Kicken mit Jungen und Mädchen in Afrika

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Barbara Müller (3. v. l.) und Anki, eine befreundete Freiwillige, mit einheimischen bei der Ovambo-Hochzeit. (Foto: privat)
 
"Gemischtes Fußball-Foto mit Barbara Müller (Foto: privat)

Den dritten Teil ihres Afrika-Aufenthaltes hat uns die Letmatherin Barabara Müller ein paar Tage vor ihrem Heimflug zugemailt.

"Auch wenn die Uhren hier in Namibia langsamer zu ticken scheinen, verging die Zeit an der St. Michaels primary school wie im Fluge. Rückblickend kann ich sagen, war es genauso, wie ich es mir erhofft hatte. Mir wurden viele Freiheiten gelassen, so dass ich sowohl vormittags im Mathematik- und Sportunterricht, als auch nachmittags mit verschiedenen Musikgruppen und den Fußballmädchen viele Erfahrungen sammeln und einen kleinen Beitrag zum Schulleben leisten konnte. Dabei habe ich mir allerdings nicht nur Freunde gemacht. So musste ich das eine oder andere Mal mit den Beschwerden der Jungen leben, wenn die Mädchen sie am Wochenende wieder einmal vom Fußballplatz verbannt hatten. Zum Abschluss meiner Zeit auf St. Michaels haben wir schließlich einen Musiknachmittag organisiert, bei dem zunächst das Musical "Joseph" gezeigt wurde, und anschließend alle Gruppen (Blockflöten-, Gesangs- und Rhythmusgruppen) eine kleine Performance auf die Bühne gebracht haben.

Traditionelle Ovambo-Hochzeit

Zum Ferienbeginn Mitte August habe ich die Schule gemeinsam mit den Schülern wieder verlassen und bin zunächst zurück nach Döbra gefahren, um von dort aus die weiteren Reiseziele in Angriff zu nehmen. Einige Tage später ging es hoch in den Norden Namibias nach Okatana (nahe Oshakati) zur Hochzeit eines Lehrers. Die wohl einmalige Chance, eine traditionelle Ovambo-Hochzeit mitzuerleben wollte ich mir nicht entgehen lassen. Allein um das Leben dort oben im „tiefsten Afrika“ zu sehen, hat sich die Reise schon gelohnt. Das ist Afrika, wie man es sich vorstellt: Tiere auf den Straßen, etwas abseits der Stadt traditionelle Hütten ohne Wasser und Strom, Herden, die ihren Weg zu den Wasserlöchern suchen. Die zwei Tage dauernde Hochzeit hat die Reise schließlich perfekt gemacht: traditionelle Kleidung, Gesänge und Tänze. Glücklicherweise hatte ich einige einheimische Freunde an meiner Seite, die mir immer wieder erläutert haben, welche Bedeutung die einzelnen Bräuche haben.

Auf einer Missionsstation

Derzeit befinde ich mich nun an der dritten und somit letzten von der Namibiahilfe Letmathe unterstützten Missionsstation. Die Missionsstation Epukiro befindet sich im Osten Namibias, etwa 90km nördlich von Gobabis. Zugegebenermaßen habe ich mich nach der „luxuriösen“ Zeit auf St. Michaels zunächst etwas verloren in Epukiro gefühlt. Zuvor war ich von der einen oder anderen Seite bereits darauf hingewiesen worden, dass diese Schule noch einmal etwas „anderes“ ist, da hier in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht viel passiert ist. Dennoch war es mir ein persönliches Anliegen auch diese Station einmal mit eigenen Augen zu sehen. Erstaunlich ist, wie schnell man sich an neue Begebenheiten gewöhnt: so ist der Anblick dieser doch bedeutend ärmeren Umstände nach einigen Tagen gar nicht mehr so erschreckend. Die Offenheit und Zufriedenheit der Kinder tut ihr Übriges, um mir auch hier in Epukiro einige schöne Tage zu bescheren.

Bleibende Eindrücke und Erfahrungen

In der kommenden Woche heißt es dann bereits Abschied nehmen von Namibia. Dann geht es für eine Woche auf Verwandtschaftsbesuch nach Pretoria in Südafrika, bevor der Flieger mich zurück in die Heimat bringt. Mit im Gepäck eine unvergessliche Zeit mit vielen bleibenden Eindrücken und Erfahrungen."
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