Wilder Westen in der City --- Die Stadt beschwört alle guten Geister herauf

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Harry Lorenz, Claudia Grote und Petra Mackenbrock bei den Arbeiten in der Werkhalle an der Niederstraße.
Ausgerechnet in dem Jahr, in dem der Pleitegeier am heimischen Rhein endgültig vor seiner Vertreibung steht, hat sich Monheim das Stadtfestmotto „Wilder Westen“ auf die Fahnen geschrieben. Wilde Feier ohne Geier also? Es sieht wirklich alles danach aus! – Damit auch tatsächlich nichts mehr schief geht, sollen bereits Anfang Mai drei riesige Totem-Pfähle auf die dreitägige Sause vom 7. bis 9. Juni aufmerksam machen – und zugleich das Stadtfestareal in der Innenstadt beschützen.

Die Idee zu den drei tragenden Säulen des Westerm-Spektakels hatte der Monheimer Harry Lorenz, der mit der Firma Kipp & Grünhoff auch gleich den lokalen Sponsor mit an Land zog und die komplette Bemalung übernahm. Die aufwändigen Kettensäge-Arbeiten hat mit Claudia Grote hingegen gerade eine waschechte Sauerländerin in der Hand. Petra Mackenbrock vom Stadtfest-Orgateam im Rathaus: „Vor ein paar Wochen hätte ich noch gedacht: Das klappt nie! – Jetzt freue ich mich einfach nur noch riesig!“

Aktuell liegen die drei mächtigen Baumstämme aus dem Erkrather Forst noch flach in einer von Paul Vogel kostenlos zur Verfügung gestellten Werkhalle an der Niederstraße. Auch am heutigen Mittwoch ist die Kettensägen-Künstlerin Claudia Grote dort nochmal mit den mächtigen Rohlingen beschäftigt. Danach verbleibt die meiste Arbeit in den Händen des geistigen Vaters der Idee. Harry Lorenz hat nicht nur ehrenamtlich die Bemalung übernomen, sondern wird auch die Aufstellung der Pfähle an der E-Lok, auf dem Ernst-Reuter-Platz und einem dritten Standort koordinieren. Die bekommen dann mit Hilfe der Firma Kipp & Grünhoff in bester Italo-Western-Manier die Füße einbetoniert – natürlich nur um Standsicherheit zu gewährleisten. Petra Mackenbrock vom City-Management: „Derzeit prüfen wir, ob es an der Krischerstraße einen geeigneten Standort gibt.“

Das würde natürlich bestens passen. Denn der „Pfad des Großen Geistes“, in den sich die Krischerstraße am 8. und 9. Juni verwandeln wird, dürfte ganz sicher eine der Hauptattraktionen des 4. Monheimer Stadtfestes werden. Passend zum Stadtfest-Motto „Wilder Westen“ ist man in den Monheimer Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen bereits eifrig dabei, kleine Totempfähle, Kakteen, Steckenpferde und Westernkulissen zu basteln.

Und wenn die drei jetzt in Arbeit befindlichen Totem-Pfähle am Ende dazu beitragen, diesmal auch die Wettergötter milde zu stimmen, damit der „Pfad des großen Geistes“ nicht vom gleichen nassen Schicksal getroffen wird, wie die „Allee der 1000 Zauberstäbe“, dann haben die Stadtfestmacher diesmal alles richtig gemacht. Die drei Totem-Pfähle sollen am Ende übrigens für einen guten Zweck versteigert werden. Eine Erfolgreiche Wetterbeschwörung könnte sich auch da ganz sicher positiv auf den Preis auswirken.

Fotos: Michael de Clerque
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