Petrikirchenhaus wird Samstag mit einem Tag der offenen Tür eröffnet

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Ulrich Turck, Justus Cohen, Gijs Burger, Susanne Reimann, Christel Schuck und Peter Schnatmann (v.l.n.r.) vor dem neuen Petrikirchenhaus. (Foto: Foto: Andreas Köhring)
 
An dem Grundriss dieser Häuser orientiert sich das heutige Petrikirchenhaus. (Foto: Foto: Stadtarchiv)

Von Sibylle Brockschmidt
Aus alt mach neu, und zwar völlig neu: Zehn lange Jahre der Planung und Umsetzung hat es gedauert, das Petrikirchenhaus auf dem Kirchenhügel zu bauen. Am heutigen Samstag, 27. Februar, ist es endlich so weit - Das Haus wird mit einem Tag der offenen Tür eröffnet.

Zehn Jahre sind vergangen, seit Ulrich Turck den Entschluss fasste, ein neues Gebäude inmitten der Altstadt zu errichten. Dieses sollte sich in das historische Stadtbild einfügen und es vervollständigen sowie sich exakt an der Lage seiner Vorgängergebäude orientieren.

Rekonstruktion der Vergangenheit

Einer der Beweggründe des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Petrikirchenhaus war seine Heimatverbundenheit. Er selbst wohnte mit seiner Familie ganz in der Nähe des Kirchenhügels und kann sich noch gut an die durch Bomben zerstörte Altstadt erinnern. "Ich bin einer, der sich gerne die Frage stellt: Wo bin ich eigentlich, was war hier früher?", erzählt Ulrich Turck. Er forschte geschichtlich nach und begann, sich zu fragen, ob man nicht wenigstens einen Teil der zerstörten Gebäude rekonstruieren könne. Dass die Rekonstruktion mehr als gelungen ist, zeigen die Reaktionen der Bürger. So wurde das Haus bereits von Vorbeigehenden als "gute Kernsanierung" bezeichnet und Ulrich Turck schon mehrfach für die gelungene Restaurierung gelobt.

Außerdem motivierte ihn der Wunsch, neue Räume für die Singschule an der Petrikirche zu schaffen. "Ich fühle mich der hiesigen Kirchengemeinde sehr verbunden. Chormusik hat meiner Meinung nach immer eine schöne Belebung des Gottesdienstes zufolge. Dies zu fördern war ein weiteres Anliegen", so der Mülheimer Unternehmer und Presbyter.

Neuer städtischer Raum

Nachdem er die Stiftung Petrikirchenhaus ins Leben gerufen hatte, musste ein Architekt her. "Als ich Ulrich Turck damals bei Rewe an der Essener Straße getroffen habe und er mir von seinen Plänen erzählte, hätte ich nie gedacht, tatsächlich einmal in diesem fertigen Gebäude zu sitzen", lacht Peter Schnatmann, dessen Architekturbüro mit der Rekonstruktion beauftragt wurde. Heute ist er mehr als zufrieden. "Das Petrikirchenhaus vervollständigt die Altstadt und schafft neuen städtischen Raum."

Ursprünglich sollte nur auf dem Grundriss der ehemaligen Gaststätte "Mausefalle" gebaut werden, doch die Stadt hatte andere Wünsche. Leider stimmten so die nach nordrheinwestfälischer Bauordnung vorgeschriebenen Abstandsflächen nicht mehr. Um trotzdem an der exakten historischen Stelle bauen zu können, musste ein komplett neuer Bebauungsplan erstellt und genehmigt werden. Dies allein verzögerte den Bau um zwei Jahre. Und das war noch lange nicht alles. "Der größte Kraftakt waren die Tiefbauarbeiten", berichtet Ulrich Turck. Denn bevor das Gebäude wachsen konnte, musste es in die Tiefe vordringen: Aufgrund eines Abwasserkanals unterhalb des Hauses musste der Bau auf Betonpfählen erfolgen. Die in bis zu 13 Metern Tiefe auf den Fels gesetzten Pfähle stützen heute das vollendete Werk.

Viel Platz für die Singschule

Hinter der verschieferten und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Fassade verstecken sich vielfältig nutzbare Räume. Die beiden obersten Etagen stehen der Singschule von Gijs Burger zur Verfügung. Dieser kann sein Glück über die neuen Räumlichkeiten und daraus resultierenden Möglichkeiten kaum fassen: "Ich konnte viel mitgestalten und beim Grundriss der Probenräume mitbestimmen. Die Stiftung hat auch die Singschulenausstattung bezuschusst", freut sich der Singschulenleiter. Aufgrund früheren Raummangels musste er dauernd die Proben verlegen und wurde bereits als "Fliegender Kantor" betitelt.

Das Erdgeschoss steht der evangelischen Gemeinde zur Verfügung und bietet Platz für kirchliche und bürgerschaftliche Aktivitäten. Und auch dem Büchercafé des Freundeskreises "Las Torres" bietet das neue Petrikirchenhaus im Untergeschoss Raum. "Las Torres" unterstützt finanziell die Arbeit eines Partnervereins, der in Venezuelas Hauptstadt Caracas die Kinder in den Armenvierteln betreut und verpflegt. Das Büchercafé unterstützt aber nicht nur einen guten Zweck, es ist auch ein gemütlicher Treffpunkt, in dem geschmökert und gestöbert werden kann.

Genau dieses Zusammenkommen ist es, was das Petrikirchenhaus in Zukunft kennzeichnen soll. "Das Haus ist in dem Sinne kein Gemeindehaus, sondern soll der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden", betont auch Ulrich Turck. Ein Haus mit den Bürgern und für die Bürger also.

Programm

>>Samstag, 27. Februar: Tag der offenen Tür von 14 bis 18 Uhr, Festkonzert in der Petrikirche um 18 Uhr (Eintritt frei).
>>Sonntag, 28. Februar: Festgottesdienst in der Petrikirche um 11.15 Uhr mit anschließendem Brunch im Petrikirchenhaus.
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