Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“

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Vor dem Hintergrund der in Gladbeck vorhandenen Gedenkkultur an authentischen und historischen Orten wird es zukünftig in den Arkaden am Neuen Rathaus einen Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“ geben. Der Kulturausschuss folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung.

Dort, wo sich heute an der Bottroper Straße das Neue Rathaus befindet, stand einst das Gesundheitsamt der Stadt Gladbeck. Dieses war in Folge der „Vereinheitlichung des Gesundheitswesens“ 1934 für die Durchführung der rassenhygienischen Bevölkerungspolitik der NS-Führung zuständig. Mit dem sogenannten „Euthanasie-Erlass“ vom 1. September 1939 ermächtigte Hitler Ärzte, unheilbar kranke Menschen nach menschlichem Ermessen den „Gnadentod zu gewähren“. Es begann der systematische Massenmord an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in verschiedenen Heilanstalten. Für Gladbeck sind bisher 50 Menschen namentlich bekannt, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Heilanstalten ums Leben gekommen sind.

Im November 2013 regten Vertreter des „Bündnis für Courage“ die Einrichtung eines Gedenkortes für diese Opfer an. In einem gemeinsamen Arbeitsprozess, bestehend aus Mitgliedern des Bündnisses und der Verwaltung, ist seit dem in kontinuierlichen Treffen konstruktiv an der Idee gearbeitet worden. „Der Ort liegt in einem öffentlichen, gut frequentierten und offenen Bereich, der aber gleichzeitig auch Rückzug zum Innehalten zwischen den Stutzen der Arkadenbögen ermöglicht und somit auch einen sakralen Charakter hat“, so Nina Frense, Beigeordnete der Stadt Gladbeck.

Der Kulturausschuss hat daher folgenden Beschluss gefasst:

1. Zur weiteren Ergänzung der Gedenkkultur in Gladbeck soll den Opfern der Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus eine Gedenkstätte gewidmet werden.

2. Die Gedenkstätte soll den historischen Ort aufgreifen, an dem gezielt Informationen gesammelt wurden, die für die schicksalhaften Entscheidungen zur Euthanasie genutzt wurden. Dies ist der Standort des ehemaligen Gesundheitsamtes an der Bottroper Straße, wo sich jetzt das Neue Rathaus befindet. Die Gedenkstätte soll unter der Arkade entstehen.

Zur konkreten Ausgestaltung der Gedenkstätte soll ein weiteres, abschließendes Gespräch zwischen dem Bündnis für Courage und der Kulturverwaltung stattfinden.
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