Eiserne Hochzeit: Liebe auf den ersten Blick

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Das waren Kurt und Christa Kunze am Tag ihrer grünen Hochzeit. (Foto: Privat)
 
Eine eiserne Hochzeit ist etwas ganze besonderes. Aus diesem Grund wurde die ganze Familie eingeladen, um dieses großartige Ereignis zu feiern.Foto: privat

So eine eiserne Hochzeit kommt nicht oft vor, doch Christa und Kurt Kunze können dieses Ereignis feiern, denn sie sind seit 65 Jahren in glücklicher Ehe. Worin liegt das Geheimnis einer Ehe, die so lange hält, und die Höhen und Tiefen durchgestanden hat?

Vor 65 Jahren, am 22. September 1951, gaben sich Christa und Kurt Kunze in der kleinen Dorfkirche in Eggersdorf (Kreis Schönebeck, Bördeland) das Ja-Wort.
Kennengelernt haben sie sich an einem Tanzabend drei Jahre zuvor. Es war der 28. August 1948 im Tanzsaal der Gaststätte Holst in Biere (ein kleiner Ort in Sachsen-Anhalt). Als Kurt damals durch den Tanzsaal ging, ist er Christa sofort aufgefallen. Er hatte so schöne schwarze Locken, dass sich Christa sofort auf den ersten Blick in ihn verliebt hat.

Mutiger nach ein paar Tänzen

"Laut meinem Vater wurde er nach ein paar Tänzen mutiger, ging auf Tuchfühlung und tanzte Wange an Wange mit meiner Mutter. Am Ende des Abends wurde meine Mutter – mein Papa war ganz Kavalier – nach Hause gebracht. Dies bedeutete drei Kilometer Fußmarsch ins benachbarte Eggersdorf. Schnell hatte man sich für das nächste Wochenende verabredet", erzählt die Tochter Sabine Krischak.
"Die Verlobung fand an Weihnachten 1950 statt. Vorher musste unser Vater, wie damals üblich, Opa Theo um Erlaubnis fragen. Ringe hatte man nur silberne – es waren die Nachkriegsjahre, es gab ja nichts", resümiert Sabine Krischak.

Verlobung fand an Weihnachten 1950 statt

Am 22. September 1951 fand die Hochzeit statt. Morgens standesamtlich und mittags in der Dorfkirche. Es wurde mit circa vierzig Personen gefeiert im Elternhaus von Christa. Für damalige Zeiten gab es ein tolles Hochzeitsessen: Hochzeitssuppe und Hühnerfrikassee und ein großes Kuchen-Buffet. Für gute Stimmung sorgten eigens dafür engagierte Musiker.

Drei Tage vor dem Mauerbau geflüchtet

"Das Leben meiner Eltern ist sehr ereignisreich – so ist meine Mutter mit meiner ältesten Schwester (damals sechs Jahre alt) drei Tage vor dem Mauerbau nach Berlin geflüchtet. Offiziell besuchte sie eine dort lebende Tante. Mein Vater arbeitete zu der Zeit in Berlin. Damit die Flucht nicht als solche bemerkt und meine Mutter verhaftet wurde, hatte meine Mutter nur kleines Reisegepäck dabei. So startete ihr neues Leben im Westen und über einige Umwege fanden sie ihr neues Zuhause in Gelsenkirchen", führt Sabine weiter aus.
"Hier sind dann auch die drei weiteren Kinder meiner Eltern geboren. Meine ältere Schwester, mein Zwillingsbruder und ich. Die Familie ist im Laufe der Jahre gewachsen und hat, wie in wohl allen Familien, einige Höhen und Tiefen erlebt", verrät Krischak.
Nun aber feiern Sabine Krischaks Eltern ihren 65. Hochzeitstag. Gesundheitlich sind die beiden etwas angeschlagen und nicht mehr ganz so fit.

Familie reist aus ganz Deutschland an

Allerdings lassen es sich die beiden nicht nehmen, mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln, Verwandten und Freunden im Gemeindezentrum Herz-Jesu in Resse zu feiern. Die Familie reist aus ganz Deutschland an und ein Enkelkind sogar aus Prag.
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