Ausgezeichnetes „Hoffest“

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Die Trommler von Arashi Daiko unter der Leitung von Bernd Heckmann waren ein Teil des kulturellen Programmes beim Hoffest an der Bronnerstraße von Nachbarn helfen Nachbarn. Archiv-Foto: Gerd Kaemper
 
Ulrich Spiegelberg und andere Engagierte sorgten mit Darbietungen ebenfalls für Unterhaltung.Foto: Privat (Foto: NhN)
Gelsenkirchen: Bronnerstraße |

Nicht nebeneinander her, sondern miteinander zu leben, darum geht es dem Projekt Nachbarn helfen Nachbarn (NhN) in Bulmke Hüllen und mit dieser Idee überzeugte es auch die Jury des Netzwerk Nachbarschaft. Diese entschied nun, dass das Hoffest des Projektes eine auszeichnungswürdige Aktion war, die den Gemeinschaftsgedanken fördert.

Gelsenkirchener siegen als ein Projekt von vielen


91 Nachbarschaften aus dem gesamten Bundesgebiet bewarben sich beim diesjährigen Wettbewerb von Netzwerk Nachbarschaft, 85.000 Nachbarn waren aktiv involviert. Am Ende wurden zwölf Nachbarschaften aus NRW mit Sachpreisen ausgezeichnet und erhielten den begehrten „Janosch-Oscar“, eine von Janosch gestaltete Sieger-Urkunde.
Mehr als 100 Besucher aus dem Quartier Bulmke-Hüllen fanden im Sommer den Weg zum Hoffest an der Bronnerstraße. Sie erfreuten sich an Musik-, Gesangs- und Kleinkunst-Darbietungen und genossen die kostenlosen, weil gespendeten oder selbst mitgebrachten, Speisen und Getränke. Alle Beteiligten lobten die außergewöhnliche Atmosphäre auf dem Hof und für sie steht fest, dass das Fest im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt werden soll.
Die Jury befand dazu: “Die Re-Aktivierung des Gemeinschaftsgedankens im Stadtteil durch die Initiative “Nachbarn helfen Nachbarn” ist ein vorbildliches Ziel. Die große Resonanz auf das Hoffest zeigt: Die Nachbarn sind auf dem richtigen Weg!”

Die Idee zu Nachbarn helfen Nachbarn


Der Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen lebte früher von seiner blühenden Bergbau-, Eisen-und Stahlindustrie. Als die einstmals „größte Eisengießerei auf dem Kontinent“, der Schalker Verein, im Jahre 2013 seine Tore endgültig und für immer schloss, blieben tausende Menschen ohne Arbeit zurück. Viele von ihnen sind gesundheitlich beeinträchtigt und auf sich allein gestellt.
„Hier setzt ‚Nachbarn helfen Nachbarn’ an“, erklärt Koordinatorin Barbara Bienert, „Vertrauen entsteht durch Nähe. Wir möchten, dass sich die Anwohner direkt vor der Haustür kennen und schätzen lernen. So erfahren sie, dass sie mit ihren Nöten nicht allein sind.“

Am Anfang ging es von Haustür zu Haustür


Seit gut einem Jahr besucht Bienert Anwohner, um in Gesprächen herausfinden, wer Hilfe benötigt und was die Nachbarn gerne verbessern möchten.
„Zunächst hatte ich Bedenken, so direkt auf die Leute zuzugehen – doch die allermeisten sind sehr offen, loben das Projekt und wollen mithelfen“, fasst Bienert ihre positiven Erfahrungen zusammen. Mit Guido Tuchenhagen fand das Projekt einen aktiven Nachbarn, der seinen Hof und Räume regelmäßig für Begegnungen anbietet.

Nachbarschaft nimmt Fahrt auf


Die Initiative spricht sich immer weiter unter den Nachbarn herum. Zum ersten offiziellen Treffen im Oktober 2014 kamen im Garten eines aufgeschlossenen 86-jährigen ehemaligen Milchladenbesitzers rund 20 Anwohner verschiedener Altersgruppen, Nationalitäten und sozialer Hintergründe zusammen.
Einige kannten sich, viele begegneten sich zum ersten Mal und kamen ins Gespräch. Beim nächsten Treffen im Januar 2015 in einer beheizten Doppelgarage waren bereits rund 50 Nachbarn mit im Boot. Ein Tausch- und Geschenketisch sorgte für viele glückliche Gesichter.
Zudem weihten die Nachbarn ein schwarzes Brett ein, mit dem sie sich in Zukunft über Gesuche, Hilfsangebote und Veranstaltungen austauschen wollen.

Die Zukunft klar vor Augen


Ziel ist es, im direkten Wohnumfeld sicherzustellen, dass kein Nachbar mehr alleine sein muss, bloß weil Hilfe unbezahlbar zu sein scheint.
„Natürlich nur, wenn er es auch will!“ verdeutlicht Bienert. NhN versteht sich als nachbarschaftliche Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu professionellen Anbietern. Anwohner können sich gegenseitig stützen und zwar je nach ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen. „Jeder Mensch hat Talente, selbst wenn er gesundheitlich eingeschränkt ist, von denen andere gegenseitig profitieren können.“
Der Kontakt untereinander wird mithilfe von regelmäßig organisierten Begegnungen weiter intensiviert. So freut sich NhN jetzt auf ein buntes Sommerfest am 29. August. Denn gemeinsam zu feiern, gehört zum Leben in guter Nachbarschaft dazu. Sponsoren und Nachbarschafthelfer für die Ausrichtung sind willkommen!

Damit der Hof beim Fest glänzt


„Diese ideenreichen Projekte für mehr nachbarschaftlichen Zusammenhalt bereichern unser soziales Miteinander und geben anderen wichtige Impulse,“ sagt Erdtrud Mühlens, Gründerin von Netzwerk Nachbarschaft. „Dank der 20 Sponsoren, die über 60 Sach-Preise für die Gemeinschafts-Projekte spendeten, können wir die Nachhaltigkeit der Nachbarschaftsprojekte gezielt fördern.“
Man könnte fast glauben, dass sich das Netzwerk Nachbarschaft etwas dabei gedacht hat, dem Projekt Nachbarn helfen Nachbarn genau dieses gesponserte Präsent zu überreichen, aber vielleicht war es ja auch doch nur ein Zufall. Denn gewonnen haben die „NhNs“ aus Bulmke einen brandneuen Kärcher K 5 Premium Home im Wert von 400 Euro.
Alle Sieger-Projekte werden auf www.netzwerk-nachbarschaft.net in Wort und Bild vorgestellt.
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