Empörung über Deutsche Bahn: Kontrolleur bringt junge Frau zum Weinen

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Die Deutsche Bahn steht wegen des Verhaltens einer ihrer Kontrolleure in München in der Kritik. (Foto: Lokalkompass / Marius Hasnik)
Der Journalist Michael Praetorius macht dieser Tage mit einer empörenden Geschichte von sich reden: Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn hatte in seiner Gegenwart eine junge chinesische Frau zum Weinen gebracht und ihren Pass eingezogen.

"Schäm dich, S-Bahn München - in Grund. und. Boden!" Das sind deutliche Worte, die der Journalist Michael Praetorius findet, nachdem er am Mittwoch in einer S-Bahn im Raum München Folgendes erlebte: Bei einer Fahrkartenkontrolle zeigt die neben ihm sitzende junge Frau, die offenbar zum ersten Mal in Deutschland ist und kein Wort deutsch spricht, ihren Fahrschein vor. Der ist leider nicht entwertet und somit formal ungültig, wie der Kontrolleur bemerkt. Ein Auge zudrücken will der Mann nicht, auch wenn klar ist, so Praetorius, dass die Frau aus Unwissen nicht abgestempelt hat. Als der Bahnbedienstete schließlich den Pass der Frau einzieht und ihr mit den Worten "Verstehen Sie P-o-l-i-z-e-i?" zusetzt, bricht diese in Tränen aus, Praetorius selbst schaltet sich ein, bietet Hilfe an und bezahlt schließlich die 60 Euro "Fahrpreisnacherhebung".

Für ein besseres Willkommen

Am gestrigen Tag trat die junge Frau eine Au-pair-Stelle in München an. Ihre Arbeitserlaubnis hatte bei dem Bahnmitarbeiter offenbar zu der Vermutung geführt, dass die Chinesin sich mit den Beförderungsbestimmungen der Deutschen Bahn auskennen müsse, so Praetorius. In seinem Bericht schildert der Journalist außerdem, dass der Kontrolleur keine Anstalten gemacht habe, mit der Betreffenden englisch zu sprechen. In einem viral gegangenen Video zeigt Praetorius jetzt, wie er seine Monatskarte verbrennt. "Das ist vielleicht doof und töricht und verändert nichts. Aber es erinnert mit daran, solange nicht mit der S-Bahn München zu fahren, bis ich eine öffentliche Stellungnahme der S-Bahn München lese."



Die Bahn hat mittlerweile Bedauern ausgedrückt und eine persönliche Entschuldigung angeboten. Michael Praetorius erhielt für sein solidarisches Handeln viel Zuspruch, sein Video wurde mehrere Tausend Mal geteilt.
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 27.05.2016 | 13:48  
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 27.05.2016 | 19:29  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 27.05.2016 | 21:35  
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 27.05.2016 | 23:40  
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Bernfried Obst aus Herne | 03.10.2016 | 10:29  
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