Neue Verhütungsmethode für Giraffen im Zoom in Gelsenkirchen

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Mit Hilfe der Wärmebildkamera kann die Zootierärztin feststellen, ob eine Giraffe trächtig ist. In der Zoom Erlebniswelt wird im Dezember Nachwuchs von Langhälsin Mary erwartet. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Der kleine Nuru (rechts) kam zuletzt in der Giraffenherde im Zoom zur Welt. (Foto: Gerd Kaemper)

Der runde Bauch ist nicht mehr zu übersehen und auch die Untersuchung durch Zootierärztin Dr. Pia Krawinkel bestätigt die Trächtigkeit der zwölfjährigen Giraffendame Mary. Dabei dreht sich in der Zoom Erlebniswelt momentan doch alles um die Verhütung der Giraffen...

Im Gelsenkirchener Zoo wird aktuell eine Versuchsreihe mit den langhalsigen Säugern durchgeführt. Dafür werden den Rothschild-Giraffen mit einem Blasrohr alle drei bis vier Monate Hormone injiziert, ähnlich der Hormonspritze zur Empfängnisverhütung bei Frauen.
„Momentan sind wir der einzige Zoo weltweit, der in Zusammenarbeit mit der Uni Wien das Forschungsprojekt durchführt“, berichtet Dr. Krawinkel stolz. Und trotzdem ist Mary trächtig. Wie kann das sein? „Wir sind noch in der Probephase und müssen noch sehen, wann genau das Mittel, etwa nach einer Geburt, verabreicht werden muss, damit es vollständigen Schutz gewährleistet. Mary bekommt es erst nach ihrer nächsten Geburt verabreicht“, so Sabine Haas, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Zoom.

Mit einer Wärmebildkamera (Thermographie) versucht Dr. Krawinkel festzustellen, ob auch eine andere Giraffendame, bei der das Verhütungsmittel bereits zum Einsatz kam eventuell trotzdem trächtig ist. Wenn eine Schwangerschaft vorliegt, ist ein deutlicher Temperaturunterschied in der Bauchgegend zu erkennen. Der erhöhte Wärmegrad in der rechten Bauchgegend der Giraffe zeigt sich auf der Wärmebildkamera durch eine extrem rote, an manchen Stellen fast weiße Färbung. Die Temperatur liegt hier bei Mary bei knapp 35 Grad an der Hautoberfläche. Glücklicherweise scheint das Mittel bei Jadranka zu wirken. Denn die neunjährige, aus Tschechien stammende Giraffendame hat bereits zwei ihrer Babys verstoßen und soll möglichst nicht mehr schwanger werden.
Doch hundertprozentig kann man die Diagnose nicht bestätigen, da Giraffen bis zu 15 Monate tragen und die Trächtigkeit mittels Thermographie erst im letzten Drittel erkannt werden kann.

Auch Giraffenbulle Hans, der von Mama Jadranka verstoßen wurde, soll chemisch kastriert werden, damit der Zweijährige in der Herde bleiben kann. „In einem Giraffenrudel wird es sonst schwierig mit mehreren Bullen. Zuletzt haben wir Kimary, den Sohn von Mary und unserem Deckbullen Kito, nach Serbien in einen Zoo gegeben. Hans haben wir mit der Flasche großgezogen. Er ist sehr zutraulich und uns besonders lieb, darum möchten wir ihn sehr gerne hier behalten“, sagt Haas ganz verliebt. Für zu viel Nachwuchs gibt es keine Kapazitäten und in den letzten Jahren kamen im Zoom nur kleine Bullen zur Welt, die nicht lange bleiben können. Vielleicht bekommt Mary ja jetzt ein kleines Giraffen-Mädchen. Das kann leider erst festgestellt werden, wenn das Kleine da ist. Denn einen Ultraschall bei einer schwangeren Giraffe durchzuführen wäre zu aufwendig. Von den anderen zu unterscheiden ist die werdende Mutter durch ihre fehlende Schwanzquaste. Im Dezember ist es bereits soweit und das Weihnachtskälbchen kommt hoffentlich gesund und munter zur Welt.
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