Schlagzeuger Matthias Plewka: Der Herr der Geräusche sorgt fürs Gänsehaut-Gefühl

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Am Schlagzeug der Band „Splash!“: Matthias Plewka in seinem Element.Foto: Hans Dreischmeier
 
Das „Handwerkszeug“ von Schlagzeuger und Percussionist Matthias Plewka, wie es bei einem Musical-Konzert im Grillo-Theater in Essen aufgebaut stand: Echtes Gänsehautpotenzial haben die Chimes und das Regenrohr...Foto: Privat

Die Musik beginnt ganz leise, ein Geräusch wie rieselnde kleine Steinchen sorgt für Gänsehaut bei den Zuhörern – wer wie Matthias Plewka an den Drums sitzt, braucht vor allem eines: Talent für Timing! Und natürlich Taktgefühl...

Dass ihm diese Eigenschaften in die Wiege gelegt wurden, denkt der Gelsenkirchener, der in Erle aufgewachsen ist, eigentlich nicht. Für jemanden, der die Musik zu seinem Beruf gemacht hat, ist er extrem realistisch. „Ich habe immer viel gearbeitet für Dinge, die anderen nur so zugeflogen sind“, weiß er. „Umso schöner, dass es inzwischen so gut läuft. Bis 2016 bin ich schon gut beschäftigt.“
Musical, Pop, Jazz - Matthias Plewka spielt, was gebucht wird. „Ich sehe mich da als Dienstleister, wenn die Leute zu Helene-Fischer-Songs abtanzen wollen, bitte, dann spiele ich sie. Hauptsache die Zuhörer haben Spaß.“ Auch diese Vielfältigkeit hält ihn gut im Geschäft, das vor allem über Kontakte läuft.

Von Musical bis Jazz


„Ich spiele in einer Coverband, die „Splash!“ heißt, wir machen so rund 30 Auftritte im Jahr“, erzählt er. „Und in Gelsenkirchen habe ich Julian Rybarski kennengelernt, in dessen Band „Ryberski“ ich am Schlagzeug sitze.“ Da gibt es inzwischen schon zwei CDs.
Über Julian habe er Kontakt zum Musiker und Komponisten Mario Stork - ebenfalls Gelsenkirchener - bekommen. „Er suchte damals einen Drummer, der mehr als „nur“ das übliche Schlagzeug-Set beherrscht, und Julian hatte mich empfohlen.“ Also rief Plewka Stork an, der sich auch über den Kontakt freute, das Telefonat dann aber doch abwürgte. „Lass uns morgen nochmal telefonieren, jetzt kann ich nicht, ich habe nämlich gerade geheiratet“, erinnert sich der Drummer lachend. „Deshalb wissen wir immer genau, seit wann wir uns kennen.“

Mehr als nur Schlagzeug


Es war 2008 und dass er sich immer auch für Percussion und alles, was dazugehört, interessiert hat, brachte ihm das Engagement. Das Projekt, für das Matthias Plewka dann zusagte, hieß „Musical Tenors“. Plötzlich musizierte er mit Jan Ammann, Patrick Stanke, Mark Seibert und Christian Alexander Müller – also den angesagten Stars der Musical-Szene. Es sollten viele weitere Konzert-Projekte und Kurztourneen dieser Art folgen, zuletzt tourte der 33-Jährige mit dem Projekt „The Milestones“ durch Deutschland und Österreich – wieder mit Musical-Stars. Da gibt es auch mal Gekreische vor der Bühne ...

„Illices Diaboli“ - Mittelalter-Musik


Und er hatte einmal mehr die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen: „Im Musical-Bereich ist es ganz normal, auf den Sänger zu warten, seine Atempausen zu beachten, das gibt es sonst nicht. Normalerweise folgt der Sänger und nicht umgekehrt.“ Total spannend sei es gewesen, sich darauf einzulassen. „Viele Konzerte waren richtig anspruchsvoll. Ich musste echt üben vorher“, grinst er.
Der Beruf bringt es mit sich, dass er viel unterwegs ist, seine Verlobte ist noch dazu ebenfalls Musikerin. „Ja, wir spielen häufig aneinander vorbei“, zuckt er mit den Achseln. „Doch manchmal musizieren wir auch zusammen. Wir haben ein Mittelalter-Musik-Projekt, das wir gemeinsam bestreiten. „Illices Diaboli“ – also Lockvögel des Teufels – heißt es.“

Wie alles anfing...


Abwechslungsreich ist das Leben des Musikers, oft spannend, aber auch stressig mit vielen Reisen und Terminen. Und dass er mal Berufsmusiker wird, hätte niemand geglaubt, der ihn mit fünf Jahren gekannt hat. „Damals brachten meine Eltern mich zum ersten Mal in die Musikschule - zum Reinschnuppern“, erzählt er. „Ich durfte mir die Instrumente ansehen und wurde dann gefragt, welches ich spielen möchte. Als ich „das Schlagzeug“ sagte, sind meine Eltern hintenüber gefallen.“ Aber nicht, weil sie an die Geräuschkulisse, die sie erwarten könnte, dachten, ist sich Matthias Plewka sicher. „Ich war ein sehr lärmempfindliches Kind, ging sogar aus dem Zimmer, wenn gesaugt wurde, deshalb wollten sie es nicht glauben.“

Hobby zum Beruf gemacht


Doch es kam, wie es kommen musste: Der kleine Matthias lernte Schlagzeug. Obwohl es in den ersten zwei Jahren sehr langweilig und theoretisch gewesen sein soll, hielt er durch - und profitiert heute noch von seinen guten Grund- und Notenkenntnissen, die er an der Musikschule Gelsenkirchen gelernt hat.
Nach dem Abitur an der Gesamtschule Buer-Mitte absolvierte er übrigens noch ein ordentliches Studium mit betriebswirtschaftlichem Abschluss, arbeitete zwei Jahre in einem Büro-Job, bevor er sich ganz seiner Liebe zum Schlagzeug und zur Percussion hingab. Treu einem Satz folgend, den seine Oma gern zitierte: „Wer sein Hobby zum Beruf macht, muss nie wieder arbeiten.“ Mögen noch viele Engagements folgen ...
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