17 Kindertagesstätten sind am Montag zu

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(Foto: PR-Foto Köhring/PK)

Am Montag, 23. März, müssen Eltern von Kindern, die städtische Kitas besuchen, damit rechnen, dass die Einrichtungen geschlossen sind oder nur eingeschränkt geöffnet haben (siehe Kasten rechts). Denn an diesem Tag ruft Verdi zum ganztägigen Warnstreik für Mitarbeiter aus dem Sozial- und Erziehungsdienst auf. 17 von 39 städtischen Einrichtungen schließen, in den anderen 22 werden Notgruppen eingerichtet (siehe anhängende Pläne).



Diesmal will Verdi für diese Berufsgruppe keine allgemeine Lohnerhöhung aushandeln, sondern eine komplett neue Gehalts-Einstufung. „Für die anspruchsvolle Aufgabe, die Sozialarbeiter und Erzieherinnen erfüllen, verdienen sie schlicht zu wenig“, betont Anne Conrads von Verdi. Heute brauche man für diesen Beruf einen Fachabschluss, verdiene aber deutlich weniger als Menschen, die einen gleichwertigen technischen Abschluss haben.

Letzte Verhandlungen waren 2009

Die letzten Tarifverhandlungen für Mitarbeiter in den sozialen Diensten gab es 2009. Im Rahmen dieser Tarifverhandlungen wurden die Mitarbeiter in der sogenannten S-Tabelle in verschiedene Gehaltsgruppen eingestuft. Diese Tabelle konnte von Verdi erst 2014 gekündigt werden, was die Gewerkschaft auch getan hat und nun eine Höhergruppierung für Mitarbeiter in diesen Berufen fordert.
„Das ist auch eine Frage der Wertigkeit von Männer- und Frauenberufen“, findet Anne Conrads von Verdi. Schließlich arbeiten in den Sozialdiensten zu 80 Prozent Frauen. Viele davon übrigens auch noch in Teilzeit, nur 40 Prozent arbeiten Vollzeit. „Da ist eine spätere Altersarmut vorprogrammiert“, betont Conrads.

Neueinstufung, um Berufe aufzuwerten

Man dürfe nicht vergessen, was Männer und Frauen in den sozialen Diensten leisten, wieviel Elend sie verhinderten und damit übrigens auch Folgekosten.
Allerdings ist nur ein Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 600, im öffentlichen Dienst angestellt und darf streiken. Bis zu 500 Mülheimer sind für freie Träger und kirchliche Einrichtungen tätig. Die Kirchen wiederum gehen davon aus, dass ihre Mitarbeiter nicht streiken dürfen. Sie profitieren aber auch von höheren Einstufungen, wenn auch nicht immer eins zu eins, da sich die Arbeitgeber an der Bezahlung des Öffentlichen Dienstes orientieren.

ver.di fordert eine Neueinstufung, die die Berufe in den Sozial- und Erziehungsdiensten aufwertet und im Umfang eine Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich 10 Prozent bedeutet.
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