Hundekot auf Feldern verunreinigt Futter- und Lebensmittel

Gefahr besteht bereits bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln, wenn Kühe Heu oder Grassi-lage fressen, das durch Hundekot mit Parasiten verunreinigt ist (Foto: LKR)
 
Karl und Frauke Godde: "„Viele sind sich der Gefahr von Hundekot gar nicht bewusst, deshalb möchten wir über die Gefahren informieren und aufklären“. (Foto: LKR)

Der Frühling hält Einzug auf unseren Breitengraden. Besonders jetzt gehen viele Leute in der freien Natur mit dem Hund Gassi und in der Landwirtschaft steht bald der erste Schnitt auf Grünlandflächen an. Die Idylle wird jedoch getrübt, denn Hundekot auf Feldern und die Erzeugung von Lebensmitteln passen nicht zusammen.

Tritt man auf dem Gehweg in einen Hundehaufen, ist es nur ärgerlich und stinkt. Verrichtet ein Hund sein Geschäft jedoch auf einer Wiese, kann der Kot zur echten Gefahr für Rinder, Schafe und Ziegen werden. „Für unsere Kühe kann Hundekot im Futter zu einer echten Gefahr werden“, erklärt Frauke Godde, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in Herten führt. Die Felder des Marpenhofs sind von Wanderwegen umgeben, die insbesondere von Hundehaltern gern genutzt werden. „Viele sind sich der Gefahr von Hundekot gar nicht bewusst, deshalb möchte ich über die Gefahren informieren und aufklären“, sagt Frauke Godde auch stellvertrtetend für ihre Berufskollen im Kreis Recklinghausen.

"Hundekot im Futter zu einer echten Gefahr werden"


Gefahr besteht bereits bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln, wenn Kühe Heu oder Grassilage fressen, das durch Hundekot mit Parasiten verunreinigt ist. Bereits ein Gramm Hundekot beinhaltet Millionen von Bakterien. Hundebandwürmer werden auf Rinder, Schafe oder Ziegen übertragen, auch viele andere Parasiten können schnell nachgewiesen werden. Bei-de Erreger können bei den Tieren zu Tot- und Fehlgeburten führen. Gegen diese durch Hundekot verursachten Krankheiten gibt es keine Schutzimpfung.
Das Argument vieler Hundebesitzer, Hundekot habe die gleiche Wirkweise wie Kuhfladen, entkräftet Friedrich Steinman, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen. Grundsätzlich müssten Fleischfresser von Pflanzenfressern unterschieden werden. Wird im Frühjahr Gülle oder Mist auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht, so werde er vom Boden schnell aufgenommen und in der Erde natürlich weiterverarbeitet. Eine Übertragung von Krankheiten erfolge hauptsächlich durch den Kot von Fleischfressern.
Darüber hinaus ist der wirtschaftliche Schaden, der dem Landwirt entsteht, groß. Im schlimmsten Fall könne das Futter sogar nicht verwendet werden. Auch Obst- und Gemüsebauern müssten ihre Ernteerträge vernichten, wenn diese verunreinigt sind. Für erzeugte Produkte wie Fleisch oder Milch trägt der Landwirt selbst die volle Verantwortung.

Tot- und Fehlgeburten bei Tieren


Auch für den Wildbestand in hiesigen Wäldern haben unangeleinte Hunde gravierende Auswirkungen. Häufig beobachten Jäger eine Beunruhigung von Wildtieren durch jagende Hunde. „Gerade in Stadtrand-Revieren ist insbesondere in Setz- und Aufzuchtzeiten das Jungtier den Hunden oft wehrlos ausgesetzt“, weiß Jürgen Reh vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen, Friedrich Steinmann, rät: „Den Hundehaltern muss verdeutlicht werden, dass es nicht genügt, die Hundehaufen ihrer Vierbeiner in Stadtparks wegzuräumen. Zum Schutz von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Nutztieren ist es umso wichtiger, den Hundekot auch auf Wiesen und Weiden auf dem Land einzusammeln.“

Nachgefragt

Sonja Friedemann vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband e.V. erläutert die rechtlichen Aspekte:

Müssen Hunde immer angeleint sein?
Gemäß dem Landeshundegesetz NRW ist ein Leinenzwang für gefährliche Hunde überall, für andere Hunde in öffentlichen Park-, Garten- und Grünanlagen vorgesehen.
Was bedeutet das für umliegende landwirtschaftliche Flächen?
Aus hygienischen Gründen - die landwirtschaftlichen Flächen dienen schließlich der Tierernährung und der Herstellung von Nahrungsmitteln - herrscht ein Betretungsverbot insbesondere während der Vegetationsperiode, d. h. zwischen Saat- und Erntezeit bzw. zu Aufwuchszeiten bis zur Mahd oder Beweidung.
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1 Kommentar zum Beitrag
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Karlheinz Hellmann aus Marl am 05.04.2013 um 21:07 Uhr  
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