Fotografie: Der Reiz des Probierens

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André Stueckradt mit Retriever Jerry beim Spaziergang im Henrichspark. Foto: Kosjak

Der Blick schweift über schneebedeckte Wiesen zur Ruhrbrücke, springt zu den Rauchschwaden in der Nähe des alten Bahnhofs und verharrt in den Wolken, die in gleißendem Gegenlicht erstrahlen. In seinen gedämpften Farben ähnelt das Foto einer klassischen monochromen Landschaftsaufnahme.

Doch der Fotograf André Stueckradt, der das Foto für den aktuellen Sparkassen-Kalender 2014 gemacht hat, mag es auch modern. „Ich bin sehr an Technik interessiert“, erzählt er bei einem Spaziergang auf dem Hüttengelände.
Zum Beweis ruft er seinen Retriever Jerry herbei und lässt ihn am Henrichsteich Platz nehmen. André Stueckradt holt sein Smartphone hervor und portraitiert Jerry viele Male mit nur einem Tastendruck. Er wählt zwei Fotos aus: Eines setzt Jerrys Kopf am besten in Szene, das andere seinen Körper. Wenige Sekunden darauf hat das Smartphone Kopf und Körper aus beiden Fotos in einer einzigen Aufnahme kombiniert. „Erstaunlich“, lacht André Stueckradt, „wie einfach das ist.“
„Ich versuche mit wenig Mitteln möglichst viel zu schaffen“, sagt André Stueckradt, „es soll nicht kompliziert sein.“
Vor rund 15 Jahren hat er die Fotografie entdeckt – mit analogen Kameras. Auf das Gefühl, das ihm die analoge Fotografie vermittelte, möchte er auch heute nicht ganz verzichten. Am wohlsten fühle er sich mit digitalen Spiegelreflexkameras von Sony und Olympus. „Sie sind klein genug, um sie immer dabei zu haben“, erklärt er, „und ich muss die Fotos nicht aufwändig am Computer entwickeln.“ Mit einer weiten Geste verdeutlicht er seine Begeisterung: „Die Fotos sind klasse, wenn sie direkt aus der Kamera kommen. Ganz tolle Farben.“
Als junger Familienvater falle es nicht leicht, Zeit für das Hobby zu finden. Darum hat André Stueckradt sich mit anderen jungen Vätern zusammen getan. „Wir fotografieren Industriekultur, machen auch Ausflüge in andere Städte“, erzählt er. Einen Tipp hat er für die Freunde der Nachtfotografie: „Der Duisburger Binnenhafen ist ein Muss.“
Wie werden wir bessere Fotografen? „Du kannst Bücher en masse lesen“, sagt André Stueckradt, „lernen, was es mit Blende, Verschlusszeit und Komposition auf sich hat.“ Doch von der Theorie solle man sich nicht zu viel erhoffen. „Vor allem muss ich es selbst versuchen, so oft wie möglich“, betont er. „Der Reiz des Probierens macht die Fotografie aus.“
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Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 30.10.2014 | 19:04  
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