Mit Charme und Schläger

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In diesem Aufzug legt sich mit ihr keiner an. Doch keine Angst, Eva Völker ist ganz friedlich. Sie liebt nur einfach den Hockeysport und hat sich für unseren Fotografen ausnahmsweise mal als Torhüterin „verkleidet“. Und da gehört neben Schläger und Handschuh auch der Helm zur Ausrüstung. Alle Fotos: Detlef Erler
 
Sie lieben ihren Sport (v. li.): Anna und Clara Junggebauer, Eva Völker.
Herne: Hockey-Club |

Manchmal im Leben weiß man gar nicht so recht, wie einem geschieht. „Ich war an einem Mittwoch zum ersten Mal beim Training und stand dann schon am Sontag im ersten Spiel auf dem Feld“, verrät Eva Völker. Tja, beim Hockey-Club Herne fackelt man nicht lange.

Das war 2010 und seitdem ist die 25-jährige dem Sport treu. „Angeworben“ wurde sie von Anna Junggebauer (24), die schon seit 2003 den Schläger schwingt. „Hockey liebt man oder hasst man“, ist sich Anna sicher. Bei ihr überwog offenbar die Zuneigung. Denn nur ein halbes Jahr später hatte sie auch schon ihre Schwester Clara in den Club gelotst.

Die Kleinste steht im Tor

Und die zierliche 21-Jährige hat sich ausgerechnet die Position ausgesucht, die man ihr gar nicht zutrauen würde: Sie steht nämlich in der zehn bis 15 Kilo schweren Torhüterkluft, in der es natürlich auch noch schön warm ist, zwischen den Pfosten. „Es wollte damals niemand, also hab’ ich es mal versucht. Und dann bin ich nicht mehr rausgegangen“, erklärt sie ganz locker. Offenbar hat sie damit aber ihre sportliche Berufung gefunden. „Es gab schon Abwerbeversuche“, verrät Clara.

Doch was macht das Hockeyspiel für die drei Damen so besonders? „Es ist einfach ein ungaublich schnelles Mannschaftsspiel“, erklärt Anna Junggebauer. „Es ist anspruchsvoll, mann muss Verantwortung im Team übernehmen. So stärkt man zudem sein Sozialverhalten, entwickelt Reife.“ Puh, das ist ganz schön viel. Zudem „dauert es fünf Jahre, um die Grundtechniken wirklich zu beherrschen“, weiß Eva Völker. Und: „Wer die bessere Technik und Kondition hat, gewinnt.“ So einfach ist das.

Ein lustiger Haufen

Trotzdem sind die drei Damen sicher, dass sich der Versuch lohnt. „Jeder der geradeaus laufen kann und Interesse am Mannschaftssport hat“ ist willkommen, erklärt Eva Völker und verspricht: „Wir sind ein verrückter, lustiger Haufen“.
Wie so oft bei „kleinen“ Sportarten, hat der Verein damit zu kämpfen, genug Spieler zusammenzubekommen. „In der Halle ist es einfacher“, weiß Anna. Denn dort stehen nur sechs Akteure auf dem Feld, draußen sind es elf. Auch deshalb ist die Altersspanne im Damenteam sehr groß, von 17 bis 35, bei den Herren sogar bis 63. Zudem gibt es noch ein Knabenteam, ein Mädchen- sowie ein Miniteam. Daher freut man sich über jeden Neuzugang ab fünf Jahren.
Besonders nett: Man kann fast das ganze Jahr spielen.

Draußen spielen die Damen in der 1. Verbandsliga auf dem Kunstrasenplatz an der Forellstraße, in den kalten Monaten geht es in der Halle in der 2. Verbandsliga zur Sache. „Der Spaß am Spiel steht im Vordergrund, nicht unbedingt der Leistungsgedanke“, erklärt Eva Völker.

Besondere Momente

Dennoch bleiben einem besondere Momente natürlich im Gedächtnis. „Beim ersten Sieg hatte ich schon Tränen in den Augen“, gesteht Völker. Clara Junggebauer freut sich besonders, wenn man einen Siebenmeter hält. „Das gelingt nicht so oft“, erklärt sie.

Auch außerhalb des Platzes sei der Zusammenhalt groß, „es ist wie eine große Familie“. Eltern, denen es bei dem Gedanken graust, ihrem Sprössling den Hockeyschläger in die Hand zu geben, sei gesagt: die Verletzungsgefahr ist nicht größer als bei anderen Sportarten. „Das Spiel ist eigentlich nicht körperbetont“, macht Anna deutlich. Zudem ist man mit Handschuhen, Mundschutz und Schienbeinschonern bestens ausgestattet.

www.hcherne.de
www.deutscher-hockey-bund.de
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