhr: Hausbesuche bei Familien und auf dem Marktplatz; 15 bis 17 Uhr, Hausbesuche bei den Familien
Sonntag, 4.1.2015 : 9.45 Uhr, Sternsingergottesdienst in der St. Antonius-Kirche, Kölner Straße. 15 bis 17 Uhr, Hausbesuche bei den Familien
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 01.01.2015 | 11:35  
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