Tausche Lilie gegen Felberich: Pflanzentauschbörse lockte auch beim 42. Mal wieder Hobbygärtner an

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Heimische Pflanzen für den eigenen Garten und auch viele Tipps gab es bei der Pflanzentauschbörse, die am Samstag wieder im Lehrgarten am Haus der Natur stattfand.
 
Sylvia und Peter Haftstein waren nicht zum ersten Mal bei der Pflanzentauschbörse und sind auch diesmal wieder fündig geworden.

„Ich wollte eigentlich gar nichts mitnehmen“, erzählt Sylvia Haftstein. Doch jetzt halten sie und ihr Mann Peter je zwei Töpfe mit Pflanzen in den Händen. Der Traubenhyazinthe, der Lilie und dem Brandkraut werden sie in ihrem Kleingarten ein neues Heim geben.

Genau darum geht es bei der Pflanzentauschbörse, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Verbraucherzentrale am Samstag, 7. Oktober, zum 42. Mal im Lehrgarten am Haus der Natur an der Vinckestraße veranstalteten. Hobbygärtner können hier eigene Pflanzen mitbringen und gegen etwas Neues für ihren Garten eintauschen.
„Oh toll“, freut sich eine andere Besucherin, als sie zwischen den zur Auswahl stehenden Pflanzen lila Bartlilien entdeckt. Auch auf den blauen Storchenschnabel macht eine BUND-Vertreterin sie aufmerksam. „Ich gucke nach blauen und weißen Blumen“, erklärt die Gärtnerin, denn diese beiden Farben haben es ihr angetan.
Zum Tausch hat sie Felberich und Pfefferminz vorbeigebracht. „Die habe ich selbst mal hier bekommen.“ Nun möchte sie wiederum anderen Gärtnern einen Teil davon abgeben. Sie kommt regelmäßig zur Pflanzentauschbörse. „Das ist eine tolle Aktion“, ist sie von der Idee des Tauschens begeistert.

Seit 21 Jahren

Schon seit 21 Jahren gibt es die Börse in Herne. „Wir hatten aus anderen Städten davon gehört“, erinnert sich Hiltrud Buddemeier, Sprecherin des BUND Herne. „Wenn was im Garten wuchert, kann man es abstechen und mitbringen“, erklärt sie das Prinzip. Blumen und Stauden für Ziergärten stehen dabei im Mittelpunkt; manchmal sind auch Kräuter darunter.
Wichtig ist den Veranstaltern, dass es sich um heimische Pflanzen handelt, die nicht überzüchtet sind. „Denn der Bienenschutz hat bei uns einen hohen Stellenwert“, betont Buddemeier. Gefüllte Blumenarten seien für Bienen nicht nutzbar, da sie keinen Blütenstaub hätten. „Das ist eine ökologische Leiche, wenn eine Blume so gezüchtet ist, dass sie nur noch Farbe ist“, erklärt die BUND-Sprecherin.
Daher wirft sie einen kontrollierenden Blick auf alle Pflanzen, die die Besucher zum Tausch anbieten. „Wenn ich sehe, dass etwas nicht geht, tue ich es weg“, so Buddemeier. Diesmal war eine chinesische Pflanze mit giftigen Beeren dabei, die der Überprüfung der Fachfrau nicht Stand gehalten hat.

Mutterkraut, Glockenblume und rote Lichtnelke

Aufgereiht auf den Tischen im Lehrgarten finden sich an diesem Tag stattdessen unter anderem Mutterkraut, Glockenblumen und rote Lichtnelken, die auf neue Besitzer warten. Auch einige ausgediente Marmeladengläser mit Samen von Tagetes, Stockrosen, Lupinen und Mohn stehen bereit.
„Die Chance, dass die Pflanzen auch angehen, ist sehr hoch“, berichtet Besucher Peter Haftstein aus Erfahrung. Wenn man Blumen im Baumarkt oder Gartencenter kaufe, sei das seltener der Fall.
Er und seine Frau Sylvia haben ihren Garten in Wattenscheid seit fünf Jahren und nutzen bei ihren Besuchen der Herner Pflanzentauschbörse stets die Gelegenheit, etwas dazuzulernen. „Alle können hier Auskunft geben, und ich gehe immer schlauer, als ich gekommen bin“, sagt Sylvia Haftstein. „Bei uns gibt es viel Lehmboden und Staunässe. Da können wir hier von den Erfahrungen profitieren“, ergänzt ihr Mann.
Neben Traubenhyazinthe, Lilie und Brandkraut haben die Haftsteins sich diesmal entschieden, eine Pflanze mit langgliedrigen Blättern mitzunehmen, von der man auch beim BUND nicht genau weiß, was es für eine ist. „Ich werde im Frühjahr wiederkommen und berichten“, verspricht Sylvia Haftstein.
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