Matthias Hauer: Unser Kicker beim FC Bundestag

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Matthias Hauer (MdB, Bildmitte) stellte sich in Frohnhausen den Fragen der Kursteilnehmer von „Fundstücke im Essener Westen“.

An 22 Wochen im Jahr hat er einen „Koffer in Berlin“: Matthias Hauer (37) ist Bundestagsabgeordneter der CDU für den Essener Westen. Die Sitzungswochen verbringt er in der Bundeshauptstadt, ansonsten ist er vor Ort in Essen anzutreffen. Zum Beispiel als Gast des VHS-Kurses „Fundstücke im Essener Westen“ in Frohnhausen.

Auf die Frage „Wie kommt man bloß dazu, sich politisch so stark zu engagieren?“, erklärt der studierte Jurist, der viele Jahre in einer Kanzlei gearbeitet hat: „Bereits mit 15 Jahren bin ich in die Junge Union eingetreten. Mein Vater und mein Onkel haben sich für Politik interessiert und mich geprägt.“
Und dann habe er schnell Gefallen an der politischen Arbeit gefunden.
„15 Jahre war ich in der Jungen Union unterwegs, fünf Jahre Mitglied der Bezirksvertretung IX, zehn Jahre im Rat der Stadt Essen“, erklärt der Politiker, der in Kettwig wohnt.
Im September 2013 gab‘s dann den politischen Ruhrpott-Krimi bei der Bundestagswahl. „Mit drei Stimmen konnte ich mich gegen die SPD-Kandidatin Petra Hinz durchsetzen.“
Das war knapp. So knapp, dass die SPD die Stimmen neu auszählen lies. Sicher ist sicher.
„Doch danach lag ich mit 93 Stimmen vorne. Einige Stimmzettel waren bei der ersten Zählung tatsächlich vergessen worden.“
Für Petra Hinz bedeutete dies jedoch nicht das Aus in Berlin. Sie zog über die Liste der Partei doch noch in den Bundestag ein.
Seitdem setzen sich beide für die Belange der Stadt und ihrer Bürger ein. Und stehen zugleich im politischen Wettbewerb.
„Während die Sitzungswochen vollgepackt mit Terminen zum Beispiel im Finanz- und Innenausschuss sind, bin ich in der übrigen Zeit bei Veranstaltungen im Wahlkreis unterwegs. Kümmere mich um die Belange der Bürgerinnen und Bürger, die mich oft per Brief oder per E-Mail erreichen.“
Besonders liegt dem Bundespolitiker der marode Haushalt der Stadt am Herzen: „Essen ist die am höchsten verschuldete Stadt Deutschlands. Und zugleich sind die sechs meistverschuldeten Städte in NRW zu finden. Da läuft etwas falsch.“
Zwar seien die Länder für die Finanzen der Kommunen zuständig, doch der Bund müsse dringend für Entlastungen sorgen.
„Das Kuriose: Unterm Strich geht es den Kommunen in Deutschland gut, sie machen sogar Überschuss. Nur eben nicht in NRW. Und schon gar nicht Essen.“
Daher sei nun ein Fond für finanzschwache Kommunen aufgelegt worden: 3,5 Milliarden Euro stark. Matthias Hauer: „1,12 Milliarden davon sind für NRW vorgesehen, 64 Millionen Euro gibt‘s für die Stadt Essen.“
Auch für die Grüne Hauptstadt 2017 habe man sich eingesetzt. „Da konnten alle Essener Abgeordnete, egal welcher Partei zugehörig, erreichen, dass Essen eine Förderung von einer Million Euro erhält.“
Hohe Erwartungen setzt Matthias Hauer in die Arbeit von Thomas Kufen (CDU), der sich gegen seinen SPD-Mitbewerber Reinhard Paß als Oberbürgermeister der Stadt Essen durchsetzen konnte. „Er war sogar schon einmal in Berlin und hat dort alle sieben Abgeordnete aus der Stadt zum Austausch eingeladen. Immerhin fünf folgten seiner Einladung.“
Während Kanzlerin Angela Merkel mit „Wir schaffen das!“ für Diskussionen in der Flüchtlingsfrage sorgte, habe Thomas Kufen mit „Wir schaffen das noch!“ die Situation und die Nöte vor Ort gut beschrieben.
„Die Sogwirkung ist eine echte Gefahr. Um die Situation zu stemmen, müssen die Beschlüssen von Deutschland und Europa konsequent umgesetzt werden.“
Was bedeutet: Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländer können nicht aufgenommen werden. Sachleistungen sollen die Sogwirkung bei Flüchtlingen, die aus wirtschaftlichen Gründen ins Land kommen, verhindern. Außerdem sei die Solidarität aller europäischen Länder gefordert. Und: Der Familiennachzug müsse für zwei Jahre ausgesetzt werden.
Wie findet man bei all diesen bewegenden politischen Themen, die viel Kraft fordern, einen Ausgleich?
Auch auf diese Frage kann Matthias Hauer eine Antwort geben: Er kickt beim FC Bundestag.
„Wie einst auch Helmut Kohl“, meint der Politiker und ergänzt: „Er war zumindest Team der Mannschaft. Gespielt hat er - soweit mir bekannt ist - kein einziges Spiel.“
Immer dienstagabends treffen sich die FC-Bundestagskicker, bei denen das Spiel entgegen aller Regeln nur zwei mal 30 Minuten dauert. Dabei sind Politiker aus verschiedenen Fraktionen. „Leider spielt bislang keine Abgeordnete mit“, bedauert der Essener. „Obwohl wir eigentlich ein gemischtes Team sind, das sich in den Sommermonaten gelegentlich zu sportlichen Wettbewerben gegen Teams aus den Wahlkreisen trifft.“

Infos:
Der Kurs „Fundstücke im Essener Westen“ der Volkshochschule erkundet die Stadtteile Altendorf und Frohnhausen sowie die neue Weststadt.
Der nächst Kurs beginnt am 17. Februar, 19.30 Uhr, Sakristei der Apostelkirche, An der Apostelkirche 3a.
Anmeldungen sind in der VHS Essen, Burgplatz, sowie online unter www.vhs-essen.de möglich.
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