Seit 45 Jahren Beratung für Senioren

Zum 45-jährigen Bestehen der Seniorenberatung in Herne laden die Mitarbeiterinnen Cornelia Patz-Capelle (v.l.), Julia Heinemann, Ulrike Lange, Sabine Bonk, Karen Bonkhoff-Müller und Sigrun Fidora zu Aktionstagen ein.
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Zehn Menschen kamen in der Anfangszeit, nachdem vor 45 Jahren die erste Seniorenberatungsstelle gegründet wurde, im Durchschnitt täglich dorthin. Heute sind es ungefähr genauso viele Besucher pro Tag – allerdings gibt es schon seit Jahren fünf Beratungsstellen in Herne. Doch nicht nur der Zulauf hat sich seit 1971 geändert, auch das Angebot hat sich gewandelt.

„Während das Schlagwort heute ,Partizipation in den Quartieren' heißt, riet man früher, sich so früh wie möglich in einem Heim anzumelden, um die Selbstständigkeit zu erhalten“, weiß Cornelia Patz-Capelle, die seit 28 Jahren in der Seniorenberatung tätig ist. Allerdings habe es früher auch weniger Hilfsangebote, wie Essen auf Rädern und Hausnotrufdienste, die es Senioren ermöglichen sollen, lange in ihren Wohnungen zu bleiben, gegeben.
Auch das Freizeitangebot für Senioren hat sich geändert. „Ich selbst musste noch einen Filmvorführschein machen“, erinnert sich Patz-Capelle. Filme mit Heinz Rühmann habe sie damals gezeigt. „Damit kann man heute keine Senioren mehr hinter dem Ofen hervorlocken.“ Und statt Ausflügen und Altenclubs sind jetzt vor allem Computer-, Sprach- und Kreativkurse gefragt.

Über dem Landesdurchschnitt

Ursache für die Gründung der ersten Seniorenberatungsstelle war 1971 die Tatsache, dass es in Herne rund 15.000 Menschen gab, die älter als 60 Jahre waren. „Das waren 14,6 Prozent, und damit lag Herne mehr als zwei Prozent über dem Landesdurchschnitt“, so Patz-Capalle. Daraufhin habe der Rat der Stadt beschlossen, eine Informationsstelle zu schaffen. Diese wurde an der Mont-Cenis-Straße 32 eingerichtet.
1974 wurde eine zweite städtische Beratungsstelle in Wanne-Eickel eröffnet, bevor 1994 der Ausbau auf die heutige Zahl von fünf Einrichtungen folgte. Die drei weiteren Beratungsstellen wurden an das Diakonische Werk (Baukau), die Familien- und Krankenpflege (Horsthausen) und das Deutsche Rote Kreuz (Eickel) angebunden, wobei die Stadt sicherstellt, dass alle Einrichtungen die gleiche kostenlose und trägerunabhängige Qualität bieten. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund werden die Personalkosten auch in den nichtstädtischen Beratungsstellen von der Stadt getragen.
An der überdurchschnittlich hohen Zahl an Senioren, das heißt Menschen über 60 Jahren, in Herne hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts geändert. „Heute sind es 28,2 Prozent“, berichtet Patz-Capelle. Sie und ihre Angehörigen beraten die Sozialarbeiter der Einrichtungen jeweils vormittags zu allen Themen des Alters von der Pflege über die Schwerbehinderung bis zur Sozialhilfe.
„Ein großes Thema wird ab Januar das Pflegestärkungsgesetz II sein“, ist sich Patz-Capelle sicher, da es einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Gutachtensystem beinhaltet. Wer dazu Fragen hat, kann sich auch bereits jetzt an die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen wenden.

Aktionstage

Anlässlich des 45-jährigen Bestehens der Seniorenberatung veranstalten die fünf Einrichtungen im August jeweils mittwochs einen Aktionstag, um sich vorzustellen. Immer von 13 bis 16 Uhr informiert eine Beratungsstelle zu einem anderen Themenschwerpunkt. Die Themen lauten Quartiersarbeit (3. August, Seniorenberatungsstelle des DRK, Bergmannstraße 20), Schwerbehinderung (10. August, städtische Seniorenberatungsstelle, Schulstraße 16), Betreuung von Menschen mit Demenz (17. August, Seniorenberatungsstelle der Familien- und Krankenpflege, Gneisenaustraße 1), Pflege (24. August, städtische Seniorenberatungsstelle, Hauptstraße 360) sowie Patiententestament und Vorsorgeverfügung (31. August, Seniorenberatungsstelle der Diakonie, Bismarckstraße 98a).

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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