Heißer Tanz auf dem Hemberg blieb ohne Sieger

Anzeige

1. Bundesliga, 2. Spiel: ERG Iserlohn – IGR Remscheid 5:5 (3:2)


(ERGI) „Die Möglichkeiten, zu gewinnen, waren am Ende da. Wir hätten aber auch ebenso gut verlieren können!“, analysierte ERGI-Trainer Quim Puigvert - und hatte dabei alleine die letzten acht Minuten der Begegnung im Blick. Die waren nach seiner Aussage „ein reines Spektakel“, wenngleich die Hektik in dieser Phase keineswegs durch die Spieler verursacht wurde. „Das Ergebnis ist für alle gut“, zog Puigvert schließlich einen Schlussstrich, meinte aber noch: „Wir wissen jetzt, dass es nur mit hundertprozentiger Konzentration geht. Daran müssen wir noch arbeiten. Aber ich bleibe auch dabei: Unsere Saison beginnt erst am 9. November in Reus.“

Zum Beginn der Partie war davon noch nichts zu erahnen, denn die Iserlohner drückten der Partie sofort ihren Stempel auf, während die IGR so gar nicht in Tritt fand. So hatten Kai Milewski (2./8.) und Sergio Pereira (7.) im Grunde schon für klare Verhältnisse gesorgt, zumal die Gastgeber durch Sergio Pereira (1./6.), Jorge Fonseca (2./12.), Kai Milewski (3.) und Andre Costa (11.) noch ein gutes halbes Dutzend weiterer Hochkaräter „liegen“ gelassen hatten, während Remscheid noch keinen einzigen Schuss abgeben hatte.
Etwas überraschend fiel dann auch das 1:3 durch Fabian Selbach, als die ERG-Abwehr erstmals nicht ganz auf der Höhe war (14.). Es war der Weckruf für die Bergischen, die fortan wie verwandelt wirkten und gleich drei Gänge höher schalteten. Nachdem Yannick Peinke drei vergebliche Anläufe unternommen hatte, bei denen er an Patrick Glowka und dem Querbalken gescheitert war, stellte der IGR-Torjäger aus dem Ge-wühl verdienter Maßen den Anschluss wieder her (22.).
Kurz danach war auf beiden Seiten das jeweils 10. Teamfoul zu verbuchen, doch weder Jorge Fonseca (24.), noch Luis Hages (26.) schlugen daraus Kapital. Wie man einen Direkten verwandelte zelebrierte schließlich Andre Costa, nachdem sich Yannick Peinke seine erste blaue Karte eingehandelt hatte (28.), so dass die Iserlohner wieder auf der sicheren Siegerstraße schienen. Daran änderte auch die „Blaue“ von Jorge Fonseca nichts, da auch Patrick Nikolajko vom Punkt aus scheiterte (34.). Iserlohn kontrollierte nun das Geschehen, vermochte es gegen eine kompakte IGR-Defensive aber nicht, den entscheidenden Schlag zu setzen.
Dann kam die 41. Minute: Die ERGI kassierte Teamfoul Nr. 15, Yannick Peinke legte sich die Kugel zurecht und erneut war ERG-Schlussmann Patrick Glowka nervenstärker. Aber der Direkte musste nach Ansicht der Schiedsrichter wiederholt werden, nun war Yannick Peinke erfolgreich. Dann aber überschlugen sich die Ereignisse, denn der Iserlohner Torwart sah nun ebenso „Blau“ wie der sich über diese Karte echauffierende Carlos Nunez, was Remscheid eine doppelte Überzahl einbrachte. Die Kugel rollte aber nur wenige Sekunden, denn bei einem verunglückten Befreiungsschlag traf Sergio Pereira den Iserlohner Hallensprecher an der Schläfe, woraufhin die Partie für gut zehn Minuten unterbrochen werden musste. Während dieser Unterbrechung erhielt Carlos Nunez plötzlich die rote Karte.
Gut eine Minute lang verteidigte die ERGI ihren Vorsprung noch, dann glich Fabian Selbach zum 4:4 aus. Nun hieß es aus Iserlohner Sicht immerhin nur noch 3 gegen 4, dieses aber theoretisch noch für sechs lange Minuten. Aber die Hausherren standen gut in der Abwehr, erst ein Foul von Jorge Fonseca an Fabian Selbach gab Patrick Nikolajko per Penalty die Chancen zum 5:4-Führungstreffer (44.). Wenige Sekunden später hätte der Remscheider Routinier gar weiter erhöhen können, doch bei seinem Schuss stand ihm der Pfosten im Weg.
Die Iserlohner – nun wieder in voller Besetzung – gaben die Partie indes längst noch nicht verloren und antworteten mit wütenden Angriffen, bei denen sich die Gäste teils kaum aus der Umklammerung befreien konnten. So wusste sich auch Yannick Peinke nur mit einem Foul zu wehren, Sergio Pereira verpasste vom Punkt aber die Chance zum Ausgleich (45.). Als die IGR die folgende Unterzahlphase fast schon überstanden wähnte, schlug schließlich Kai Milewski noch zu – 5:5 (47.).
Nun war das Momentum wieder auf Iserlohner Seite, doch Sergio Pereira (48.) und Kai Mileski (49.) scheiterten am Querbalken. Zehn Sekunden bot sich die letzte und größte Chance für die Sauerländer, die Partie doch noch zu gewinnen, doch Andre Costa konnte den Direkten nach dem 15. Remscheider Teamfoul dieses Mal nicht am inzwischen überragenden Matthias Mattusch vorbei bringen, so dass es letztlich beim 5:5 blieb, mit dem beide Seiten sicherlich zufrieden sein können.
ERG Iserlohn: P. Glowka (ab 41. L. Kost); C. Nunez, A. Costa (1), K. Milewski (3), S. Glowka, C. Hegener, J. Fonseca, S. Pereira (1), T. Henke. – IGR Remscheid: M. Mattusch, M. Kreidewolf; P. Nikolajko (1), F. Selbach (2), R. Selbach, M. Wiegershaus, Y. Brockmann, J. Henckels, L. Hages, Y. Peinke (2). – Schiedsrichter: D. Loewe / P. Thissen.
Torfolge: 1:0 (2.) K. Milewski, 2:0 (7.) S. Pereira, 3:0 (8.) K. Milewski, 3:1 (14.) F. Selbach, 3:2 (22.) Y. Peinke, 4:2 (28./Direkter) A. Costa, 4:3 (41./Direkter) Y. Peinke, 4:4 (42./Überzahl) F. Selbach, 4:5 (44./Penalty bei Überzahl) P. Nikolajko, 5:5 (47./Überzahl) K. Milewski. – Zeitstrafen: Iserlohn 6 min (J. Fonseca/34. - P. Glowka/41. - C. Nunez/41.) – Remscheid 4 min (Y. Peinke/28. & 45.) – Rote Karte: C. Nunez (41.) – Teamfouls: Iserlohn 18 - Remscheid 15
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.