Die verhängnisvolle Spirale... (Weltpolitik)

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Zugegeben, dies ist kein Thema, welches unmittelbar unsere Nachbarschaft, unsere Gemeinde oder unsere Region betrifft. Es betrifft auch nicht unser alltägliches Leben - und dennoch verfolgt in diesen Tagen fast jeder mit sehr gemischten Gefühlen und Sorgen die Nachrichten über die grausige Spirale von Provokation und Gegen-Provokation auf der koreanischen Halbinsel.

Saskia Lukassen, die Vorsitzende der Jusos Hünxe, recherchierte folgende Rede und sandte sie mir gedankenvoll zu. Hierfür bedanke ich mich bei ihr und möchte diese gerne an alle weitergeben.

Es ist eine Rede von Stephen Hawking, ein weltbekannter Physiker unserer Zeit, anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Prinzen von Asturien im Oktober 1989. Möglicherweise aktueller, denn je:

„In welchen die Wissenschaft berührenden Fragen wir die Öffentlichkeit in naher Zukunft Entscheidungen zu treffen haben?
Die bei weitem dringlichste ist die der Kernwaffen. Andere globale Probleme wie die Nahrungsversorgung oder die Treibhauseffekte entwickeln sich relativ langsam. Ein Atomkrieg könnte jedoch in wenigen Tagen alles menschliche Leben auf der Erde auslöschen. Die Ost-West-Entspannung, die wir dem Ende des Kalten Krieges verdanken, hat die Angst vor einem Atomkrieg aus dem öffentlichen Bewußtsein verbannt. Doch die Gefahr ist nach wie vor akut, solange es genügend Waffen gibt, um die gesamte Erdbevölkerung mehrfach umzubringen. In den ehemaligen Sowjetrepubliken und in den USA sind die Atomraketen noch immer auf alle größeren Städte der nördlichen Erdhalbkugel gerichtet. Ein Computerfehler oder eine Meuterei in einer kleinen Gruppe des Bedienungspersonals würde genügen, um einen Weltkrieg auszulösen. Noch bedenklicher ist, daß jetzt auch relativ kleine Staaten Kernwaffen erwerben. Die Großmächte haben sich einigermaßen vernünftig verhalten, aber in kleinere Mächte wie Libyen, den Irak oder auch Aserbaidschan kann man nicht zwangsläufig das gleiche Vertrauen setzen. Die Gefahr liegt weniger in den Waffen, die diese kleineren Mächte in naher Zukunft besitzen könnten – sie wären ziemlich primitiv, obwohl auch sie ein paar Millionen Menschen töten könnten. Die Gefahr liegt vielmehr darin, daß die Großmächte mit ihren riesigen Arsenalen in einen Krieg zwischen zwei kleineren Staaten hineingezogen werden könnten. Es kommt darauf an, daß die Öffentlichkeit sich die Gefahr bewußtmacht und alle Regierungen durch entsprechenden Druck zu einschneidenden Abrüstungsmaßnahmen zwingt. Wahrscheinlich ist es nicht ratsam, die Kernwaffen völlig abzuschaffen, aber wir können die Gefahr eingrenzen, indem wir ihre Zahl verringern. Wenn es uns gelingt, einen Atomkrieg zu vermeiden, bleiben noch andere Risiken, die uns alle vernichten könnten. Einem makabren Witz zufolge sind außerirdische Zivilisationen deshalb noch nicht bei uns aufgetaucht, weil Zivilisationen sich in der Regel selbst zerstören, wenn sie unser Entwicklungsniveau erreicht haben.
Ich habe genügen Vertrauen in die Vernunft der Menschheit, um daran zu glauben, daß wir dies widerlegen können.“
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Manfred Schuermann aus Essen-Ruhr | 03.04.2013 | 15:50  
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