Hoher Besuch: Ex-Staatschef Afghanistans Hamid Karzai in Iserlohn und Hemer

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Mit großem Gefolge reiste Hamid Karzai, ehemaliger Staatspräsident Afghanistans, am Montag in Iserlohn und Hemer an. Karzai ist Hauptredner beim Campus Symposium am 22. und 23. September 2016 und informierte sich im Rahmen seines Deutschlandbesuchs über die Veranstaltung.

„Ich bin begeistert von der Idee und dem außergewöhnlichen Engagement junger Menschen, die die Welt mit ihrem Wissen und ihrem Einsatz verändern wollen“, sagte Karzai bei einem Pressegespräch im Sauerlandpark in Hemer.
Karzai zog eine Bilanz der Entwicklung Afghanistans seit 2002 und machte deutlich, dass sich vor Ort viel verändert habe. Einer der großen Erfolge des Demokratisierungsprozesses sei die Pressefreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung. Habe es zuvor nur einen, von der Regierung reglementierten, Fernsehkanal gegeben, gebe es heute 34 private Fernsehsender - „sowohl lokale als auch einige international sehr erfolgreiche.“
1989 bis 2002 sei eine sehr schwierige Phase für das Land gewesen, erzählte Karzai, aber auch danach sei es „nicht einfach gewesen.“ Doch „das war für uns nichts Außergewöhnliches, sondern Teil des täglichen Lebens und Routine. Wir hatten auch sehr glückliche Momente.“ Dazu gehörte neben der zunehmenden Pressefreiheit unter anderem auch die Öffnung von Schulen für Mädchen. „Afghanistan wurde ein Zuhause für alle Afghanen“, erklärte Karzai und verwies in diesem Zusammenhang auf die guten Beziehungen zu Deutschland. Diese hätten sich besonders in den letzten 14 Jahren manifestiert und durch finanzielle und militärische Unterstützung zu besseren Lebensbedingungen in Afghanistan geführt. „Wir sind sehr dankbar für das, was wir mit der Hilfe Deutschlands erreicht haben.“

Terrorismus: "Es gibt keine militärische Lösung"

Ein großes Problem sei nach wie vor der Terrorismus. „Zu viele sind gestorben, zu viele haben gelitten“, sagte Karzai und verwies auf den jüngsten Anschlag zwei Tage zuvor im Osten des Landes. „Unser Leiden geht weiter“, so der ehemalige Staatspräsident. „Es gibt keine militärische Lösung. Wir müssen die Vergangenheit reflektieren: Wie hat es angefangen? Wer hat es fortgesetzt? Wir müssen gegen die Wurzeln vorgehen“ sagte Karzai und machte unmissverständlich klar: „Das betrifft die ganze internationale Gemeinschaft.“
Nach dem Besuch in Hemer, wo Karzai sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug, stand ein Zusammentreffen mit Politikern und Unternehmern aus ganz Südwestfalen im Iserlohner Hotel Campus Garden auf dem Programm. „Wir sind stolz, diese Gespräche initiieren zu können und würden uns freuen, wenn sie im kommenden Jahr auch beim Campus Symposium fortgesetzt werden“, sagte Matthias Thelen, Geschäftsführer des Campus Symposiums.
Karzai machte deutlich, dass deutsche Unternehmen für Afghanistan extrem wichtig seien. „Und wir können etwas zurückgeben.“ Deutsche Unternehmen sollten keine Angst haben, nach Afghanistan zu kommen und zu investieren - „alle, die bisher gekommen sind, sind sehr erfolgreich.“

Standort für Campus Symposium noch unklar

Wo das Campus Symposium im nächsten Jahr stattfindet, ist noch nicht entschieden. „Wir haben erste Gespräche mit der Stadt Iserlohn und dem Sauerlandpark in Hemer geführt. Beide Kommunen haben uns ihrer Unterstützung versichert, um unser studentisches Projekt nach Kräften zu unterstützen“ erklärte Thelen. In den kommenden Wochen werden diese Gespräche fortgesetzt. „Eins ist jedoch sicher: Das Campus Symposium wird in der Region bleiben.“
Vor rund zwei Wochen hatte das Campus Symposium bekannt gegeben, die Veranstaltung zukünftig nicht mehr auf dem Campus Seilersee an der BiTS stattfinden zu lassen (der STADTSPIEGEL berichtete). „Wir freuen uns bereits jetzt auf die Ereignisse der kommenden Wochen und Monate und werden nun beginnen, die weiteren Grundlagen für eine spannende Veranstaltung im kommenden Jahr zu legen“, sagt Malin Schlömer, die Projektleiterin des Campus Symposiums. Mit Hamid Karzai ist es gelungen, schon jetzt einen ganz besonderen Gast zu gewinnen.
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