Eine Grundschule für jedes Kind.

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Die Schülerin Josie, die mit einem Beinbruch im Rollstuhl sitzt, kann nicht nur am Unterricht, sondern auch am ganz normalen Tag teilnehmen – hier mit dem Blindenstock.
 
Tandem-Pilot Werner Decker gehörte zu den vier ADFC-PIloten, die die 178 Grundschulkinder eine große Runde mit den Tandem fuhren, wobei die Kinder die Augen verbunden hatten.

In der Erich-Kästner-Schule ist Gemeinschaft kein Fremdwort.

Langenfeld . Helm aufsetzen, Helmgurt festziehen, dann rauf aufs Tandem – auf den Soziussitz, Füße auf die kleinen Fußpodeste stellen (größere Kinder treten die hinteren Pedale mit), mit beiden Händen gut am Lenker festhalten, und zum Schluss heißt es, die Augenbinde über die Augen, um Blindheit zu simulieren. Und schon geht es los.

Vier Tandempiloten des ADFC (Jo Ruppel, Günther Kraus, Jürgen Reichert und Werner Decker), die zum Team der Eli-sabeth & Bernhard Weik-Stiftung für den „ganz normalen Tag“ in den Grundschulen gehören, fahren nacheinander die 178 Kinder der Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule eine große Runde. Die Kinder sollen spüren, wie es ist, als „Blinder“ auf dem Tandem mitzufahren. „Wenn es in die Kurve geht, ist das schon ein seltsames Gefühl“, meinten übereinstimmend zwei Schüler. Und Schulleiterin Liane Neuhaus, die das Tandem-Fahren auch probierte, sagt: „Es ist schwierig, loszulassen, meist kam mir das Fahren schneller vor, als es wirklich war. Beim „blinden“ Mitfahren hat man aber ein tolles Gefühl, auch weil man sich auch auf den Tandem-Piloten voll verlassen muss.“

Freitag, der 13. Mai war für die Schüler, das Lehrerkollegium, die zahlreichen helfenden Eltern und das Team der Weik-Stiftung ein Glückstag. Schließlich schien die Sonne bald so warm, dass die Kinder in den T-Shirts der Weik-Stiftung herumlaufen konnten. Zu Beginn erklang das Lied vom Anderssein („Ich bin anders als du“), in dem zum Ausdruck kommt, dass es normal ist, verschieden zu sein.

„Sich in Menschen mit einem Handicap hineinzuversetzen, spüren wie das ist, mit Beeinträchtigungen leben zu müssen, dafür sollen die Kinder sensibilisiert werden“, erklärt Bernhard Weik, Stifter der E & B Weik-Stiftung und Initiator des „ganz normalen Tages“ in den Grundschulen. „Ihr seid super vorbereitet, vor allem auch mit dem Rap“, sagte Schulleiterin Neuhaus zur Begrüßung. Die Liedverse wurden von jeder Klasse mit einem Text des Rap unterbrochen, etwa so wie die 2a: „Wir sind die 2. Klasse, Klasse 2a! Sind wir auch immer füreinander da?...Ob groß, ob klein, ob blond oder schwarz, wir sind alle klasse, normal oder was?“

Peter Mecklenbeck, federführend im Team der Weik-Stiftung für den ganz normalen Tag, sagte: „Für uns wird am Ende des Tages alles ganz normal sein, aber wir wissen dann, wie es ist, wenn etwas nicht normal ist.“

Die Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung stattet Grundschulkinder, Lehrer-Kollegium und Helfer mit cSc-T-Shirts aus und spendet an den Förderverein der Schule pro Schulkind 5,00 Euro. Die Stadtwerke Langenfeld sind immer mit einem Wasserspender dabei, denn die vielen Übungen machen durstig. Für Vitamine bzw. den kleinen Hunger zwischendurch sorgt Marktbeschicker Siegfried Schultk aus Langenfeld-Berghausen mit Früchten und Gemüse. Ein Vater spendete für die zahlreichen Helfer türkische Pizza.

„Seit 2014 ist unsere Schule eine Schule des gemeinsamen Lernens auch für Kinder mit son-derpädagogischem Unterstützungsbedarf“, berichtet Liane Neuhaus. Jedem Kind solle ja die Möglichkeit geboten werden, an einer Regelschule zu lernen. In der Erich-Kästner-Schule gebe es Unterstützung für Kinder mit emotionalem und sozialem Förderbedarf, für Unterstützung beim Lernen und der Sprachförderung.

„19 Seiteneinsteiger sitzen im Regelunterricht und profitieren von unserem intensiven Sprachförderprogramm, darunter zahlreiche Kinder mit polnischer Muttersprache.“ Die Schule möchte als nächstes den Musikraum in einen modernen Sprachenraum umwandeln, wo z.B. die Sprachförderung durch neue Medien unterstützt werde.

Seit zwei Jahren arbeite das Kollegium an der Aufgabe: „Wie kann man jedes Kind mit unter-schiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen unterstützen, dabei eine Gemeinschaft werden lassen und dafür sorgen, dass es in der Klassengemeinschaft akzeptiert wird.“ Wichtig sei für Neuhaus, dass die Eltern mit eingebunden würden und ihre Kinder bei der schulischen Entwicklung unterstützen.
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