Woll-lüstig: Immer wieder mittwochs

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Na, klappt alles... Ute Jonetat (li. stehend) mit Team haben da eine bestrickende Sache ins Leben gerufen. Fotos: Schattberg
 
Reine Handarbeit - alles selbst gemacht. Ute Jonetat re. und Mitstreiter schaffen bunte Wunder... Fotos: Schattberg
Nachbarinnen aus aller Welt gesucht! Eine spannende Tatsache!

Wir könnten, wir müssten… Diese Wörter sind unbekannt für Ute Jonetat. Sie macht! Ideen setzt die zierliche Person prompt in die Tat um. So blieb sie stets mit am Ball – als sich nichts an der „toten“ Bärendelle tat – wenn u. a. der Wind Dachziegel, Fenster zerstörte… Bis die Stadt sich rührte! Jetzt hat sie was Neues. Es zündet so grandios– fast sprachlos ist sie…

Bestrickend schön ist die Geschichte. Kommen Sie, gehen Sie mit ins frische Mehrgenerationenhaus, Kerckhoffstraße. Erste Etage – bunte Schilder weisen die Richtung. Tür öffnen. Nur einen Wimpernschlag fliegen die Blicke hoch, dann klappern 15 Frauen weiter– als ging es um ihr Leben - mit Nadeln. Am Riesentisch stricken dicht nebeneinander verschiedene Nationen - u. a. aus Afghanistan, Irak, Iran, Libanon; sprechen persisch, arabisch, kurdisch.

„Wir Handarbeiten mit Nadel und Faden, mit Frohnhauserinnen und Nachbarinnen aus aller Welt, da die Bärendelle ja noch im Umbau ist. Wir auch nicht wissen, ob unsere Gruppe dort später ein Plätzchen später findet“, fächert die Frohnhauserin Jonetat auf.

Quasi wie Flüchtlingen erging es ihr mit Mitstreiterinnen.

Rückblick: "Ursprünglich knüpften wir im Asylheim Optipark die ersten Kontakte. Doch nach plötzlicher Schließung freundete sich unsere Gruppe mit Frauen im Zeltdorf, Hamburger Straße, an. Wegen vorzeitiger Schließung endete unsere Zusammenarbeit wiederum Hals über Kopf. Wir zogen mit dem „Runden Tisch“, Hamburger Straße, dann in das Flüchtlingsheim Münchener Straße. Müde von den plötzlichen Abschieden haben wir nun endlich die Möglichkeit, uns im Mehrgenerationenhaus zu treffen.“

Dank der Hilfe von Arndt Sauer, MGH-Leiter. Alles kostenlos…

No Euro! all inklusiv Raum, Wolle, Nadeln, Stoff! Auch das gibt es heutzutage –noch! Weshalb machen Ute Jonetat und Team das? „Wir möchten gemeinsam mit geflüchteten Frau Handarbeiten. Uns in ruhiger Umgebung kennenlernen, voreinander lernen und uns gegenseitig kreativ inspirieren.“

Bescheidene Bitte: „Es wäre sehr schön, wenn viele Frohnhauserinnen sich anschließen würden. Ach, aus allen Stadtteilen sind Interessierte eingeladen, sich uns anzuschließen. Vielleicht können wir sogar Gemeinschaftsprojekte verwirklichen.

Übrigens, Ute, Bärbel, Heidi, Rosie, Andrea sind echte „Strickhasen“. Ihre Strick- Graffiti sind bunt, fröhlich, frühlingshaft. Täglich bestaunen Hunderte die wärmenden Hingucker; beispielsweise auf dem Frohnhauser Markt; am Gervinusplatz…
Jetzt im Strick-Zimmer klappt die Verständigung auch ohne viele Worte. Denn
die cleveren Einladenden legen Blätter aus mit unterschiedlichen Bildern. Möchte jemand also eine Mütze stricken, genügt die Zeichensprache – ein Tipp auf's Bild.

Die Atmosphäre ist locker, „und wir lernen auch Techniken aus anderen Ländern“, freut sich Jonetat. „Unser Traum, dass wir später Frohnhausen ganz bunt bestricken, wenn wir alle dazu bewegen können. Zunächst machen sie etwas für sich.“

Also, Wolle, Stoffe sind für den Anfang da. Los ging’s im MGH, Kerckhoffstaße 22a, am 8. Februar. Immer mittwochs, 10-12 Uhr. Teilnahme ist kostenlos. Alle sind herzlich eingeladen.

Weitere Woll-Spenden immer willkommen !

Auch kleine Kinder waren da – fasziniert von dem in Windeseile wachsenden Woll-Wirrwarr…
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3 Kommentare
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 08.02.2017 | 17:33  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 08.02.2017 | 23:39  
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Ute Jonetat aus Essen-West | 11.02.2017 | 14:49  
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