Sparkasse Goch verärgert: "Bilanzposition wurde falsch interpretiert und analysiert!"

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Goch: Sparkasse | Sparkasse ist sauer über falsche Behauptungen

Von Franz Geib

Goch. Jochen Rademacher von der Verbandssparkasse Goch ist sauer: "Seit zwei Tagen mache ich nichts anderes, als mich um dieses Problem zu kümmern."
"Dieses Problem", von dem der Leiter der Abteilung Steuerung/Marketing gestern am Telefon gegenüber dem Gocher Wochenblatt sprach, stellt die Sparkasse als ein Institut dar, dass die Gelder seiner Kunden im höchstem Maße spekulativ anlegt.
Zu diesem Ergebnis kam nämlich der Professor für Finanzdienstleistungen an der Frankfurter Hochschule, Ralf Jasny. Nach seiner Studie, die verschiedene Geldinstitute untersuchte, kam er zu dem Schluss, dass viele Sparkassen ihre Kundengelder lieber am Finanzmarkt anlegten, als diese als Kredite weiterzugeben, was dem Auftrag als öffentlich-rechtliche Körperschaft widersprechen würde. Absoluter Spitzenreiter sei die Gocher Verbandssparkasse, die 43, 8 Prozent ihrer Bilanz in riskante, nicht-verzinsliche Wertpapiere wie Aktien investiere. Ein Hammer, wenn dem so wäre!
Mehr noch: In den sozialen Netzwerken ist dieser Vorwurf bereits eingestellt worden, ohne dass hier eine kritische Auseinandersetzung mit diesem komplexen Thema stattgefunden hat.
Jochen Rademacher ist gerade über diesen Umstand besonders verärgert und stellt klar: "Die Sparkasse Goch ist bekannt dafür, dass sie stock-konservativ arbeitet und darum besonders sensibel mit den Geldern der Kunden umgeht!" Das Geldinstitut an der Wiesenstraße unter Leitung von Thomas Müller betont, dass mehr als 95 Prozent der Bilanzpositionen fest-verzinsliche Wertpapiere mit erstklassiger Bonität sind, so Rademacher. Nur knapp fünf Prozent, die nicht ausgeschöpft würden, würden in nicht-festverzinslichen Anlagen investiert und dienen lediglich der Risikostreuung. Für deren Verwaltung habe sich die Sparkasse Goch externe Unterstützung aus der Sparkassen-Finanzgruppe geholt, um das Risiko zu marginalisieren.
Doch wie kommt es dann zu der Aussage des Frankfurter Professors? Das Problem sei eine Fehlinterpretation einer sogenannten Bilanzposition. Sowohl die festverzinslichen und die nicht-festverzinslichen Wertpapiere würden in einem Spezialfonds verwaltet, dessen Sammelbegriff "Aktien und nicht-festverzinsliche Wertpapiere" lautet. Dieser "irreführende" Name habe zur Fehlinterpretation der Bilanzposition geführt. Dafür sei allerdings nicht die Sparkasse verantwortlich, sondern das allgemeine, bundeseinheitliche Bilanzrecht. Jochen Rademacher: "Das hätte Ralf Jasny wissen müssen!"
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