Der Ringlokschuppen öffnet sich

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Mülheim an der Ruhr: Ringlokschuppen | „Eine Öffnung spielt sich auf mehreren Ebenen ab.“ Sebastian Brohn ist neuer Dramaturg des Ringlokschuppens und hat interessante Ansätze, Mülheimer Bürger in Theater und Projekte mitzunehmen. Künstlergespräche gehören dazu, aber auch Einführungen in die Thematik vor den Theateraufführungen. Bei anschließenden Gesprächen nach der Aufführung ist kein Spezialwissen gefordert. Für den Besucher steht dabei im Vordergrund, wie er das Erlebte verarbeitet, wie er das Stück empfunden oder wie er es verstanden hat. Das hilft auch den Schauspielern. „Jeder hat die Möglichkeit mitzuarbeiten.“ Sebastian Brohn hat seit Sommer 2015 mit Nachgesprächen gute Erfahrungen erzielt.

Tobias Fritzsche ist Pressesprecher des Ringlokschuppens. Er lobt die neuen Konzepte mit Jugendlichen und das Tanztheater 55+. Im Tanztheaterbereich haben sich mittlerweile zwei Gruppen etabliert. Bei den Mitmachprojekten kann jeder noch einsteigen. Alles ist in Bewegung unter dem Label „Selber Machen“. Auch das offene Künstlerkochen wird gut angenommen. Seitdem der Ringlokschuppen über keine ständige Gastronomie mehr verfügt – die Küche wird in Eigenregie betrieben, ist dieser Bereich zur 4. Bühne geworden. Das HEIDI HOH ist somit ein Kommunikationsort, wo Künstler und Mülheimer gemeinsam kochen und sich austauschen. Der nächste Koch-Termin ist Sonntag, 13. März, um 16 Uhr.

Bei den beiden anstehenden Projekten geht es vor allem um das Mitmachen und den Spaßfaktor. Sebastian Brohn: „Das Theater ist für alle offen.“ Zum Projekt CLAP werden für Donnerstag, 4. Februar, noch Klatschbegeisterte gesucht. In einem Vortrag wird es ab 19.30 Uhr um die Kulturgeschichte des Klatschens gehen. Claqueur war vor Jahrzehnten ein eigenständiger Beruf. Klatschen war schon immer ein gesellschaftliches Ritual. Warum applaudieren wir? Das Klatschen bei Quizshows, Debattierclubs oder Hypnosesessions ist eine der seltsamsten menschlichen Kommunikationsformen. Im Anschluss an die Einführung stellen Mülheimer und Mülheimerinnen einen experimentellen Klatschchor. Das Projekt CLAP findet am 5./6. März seinen Abschluss mit Aufführungen. Auch hier kann jeder jederzeit einsteigen, zuschauen oder mitmachen. Der Eintritt wie bei allen Mitmach-Projekten ist frei.

Der dritte Kennenlerntermin für das Projekt TRANSFORMERS ist am Samstag, 6. Februar, um 13 Uhr. Gesucht werden Menschen, die die Auswirkungen der Umbrüche der kleinen oder großen Katastrophen unserer Zeit kennen – Künstler, Flüchtlinge, Jugendliche, Rentenstarter, Alleinerziehende oder Arbeitslose. Wenn ein Ausnahmezustand zum Normalzustand geworden ist, sollte man einfach kommen und mitmachen, so Fritzsche und Brohn.

KGI ist eine Künstlergruppe, die seit Jahren deutschlandweit Theater, Filme und Projekte realisiert. Die Mitglieder stammen aus ganz unterschiedlichen Schauspielschulen. Ziel ihres Projekts TRANSFORMERS ist es, eine „mögliche Zukunft“ zu finden, wenn die Gegenwart alle Energie raubt, so Tobias Fritzsche. Sebastian Brohn: KGI ruft daher zu einem „dilettantischen Tanz“ auf. Die Aufführungen hierzu findet am 15./16. April statt. Die beiden Projekte können mit 20 bzw. zehn bisherigen Teilnehmern gute starten, so die beiden Verantwortlichen des Ringlokschuppens.
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