Sommergespräch... mit Christiane Nicolai

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Christiane Nicolai genießt die schöne Aussicht: Ihr Lieblingsplatz ist das Belvedere im Gethmannschen Garten. Foto: Pielorz
Hattingen: Gethmannscher Garten |

Die schöne Aussicht genießen – das kann Christiane Nicolai am besten im „Gethmannschen Garten“ am Belvedere. 1850 schreibt Gethmann: „Schön muss es sein, in düsterer Nacht auf dem Belvedere zu stehen, die Ruhr geheimnisvoll rauschen zu hören und jene fünf Stahlhämmer ihre Funken gen Himmel sprühen zu sehen“. Damit meinte er Halbach-Hämmer am Blankensteiner Wehr, die 1913 abgebrochen wurden. Christiane Nicolai bevorzugt aber sowieso den Aufenthalt bei Tag und am liebsten in der schönen Jahreszeit. Weit schweift der Blick dann über das Ruhrtal bis zur Kosterbrücke, nach Stiepel und zum Kemnader Stausee. Und wenn dann noch der Duft vom frischem Heu in der Luft liegt…

„Das ist mein Sommerlieblingsplatz“, erzählt die Vorsitzende des Hattinger Kunstvereines und Stadtverordnete für die CDU. Früher, so berichtet sie, habe sie oft den Picknickkorb gepackt und sei mit den Kindern hier gewesen. „Das mache ich jetzt nicht mehr, die Kinder sind ja erwachsen. Aber ich genieße die Ruhe hier und den unbeschreiblichen Blick. Fast immer ist man hier mit sich selbst allein.“ Beim Blick auf das halbkreisförmige Geländer entdeckt man, dass dieser verwunschene Ort auch Liebespaare anzieht – einige Schlösser hängen an. Auch das von Christiane Nicolai als persönliche Liebeserklärung an diesen Ort? „Nein, nein“, lacht sie. „Und das Liebesschloss von meinem Mann und mir hängt auch in Paris“, verrät sie. 2019, da seien sie dann auch fünfzig Jahre zusammen.
Den Sommer als Jahreszeit liebt sie sehr. „Vor fünf Jahren haben wir uns wieder ein Segelboot angeschafft. Das haben wir gerade vom Ijsselmeer zur Ostsee überführt und genießen jetzt viele schöne Stunden auf dem Boot. Aber ich liebe es auch, auf unserem kleinen Balkon in Hattingen in der Bahnhofstraße zu sitzen und etwas Leckeres auf dem Tischgrill zu haben. Der Duft von frischem Brot, gegrillten Paprika und Zucchini – hhmm, das ist der Duft des Sommers.“
Den Süden liebe sie sehr, erzählt sie. Das südliche Flair sei einfach wunderbar – und schade sei es, das aus der Idee eines überdachten Marktes auf dem Krämersdorf nichts geworden sei: damit hätte man etwas südliches Feeling nach Hattingen holen können. „Deshalb liebe ich auch den Kulinarischen Altstadtmarkt. Er erinnert mich an dieses Sommerfeeling im Süden.“

Die schöne Aussicht genießen

Sommer und Ferien – ja, das habe schon etwas von Freiheit. „Aber ganz ohne Termine geht es nicht. Ich finde es schön, in der Politik keine Sitzungen zu haben. Wenn ich welche versäume, dann habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Da ist es schön, wenn ganz offiziell in den Ferien keine Termine stattfinden – obwohl wir mit den CDU-Frauen jeden Sommer alle Abenteuerspielplätze vom Ferienspaß besuchen. Aber ich versuche schon, die (Abend)Termine zu reduzieren.“
Ein paar Wochen weg aus Hattingen – im Sommer genießt Christiane Nicolai mit ihrem Mann die Tage und Nächte auf ihrem Segelboot. „Mein Mann arbeitet die Routen aus. Es ist schön, in den Häfen immer nette Menschen zu treffen. Ich bin Smutje und Hilfssteuermann“, lacht sie. Er lässt ihr Zeit für Politik und Kunst, sie genießt mit ihm seine Leidenschaft für das Segeln. Das sei Teamarbeit, denn Segeln könne man nicht allein. „Im Frühjahr und Herbst machen wir aber auch gerne Städtereisen“.
Dabei hat sie schon oft Künstler getroffen, die sie nach Hattingen eingeladen hat und die sich in einer der jährlich drei Ausstellungen im Alten Rathaus präsentiert haben.
Die schöne Aussicht verführt zu Sommerfantasien: „Ja, wenn man hier sitzt und das Ruhrtal sieht – es ist schon schön, wie sich der Tourismus entwickelt hat. Wenn man bedenkt, dass vor nicht langer Zeit die Ruhr nur mit Kohle und Stahl assoziiert wurde, heute aber für Naherholung und Tourismus steht. Der Kemnader See, das Schwimmen im Baldeneysee, unser Industriemuseum und unsere Burgen – wenn man hier sitzt, dann träumt man von einer Seilbahn zur Burg und Booten auf der Ruhr…“
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