Tricks aus dem Berufsalltag

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Bei den Maltesern lernten die Mädchen Erste Hilfe. Foto: de Clerque
 
Petra Kaufmann vermittelte beim Boys Day Wissen rund um die Pflege in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der LVR-Klinik Langenfeld. Foto: Dabitsch

Ananassaft als Medizin? Dass der Fruchtsaft entsprechende Wirkung hat, diese Erkenntnis hat Marlon (14) vom Konrad-Adenauer-Gymnasium beim Boys Day in der LVR-Klinik besonders überrascht.

Marlon war einer von acht Jungs im Alter zwischen 13 und 15, die sich am Donnerstag die Gesundheits- und Krankenpflegeschule ansahen und erste Unterweisungen rund um die Pflege erhielten. Der Girls bzw. Boys Day dient dazu, Mädchen bzw. Jungen Einblicke in Berufe zu geben, in denen ihr Geschlecht unterrepräsentiert ist. "Das ist in der Pflege immer noch der Fall", sagte Petra Kaufmann, Lehrerin für Pflege, die an diesem Tag mächtig Werbung für den Beruf des Pflegers machte. "Das ist eine krisensichere Branche, das Gesundheitswesen expandiert." Das würden auch mehr und mehr Männer erkennen, so dass die Zahl an männlichen Pflegeschülern stetig steige. Allerdings nicht nach dem Boys Day: Von den acht Jugendlichen konnte sich keiner vorstellen, den Beruf des Krankenpflegers zu erlernen. Das lag aber keineswegs an den Ausführungen von Petra Kaufmann, sondern vielmehr an der Nähe zu den Patienten, die in der Pflege unweigerlicher Bestandteil der Arbeit ist. "Das ist nichts für mich", stellte der 13-jährige Marko fest.
Petra Kaufmann ließ sich davon nicht beirren und vermittelte voller Begeisterung kleine Tricks aus der Pflege: Etwa, wie man mit einem Betttuch als Hilfsmittel schonend Patienten umlagern kann, oder, wie wichtig Hygiene in der Pflege ist. Mit zwei Waschlappen führte die Lehrerin den Jungen die "basale Stimulation" vor. Dabei geht es darum, über die Haut mit Patienten zu kommunizieren, die beispielsweise im Koma liegen. Auch wenn es, was die Berufswahl angeht, nicht "ihr Ding" war, so hörten die Jungen doch interessiert zu.
Zuvor hatte Petra Kaufmann die Schüler damit überrascht, wie gesund einige Lebensmittel sind. So enthalte Ananassaft das Enzym Bromelain, das Nierensteinen vorbeugt, Knochenschmerzen lindert, beim Einschlafen hilft und sich günstig bei Diabetes auswirkt. Die zentrale Aussage: "Die Ernährung ist wichtiger als man glaubt."


Girls Day bei den Maltesern


Die Malteser hatten Schülerinnen zum Girls Day geladen. 18 Mädchen zwischen elf und 16 Jahren informierten sich über die Berufe und Ausbildungen im Sanitäts- und Rettungsdienst. Auch das ehrenamtliche Mitwirken und die Möglichkeiten des Freiwilligen Sozialen Jahres bzw. des Bundesfreiwilligendienstes bei dem Verband wurden vorgestellt. In theoretischen Vorträgen vermittelten die Malteser die Hintergründe des Herzinfarktes oder des Schlaganfalls. In praktischen Übungen wie zum Beispiel der Herz-Lungen-Wiederbelebung oder dem Ruhigstellen von Patienten mit Wirbelsäulenverletzung wurden typische Maßnahmen der Ersten Hilfe und des Rettungsdienstes gezeigt und auch von den Teilnehmerinnen ausprobiert. Damit die Mädchen auch für das Leben nach dem Girls Day etwas Nützliches mitnehmen konnten, lernten sie auch Verbände und Pflaster richtig anzuwenden. Eine Besichtigung und der Umgang mit dem Material eines Rettungswagens stand für die Teilnehmerinnen ebenfalls auf dem Programm. "Dass wir mit diesem Angebot genau richtig liegen, zeigt die hohe Anzahl von Anmeldungen zu unseren Girls-Day- Veranstaltungen", resümierte Malteser-Dienststellenleiter Christian Nitz. "Der Girls Day ist für uns eine wertvolle Plattform, um die Berufe und Möglichkeiten bei uns hier in Langenfeld schon früh bekannt zu machen." Inga Leicher (von links), Patrick Schaper (Rettungshelfer), Kristina Peters und Maya Kaiser bei der Ersten Hilfe. Foto: de Clerque Petra Kaufmann vermittelte beim Boys Day Wissen rund um die Pflege in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der LVR-Klinik Langenfeld. Foto: Dabitsch
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