Renaturierung des Vieh- und Mühlenbachs startet Ende des Jahres

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Nach der Saarner Aue werden jetzt auch Vieh- und Mühlenbach gemäß der europäischen Wasserahmenrichtlinen saniert. (Foto: PR-Foto Köhring/SH)

Nachdem im letzten Jahr die Saarner Aue renaturiert wurde, sind nun sechs weitere Maßnahmen geplant, um die europäischen Wasserrahmenrichtlinien umzusetzen. Wie im letzten Jahr arbeitet die Bezirksregierung Düsseldorf in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Mülheim sowie der biologischen Wetterstation „Westliches Ruhrgebiet“, an der Forderung für einen guten ökologischen und chemischen Zustand aller Gewässer bis 2021 zu sorgen. Parallel zum Altenbach werden nun Teilabschnitte des Vieh- und Mühlenbachs renaturiert.

Die Planungen für die Renaturierung haben laut Gabriele Wegner vom Umweltamt schon vor zwei Jahren begonnen. „Ein wesentlicher Bestandteil der Planung war dabei der Förderantrag an die Bezirksregierung“. Die Baukosten von knapp 120.000 Euro werden zu 90 Prozent gefördert. Die restlichen zehn Prozent Eigenmittel werden durch eine Spende eines Saarner Bürgers übernommen, sodass keine Kosten auf die Stadt zukommen.

Maßnahmen

Nachdem alle Genehmigungen für die Maßnahme vorlagen, wurde das Planungsbüro Hahn für die Renaturierung beauftragt. Laut des Erläuterungsberichts des Planungsbüros sollen die Maßnahmen dazu beitragen, die strukturellen Defizite der Gewässer zu beseitigen und soweit möglich die Voraussetzungen für eine eigendynamische Entwicklung zu schaffen.

„Wichtig ist die Gradlinigkeit des Baches aufzubrechen“, erläutert Gabriele Wegner. „Es gibt keinen Bach der gradlinig fliesst. Daher wollen wir eine Laufverlagerung durchführen und den Bach mehr zu einem drehenden Bach machen“. Somit würde eine Vielfalt an Gewässern entstehen, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der dort lebenden Tierarten abzudecken.

Mit der Anlage von vier rückwärtig einströmenden Stillgewässern sollen zusätzliche Wasserflächen für beispielsweise Regen und Amphibien geschaffen werden. Desweiteren sollen Betonbrücken für landwirtschaftliche Übergange genutzt werden. Eine temporäre Bodenlagerfläche soll geschottert werden, um die Materialien sowie die benötigten Bagger zu lagern. Um die Fluchtmöglichkeit für Tiere zu erhöhen, werden die Zäune am Bach entfernt. Zusätzlich sollen neue Kopfweiden geplanzt werden, die besser zur Umgebung passen. Trotz der Maßnahmen soll laut Gabriele Wegner das Landschaftsbild überwiegend erhalten bleiben.

Holunderweg trotzdem frei

Ende November sollen die Maßnahmen beginnen und bis Mitte Januar andauern. Trotz der Maßnahmen soll der Holunderweg während der Arbeiten befahr- und begehbar sein. Bei der Umsetzung soll explizit auf den Schutz der ausgeprägten unterwasser wachsenden Vegetation des Mühlenbachs geachtet werden. Eine ökologische Baubegleitung wurde zudem beauftragt, um den einwandfreien Ablauf der Baustelle im Hinblick auf die Vorgaben zum Umweltschutz zu gewährleisten.
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