Modelleisenbahn per Mausklick

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Harald Allhusen mit seiner Eisenbahnanlage im Computer. Foto: Pielorz
  Hattingen: Niederwenigern |

Wir haben bereits über die Welt der Modelleisenbahnen und das Hobby von Christian Partes berichtet. Modelleisenbahnen sind aber auch ein Thema für den Hattinger Harald Allhusen. Allerdings kann man seine Lokomotiven und Waggons im Gegensatz zu denen seines Freundes Christian Partes nicht anfassen, sondern nur angucken. Er baut sie nämlich nur am Computer. Aber was heißt in diesem Zusammenhang schon „nur“? Die virtuelle Welt der kleinen Bahnen ist nicht weniger faszinierend.

„Schon als Kind habe ich mir eine Modelleisenbahn gewünscht. Meine Eltern hatten damals kein Geld und mein Vater hat eine kleine Eisenbahn auf Schienen selbst gebaut. Heute weiß ich das natürlich zu schätzen, doch damals war ich eher enttäuscht, weil sie so gar nicht detailgetreu war. Gespielt habe ich damit natürlich trotzdem“, erinnert sich Harald Allhusen.
Als Erwachsener faszinierte ihn die Welt der kleinen Modellbahnen immer noch, aber: „Ich habe einfach keinen Platz, eine Bahn aufzubauen und sie stehen zu lassen. Und es ist ja auch ein ziemlich teures Hobby. Dann habe ich in Hamburg vor einigen Jahren das Miniaturwunderland besichtigt und dann hat es richtig angefangen. Ich habe mir das Computerprogramm eisenbahn.exe.professional besorgt und dann ging es los.“

Klick für Klick in die Eisenbahnwelt

Am Anfang jedenfalls ist der Bildschirm einfach nur grün – zu sehen ist nichts, denn das, was man später sehen wird, muss Harald Allhusen erst einmal bauen. Es gibt eine 2D und eine 3D-Ansicht, Allhusen arbeitet mit zwei Bildschirmen, um den Blick auf das Ergebnis frei zu halten. Per Mausklick entsteht eine Eisenbahnlandschaft: Gras, Berge, Schienen, aus dem Ordner „Rollmaterialien“ kommt eine Diesellok dazu. Oberleitungen und Masten – selbst die Geschwindigkeit der Rollmaterialien kann eingestellt werden. Und Ton gibt es natürlich auch. Während Harald Allhusen Schienen per Mausklick verändert, muss Christian Partes auch schon einmal „Klötzchen drunterlegen“, um das Schienennetz ebenmäßig zu halten.
Allhusen setzt Kontaktpunkte – das heißt, das Signal wird automatisch gestellt, wenn die Lok fahren oder stoppen soll. Kein Mausklick ist dann mehr nötig. Er zeigt, wie eine Landschaft verändert werden kann: soll es eine flache Grasebene sein oder lieber doch eine Berglandschaft? Wie sieht es mit Blumen aus? Oder ein Mischwald? Das Bild wird immer detailgetreuer – sogar die Lichtverhältnisse, der Schatten, entsteht. Oder die Bäume bewegen sich im Wind. Das Wasser vom See bewegt sich in Wellen.
„Zum Grundprogramm gibt es immer verschiedene neue Elemente zum Zukaufen. In den letzten Jahren haben sich die einzelnen Elemente auch immer detailgetreuer entwickelt. Das ist wichtig, denn sonst macht es auch nicht so viel Spaß. Ich baue manchmal mehrere Versionen gleichzeitig. Dann bin ich auch schon einmal mehrere Stunden beschäftigt“, so Allhusen.
Selbstverständlich gibt es neben den Eisenbahnen auch Autos, Gebäude und Menschen. „Mit den Sound-Dateien kann ich sogar Hundegebell oder Gespräche einbauen. Ich könnte beispielsweise unser Gespräch aufzeichnen und dies dann mit zwei Personen in dem Bild wiedergeben.“
Das geht natürlich nicht nur mit dem Thema Eisenbahnen, sondern auch mit Flugzeugen oder Schiffen. Für Allhusen, der bei der Stadt Bochum arbeitet, sind die Eisenbahnen per Mausklick ein liebenswertes Hobby. Auch beim Eisenbahnmuseum oder auf Modellbahnmärkten schaut er gerne vorbei. „Man verändert oft auch die Anlage. Während Christian Partes dann an seiner Anlage direkt etwas abreißen muss, mache ich das eben am Computer mit dem Mausklick“.
In der Detailtreue sieht Allhusen auch die Zukunft dieser Möglichkeiten. „Es wird immer wieder neue Modelle geben, die noch detailverliebter sind. Hier, der Blumenladen zum Beispiel, der hat ein Schild mit den Öffnungszeiten – alles Kleinigkeiten, die aber zum komplexen Bild im wahren Leben dazu gehören. Und so soll das auch am Computer aussehen.“ Modelleisenbahnsimulationen am PC - für Eisenbahnfans, die wenig Platz für die Modelle zum Anfassen haben oder einfach für Fans der virtuellen Welt eine faszinierende Möglichkeit.
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1 Kommentar
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 04.05.2017 | 20:39  
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