Lippeverband: Neue Deiche braucht das Land

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Lippedamm (hier bei Dorsten): Neue Dämme und eine umfangreiche Auenlandschaft sollen das Bild der Lippe zwischen Haltern und Marl komplett verändern.
 
Die Lippe wird umfassend renaturiert.

Um den Hochwasserschutz im Raum Haltern, Lippramsdorf und Marl sicherzustellen, baut der Lippeverband in den nächsten Jahren nördlich und südlich der Lippe neue Deiche. Die bisherigen Deiche werden abgetragen, dabei entsteht eine neue Auenfläche für die Lippe. Geplanter Baubeginn für das Bauprojekt ist im Herbst 2015.

Am Dienstagabend stellte der Lippeverband das Gesamtprojekt im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Haltern am See vor.
Insgesamt 37 Einzelmaßnahmen umfasst das gesamte Projekt der Deichrückverlegung und Umgestaltung der Lippe. Auf rund fünf km Länge wird der Lippeverband in den nächsten Jahren die Hochwasserschutzdeiche nördlich und südlich der Lippe im Hinterland der heutigen Deiche neu bauen. Diese werden eine Höhe von bis zu 14 Metern haben und die umliegende Bebauung vor Hochwasser künftig sicher schützen.

In einem Zeitraum von siebeneinhalb Jahren sollen nicht nur die neuen Deiche entstehen, die gleich hoch, aber wesentlich flacher ansteigend angelegt werden als die alten. Auch wird die Lippe eine Auenfläche von rund 60 Hektar erhalten und der Fluss wird im Bereich „HaLiMa“ (Haltern-Lippramsdorf-Marl) auf rund zwei km wesentlich flacher und breiter gestaltet werden als heute. Die Finanzierung erfolgt zu 100 Prozent durch das Land NRW und die RAG AG.

Bauarbeiten dauern bis 2023


Geplanter Baubeginn für den Deichneubau nördlich und südlich der Lippe ist das vierte Quartal 2015. Von Ende 2015 bis Ende 2018 sind die Arbeiten für die neuen Hochwasserschutzdeiche geplant. Im besonderen Interesse der Bürger stehen die Wege für die Bodentransporte. Um den Wünschen der Stadt Haltern entgegenzukommen und die An- und Abtransporte zu optimieren, hatte der Lippeverband zusätzliche Umweltkriterien in die Vergabeunterlagen eingefügt. Die nötigen Transporte der Bodenmassen werden nach derzeitigem Stand zu 60 Prozent über Schiff (Hafen Auguste Victoria) und Bandförderanlage an den jeweiligen Verbauungsort stattfinden. Die Stadt Haltern am See und der Lippeverband sind jedoch bemüht, diesen Anteil auf 80 bis 90 Prozent zu steigern. Der andere Teil der benötigen Bodenmassen wird auf den planfestgestellten Transportwegen antransportiert: 870.000 Kubikmeter (für den Deich Nord I) und 550.000 Kubikmeter (für Deich Süd II) werden in den kommenden drei Jahren verbaut werden.

Ab Frühjahr 2016 wird aufgrund der Bautätigkeit entlang der Lippe, vor allem aufgrund der Sperrung im Bereich des Oelder Weges, eine Routenverlegung für die Römer-Lippe-Route eingerichtet werden. Diese wird u. a. durch Lippramsdorf führen.

Die Arbeiten an der neuen Lippeaue sowie die Deichneubaumaßnamen an Deich Nord II und Süd I mit Pumpwerk Marl-Bonenkamp sind ab 2018 bis 2023 geplant.
Für die gesamte Baumaßnahme ist ein Bodenbedarf von rund drei Millionen Kubikmeter berechnet. Rund 800.000 Kubikmeter werden aus dem Deichrückbau der alten, bisherigen Deiche anfallen. Aktuell läuft das Vergabeverfahren für das erste große Baulos Deiche Nord I und Süd II. Ende September findet bei der zuständigen Bezirksregierung Münster aufgrund eines Nachprüfungsantrags eines Bieters ein weiterer Termin statt.

Folgende Arbeiten sind bereits erledigt:

Juli 2013: Planfeststellungsbeschluss durch Bezirksregierung Münster.
Bis Feb. 2014 Rodungen des Baulandes für die neuen Deiche: 25 Hektar Wald, Hecken, Buschwerk und Einzelbäume. Anschließend Ausgleichsmaßnahmen bzw. Schaffung neuer Lebensräume für schützenswerte Tierarten. Zum Schutz bedrohter Tierarten hat die Landschaftsagentur Plus im Auftrag des Lippeverbandes auf Flächen von insgesamt 35 Hektar neue Brutgebiete, Nisthilfen und artgerechte Lebensräume entwickelt.

Mai bis Oktober 2014: Verlegung einer 4, 2 km langen 110-KV-Leitung zwischen Marl-Sickingmühle und Lippramsdorf-Mersch durch Westnetz GmbH (RWE-Tochter), weil die bisherige Leitung in diesem Bereich nicht mit dem neuen Deichverlauf zusammenpasste.

(Mit Material der Stadt Haltern)
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