Der Publikumspreis des Kunststern 2017 geht an Klaus Busch für das Bild Helden am Abend

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Helden am Abend (Foto: Klaus Busch)
 

Was machen Helden nach Feierabend? Und was, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Schon unmittelbar nach Bekanntgabe des Themas "Helden" für den Marler Kunststern 2017 hatte Klaus Busch die Idee zu diesem Bild. Es soll vor allem eines zeigen: Vielleicht sind Helden manchmal einfach Menschen wie du und ich - vielleicht sind aber auch Menschen wie du und ich einfach manchmal Helden. Es ist  fünfte Bild seiner  Serie "Narrenspiegel". Passenderweise an seinen  Geburtstag (und somit sicher die größte Geburtstagsüberraschung) hat ihn  aus Marl die Nachricht erreicht, dass er  mit dem Bild “Helden am Abend”  vom Publikum zum diesjährigen Preisträger des Marler Kunststerns 2017 gekürt worden ist. 

Klaus Busch über sich 

 Vor etwa 10 Jahren habe ich die Zeichnung mit Pastellkreiden für mich entdeckt. Sie steht heute im Mittelpunkt meiner bildnerischen Tätigkeit. Ich verwende sie recht ungewöhnlich und „unakademisch“. Gerne arbeite ich aber auch noch immer mit Tusche un Aquarell, da die fließenden Übergänge dieser Techniken meine künstlerische Intention unterstützen. Zu dem fertigt er Druckgrafiken und Buchillustrationen.
 Im Schwerpunkt arbeitet er gerade an einer Serie "Narrenspiegel". Diese soll eine Reihe von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats enthalten, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte. Die beiden eingereichten Werke gehören zu dieser Serie. Beschreibung der eigenen Kunst: Hier lasse ich gerne andere sprechen.„Bilder von Klaus Busch sind Einladungen zu Spaziergängen mit den Augen. Dabei vergisst der Betrachter schnell, dass er eine Fläche vor sich hat, denn die Herausarbeitung der plastischen Qualitäten der Dinge und ihre Einsetzung in den perspektivisch geordneten Raum sind zwei wesentliche gestalterische Mittel, die Klaus Busch anwendet, um seine Phantasiewelt zu inszenieren.Die Bilder durchzieht eine Melancholie, doch nicht ohne Zuversicht. Bekannte und gewohnte Motive sind versetzt mit unwirklichen, aber diese sind so gezeichnet, als ob sie wirklich und zu greifen wären und sich im erlebbaren Raum niedergelassen hätten. In dieser eigentümlichen Welt wird die Zeit sichtbar, weil alles Zeit braucht und erlebt werden muss, und weil man auch zum Anschauen Zeit braucht, um in die Fülle einzudringen.“(Peter Glotz)

Der Clown hat den Blues

Das ist das zweite Bild von ihm das die Jury für den Kunststern 2017 ausgesucht hat. Der Clown hat den Blues ist dritte Bild der Serie "Narrenspiegel". Der Titel zitiert aus einem Lied von Wolf Maahn. Nicht Zuhören, nicht Reflektieren, sondern Plattitüden aufschnappen und hirnlos herausbrüllen gehört zu unserer post-faktischen Zeit. Was aber Farbe in unsere Welt bringt, ist das Zuwenden zu Anderem und Unbekanntem, die Neugierde auf das Kennenlernen. Deshalb ist der Clown im Zentrum (eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Oleg Popov) , der die Kinder um sich versammelt, der stille Held. Er steht im Kontrast zu den bewusst farblosen, alltags grauen Mit"menschen" mit den entlarvenden Fahnen, die sie tragen. Dass deren Menschenverachtung immer weiter um sich greift, lässt den Clown traurig zurück. Ein Gefühl, das vielen Deutschen, Europäern und etwas mehr als der Hälfte der US-Amerikaner vertraut sein dürfte.

Klaus Busch

Geboren am 25.11.1965 in Limburg/Lahn. Aufgewachsen in Wetzlar (Hessen). Städtebaustudium in Oldenburg (Oldb.). Da eine Familie zu ernähren ist als Stadtplaner in Teilzeit auch tätig. Ansonsten professioneller Teilzeit-Künstler und Lehrbeauftragter an der Hochschule Deggendorf. Seit 1994 wohnhaft in Deggendorf (Bayern), verheiratet, Vater von drei Söhnen.

AUSGEZEICHNET MIT DEM PUBLIKUMSPREIS
DES MARLER KUNSTSTERN 2017!


Bereits im letzten Jahr durfte er  mit den Bildern "Größenwahn", "Patrona Bavariae" und "Turmbau zu Babel" am Marler Kunststern, damals unter dem Thema "Größenwahn", teilnehmen.

Der Marler Kunststern

Erstmalig 2008 fand mit dem Marler Kunststern ein neues kulturelles Großereignis im nördlichen Ruhrgebiet statt, welches durch seine Vielfalt überregionale Aufmerksamkeit auf sich zog und sich mittlerweile zu einer der größten interdisziplinären Ausstellung der freien Kunstszene Deutschlands entwickelt hat. Die Jury bestand dieses Jahr aus Dr. Gabriele Uelsberg (Direktorin des Rheinischen Landesmuseums Bonn), Linda Schmitz (Kunsthistorikerin) und Christian Paulsen (Vorstandsvorsitzender des Vereins für zeitgenössische Kunst, Kultur und Wissenschaft, Essen).
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