SPD-Fraktion fordert neuen Verteilungsschlüssel an Lüner Schulen

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Verteilungsschlüssel für GoIn- und GL-Kinder neu erarbeiten

Die SPD-Fraktion stellt für die kommende Ausschusssitzung Bildung und Sport
am 05.04.2017 folgenden Antrag :

Der Ausschuss für Bildung und Sport fordert die Verwaltung auf, für Schülerinnen und Schüler im „Gemeinsamen Lernen“ (GL) und für Schülerinnen und Schüler, die nicht in Deutschland geboren wurden (GoIn-Kinder) Vorschläge zu erarbeiten, wie diese Kinder in den Lüner Grundschulen gleichmäßiger verteilt werden können.

Die folgende Übersicht beruht auf Zahlen des aktuellen, im November 2016 verabschiedeten Schulentwicklungsplans. Gewählt wurden jeweils die aktuellsten Zahlen - siehe Tabelle.

Begründung:
Die Zahlen belegen große Unterschiede in der Zusammensetzung der Schülerschaft – unter anderem zwischen katholischen Schulen und Gemeinschaftsschulen. Sie beziehen sich auf die Anzahl der GL-Kinder, der GoIn-Kinder und der Familien, in denen die Verkehrssprache nicht Deutsch ist.

Die pädagogische Arbeit mit GL- und GoIn-Kindern ist erheblich aufwändiger, weil noch stärker als im Regelfall individuell unterrichtet werden muss. Gemeinsames Lernen umfasst zurzeit hauptsächlich folgende Förderschwerpunkte: Sprache, Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung. Hier sind jeweils sehr verschiedene Voraussetzungen bei der Planung und Durchführung des Unterrichts zu berücksichtigen.

Gleiches gilt für GoIn-Kinder, die zum einen aus verschiedenen Ländern kommen und zum anderen teilweise noch nicht die Schriftsprache beherrschen. Eine gemeinsame Kommunikation in deutscher Sprache erweist sich als schwierig bzw. zunächst unmöglich. Der Spracherwerb dieser Kinder muss von den individuellen Fähigkeiten ausgehen, was auch individuelle Betreuung heißt.

Die Integration von benachteiligten oder geflüchteten Kindern ist eine der wichtigsten Aufgaben von Schulen. Diese Aufgabe darf nicht vernachlässigt werden, wenn alle Kinder die gleichen Chancen erhalten sollen, am demokratischen und wirtschaftlichen System der BRD teilzuhaben. Heterogene Lerngruppen tragen dazu bei, dass Kinder voneinander lernen. Das gilt insbesondere für den Spracherwerb.

Die großen Unterschiede in der Tabelle sind nicht akzeptabel. Es besteht darüber hinaus die Gefahr, dass sie sich dauerhaft stabilisieren, weil hohe Zahlen an GoIn- und GL-Kindern bei der Schulwahl als Standortnachteil gewertet werden. Anzustreben ist eine gleichmäßigere Verteilung.

Siegfried Störmer
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Werner Tischer aus Lünen | 25.03.2017 | 21:57  
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