Die Schildbergschule hat gewonnen

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(Foto: Joshua Belack)

Mitte September war der Schildberg für den Autoverkehr gesperrt. An diesem Sonntag donnerten selbst gefertigte Seifenkisten die abschüssige Straße herunter. Fünf Wagen waren in diesem Jahr am Start. Wie auch in den vergangenen Jahren traten Schülerinnen und Schüler der beiden Dümptener Grundschulen, der Schildberg- und der Barbaraschule gegeneinander an – traditionell in den Farben blau und gelb.



Seit Jahren ist das Seifenkistenrennen Bestandteil des Sommerfestes rund um die Kirchengemeinde St. Barbara. Nicht nur die Sommerfeste St. Barbara haben Tradition, auch das Rennen ist in Mülheim eine einmalige Sensation. Dabei werden Wettfahrten für Kinder seit 1904 mit selbstgebauten „Kinderautomobilen“ in Deutschland veranstaltet. Der Name Seifenkiste stammt aus den USA: „soap box“. Hölzerne Verpackungskisten, in denen Firmen Seifenmittel oder Käse an Einzelhändler lieferten, aber auch ausrangierte Kinderwagen oder Blechwannen wurden in den USA umgebaut. Noch heute gibt es Weltmeisterschaften im Seifenkistenrennen in Ohio. Zu uns nach Deutschland kam der amerikanische Seifenkisten-Sport erst nach dem Zweiten Weltkrieg. In den ersten zehn Jahren nach dem Krieg hatten 60.000 Jungen in 214 deutschen Städten Rennen gefahren.

Seifenkisten-Rennen sind bei uns eher selten geworden. In Dümpten wird diese Sportart aber noch gepflegt - und wie! In 20 Sekunden den Schildberg runter, das muss man erst mal toppen. Schildberg gegen Barbara, blau gegen gelb, 30 Kinder fuhren in fünf Wagen in zwei Durchläufen ins Ziel. Strohballen entlang der Strecke, dahinter Eltern, Sommerfest-Besucher und Passanten. Strenge Regeln gibt es, alle Kinder tragen Helme und müssen ihr Seifenkisten den Schildberg wieder hochziehen. Eltern, Seifenkisten-Konstrukteure, -Erbauer und die Kinder waren am 11. September mit Ernst und Spaß dabei.

Nur zwei konnten gewinnen: Diesmal waren es die Schüler der Schildbergschule. Um 11 Uhr ging es los, um 16 Uhr stand es fest: Victor Kecker, 8 Jahre alt und in der 3. Klasse der Schildbergschule hatte den Sieg erzielt. Eine Überraschung war der zweite Sieger in einer traditionell von männlichen Vertretern beherrschten Domäne: Die zweite Siegerin Maja Hornauer, 10 Jahre alt, konnte sich gegen die Männerschaft durchsetzen. Schulleiter Andreas Illigen: „Maya durfte noch einmal mitfahren, obwohl sie nach dem Sommer die Schule gewechselt hat.“

Nächstes Jahr heißt es wieder Barbara- gegen Schildbergschule und es wird sicherlich wieder spannend beim 4-stündigen Wettkampf in der Disziplin „Seifenkistenrennen“ - um die Schulehre.
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