Chance für sozialen Arbeitsmarkt - Das Modellprojekt des Landes NRW soll in Gelsenkirchen starten

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Seit 2012/13 werben die „Väter“ des Gelsenkirchener Appells, Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig, Klais Brandt, Paul Baumann und Peter Rose, für ihre Idee. Nun soll sie als Modellprojekt an ihrer Geburtsstätte zur Realität werden. (Foto: Gerd Kaemper)

Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Rainer Schmeltzer, hat in einem Schreiben an Oberbürgermeister Frank Baranowski die Förderung von Modellprojekten zur Entwicklung und Implementierung eines sozialen Arbeitsmarktes in Nordrhein-Westfalen angekündigt.



Dadurch rückt eine Umsetzung des im Gelsenkirchener Appell schon 2012 entwickelten Konzepts in greifbare Nähe. Damit verbunden ist die Idee einer Ausweitung des Arbeitsmarktes für Menschen, die derzeit noch zu weit entfernt von einer richtigen Stelle sind.
Der Gelsenkirchener Appell wird von weiten Teilen der Stadtgesellschaft (Politik, Kirche und Wohlfahrtsverbände) mitgetragen. Das Konzept ist intensiv mit Trägern besprochen und mit konkreten Vorschlägen hinterlegt und ausgearbeitet worden. So sollen öffentlich geförderte Tätigkeiten an gemeinnützigen Stellen ermöglicht werden, verbunden mit Qualifizierungsmaßnahmen und einer persönlichen Ansprache der Betroffenen, um den Menschen so eine Perspektive zu verschaffen.
Das Ministerium stellt zur Förderung von Modellprojekten insgesamt 43 Millionen Euro zur Verfügung. Es sollen Modellprojekte entwickelt und implementiert werden, die komplementär zu bestehenden Angeboten Integrationsperspektiven für die dauerhafte Beschäftigung langzeitarbeitsloser Menschen in einem sozialen Arbeitsmarkt schaffen.
Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Zu diesen von der Landesregierung vorgegebenen Fördervoraussetzungen passt der Gelsenkirchener Appell. Denn noch immer geht hier an zu vielen Menschen jede Dynamik auf dem Arbeitsmarkt vorbei. Das müssen wir ändern, denn es ist doch ein Skandal, dass so vielen Menschen etwas ganz Essentielles und Elementares vorenthalten wird: Die Chance, tätig zu sein. Die Chance, für sich und ihre Familie zu sorgen, einen Beitrag zur Gesellschaft und zum gesellschaftlichen Wohlstand zu leisten. Jeder Mensch braucht eine Aufgabe, eine Arbeit, die er gerne und gut erfüllt – und die Selbstachtung ermöglicht!“
Um den spezifischen Bedürfnissen unter anderem in Gelsenkirchen Rechnung zu tragen, hat die Landesregierung zu den bestehenden Arbeitsmarktinstrumenten ein weiteres gefördertes Modul hinzugefügt. Es soll systematisch und schrittweise den Weg für einen dauerhaften, sozialen Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ebnen.
Das Land NRW macht damit konkrete Schritte, um die Arbeitsmarktintegration langzeitarbeitsloser Menschen wirkungsvoll zu verbessern und die Weichen für einen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Ansatz zu stellen, den es so in Deutschland noch nicht gibt.
OB Frank Baranowski: „Damit ist unsere stete Forderung nach einem sozialen Arbeitsmarkt schon einmal beim Land auf offene Ohren gestoßen. Auf lange Sicht hat sich unsere Hartnäckigkeit eben doch bezahlt gemacht. Und wir werden nicht nachlassen, auch die künftigen Regierungen in Land und Bund daran zu erinnern!“
Sozialdezernent Luidger Wolterhoff ergänzt: „Mit dem jetzt eröffneten Weg kann die Idee des Gelsenkirchener Appells, am Arbeitsmarkt Benachteiligten längerfristige Arbeitsperspektiven zu eröffnen und damit auch Wertschätzung zu bekunden, in die Tat umgesetzt werden. In den nächsten Tagen werde ich die Unterzeichner des Gelsenkirchener Appells und andere Arbeitsmarktakteure zu einer Konferenz „Sozialer Arbeitsmarkt“ einladen, um unsere nächsten konkreten Schritte in einem breiten Konsens festzulegen.“
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