Marl: Kosten-Nutzen-Analyse bei Flüchtlingen verbietet sich

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Deutschland ist längst ein Einwanderungsland und profitiert davon seit Jahren. Da unsere Bevölkerung immer älter wird und schrumpft, sind wir auf qualifizierte Menschen aus dem Ausland angewiesen und sichern damit Wachstum und Wohlstand.

DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg (Deutscher Städte- und Gemeindebund) hat in einem Interview gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (Ausgabe vom 30. Dezember 2014) die These von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, wonach Zuwanderer mehr kosten als nutzen, als nicht haltbar zurückgewiesen. Dieses sei realitätsfern. Eine Kosten-Nutzen-Analyse verbiete sich bereits, da diese Personen aus humanitären Gründen aufgenommen werden. Landsberg forderte mehr Aufklärung in der Flüchtlingspolitik, um die Diskussion sachlich zu halten und Proteste vor Ort – die bislang noch die Ausnahme darstellen – zu vermeiden.

Die These von Ifo-Präsident Sinn, wonach Zuwanderer mehr kosten als nutzen, ist so nicht haltbar, weil sie der gesellschaftlichen Realität nicht gerecht wird. Viele Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsgebieten sind gut qualifiziert und finden häufig schnell eine Arbeit. Deshalb fordert z. B. das deutsche Handwerk, mehr junge Flüchtlinge als Lehrlinge einzustellen. Da dieser Personenkreis im Übrigen aus humanitären Gründen aufgenommen wird, verbietet sich ohnehin eine Kosten-/Nutzenanalyse. Sobald ausländische Arbeitnehmer als Nicht-EU-Bürger zum Zwecke der Arbeitsaufnahme nach Deutschland kommen, müssen sie qualifiziert sein,“ so Landsberg gegenüber der NOZ.

Der Spiegel schreibt in einem Beispiel:

Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten dramatisch schrumpfen. Doch die wenigsten Staatsausgaben schrumpfen proportional mit. Straßen, Polizeireviere oder Stadtbibliotheken verursachen Fixkosten, auch wenn weniger Bürger sie in Anspruch nehmen. Überspitzt gesagt: Wenn ein Migrant hilft, eine ohnehin vorhandene Straße auszulasten, verursacht er kaum zusätzliche Kosten. Erst wenn diese Straße wegen der vielen Migranten vierspurig ausgebaut werden muss, kommt uns die Zuwanderung teuer zu stehen.
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Bernhard Ternes aus Marl | 09.09.2015 | 23:03  
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