Abschied nehmen – von Jay Ottaway und seiner Band

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  Eigentlich ein ganz normaler Samstag, der 22. August 2015, mit dem sich dieser Monat langsam von uns verabschiedet.

Eigentlich wollten wir diesen Abend mit einer Grillparty bei uns zu Hause beenden, weil meine Tochter Natascha und ihr bester Freund Niklas zehn Jahre lang befreundet sind.

Eigentlich wollten wir Nataschas festen Freund Melvin, mit dem sie seit kurzer Zeit zusammen ist, etwas Besonderes bieten.

Ja, und dann gab es für uns kein "Eigentlich" mehr! Hünxe rief mit lauter Stimme! Unsere Lieblingsband, die Jay Ottaway Band, trat an diesem Abend zum letzten Mal in diesem Jahr in Deutschland auf.

Wir überlegten nicht lange, wollten wir unsere Freunde doch noch einmal bei einem ihrer wahnsinnig tollen Auftritte erleben. Der Wettergott meinte es gut, denn auch an diesem Abend war es sehr heiß. Aber das kannten wir ja schon.

Mit dem Auto fuhren wir ins ländliche Hünxe. Raus aus der Stadt, hinaus aufs Land. Hünxe ist ja bekannt für seine Vielfältigkeit. Es heißt ja, Wasser, Wälder, Wiesen und Felder machen den besonderen Charme und den einzigartigen Charakter dieser Umgebung aus. Das vermittelten auch schon die friedlich grasenden Kühe, an denen wir vorbeifuhren.

Zwei Miniponys, die fluchtbereit ihren Kopf durch den niedergetretenen Zaun hielten, schienen uns sagen zu wollen: "Hier in Hünxe wird gerne gefeiert." Einen Moment lang überlegte ich ernsthaft, die kleinen Ausbrecher einfach in meinen Twingo zu stecken und sie mit zu Jay zu nehmen.

Selbstverständlich haben wir sie zurück auf die Wiese gebracht, und da ihr Besitzer es nicht allzu eilig hatte, den Zaun der beiden zu reparieren, hat Natascha sich kurzerhand von ihrem Armschmuck getrennt, damit wir den brüchigen Zaun schnell zusammenbinden konnten. So, dieses Abenteuer war überstanden. Mit Sicherheit folgten uns die Ponys nicht, obwohl ihnen ein sehnsüchtiger Jay-Ottaway-Band-Blick ins Gesicht geschrieben stand.

Alle wieder hinein ins Auto und keine fünf Minuten später erreichten wir das gemütliche Lokal namens TACHELES. Freudig konnten wir die Bandmitglieder begrüßen und kurz mit ihnen quasseln, bevor sie anfingen, uns den Abend zu versüßen. Schon als wir die Band draußen sitzen sahen, hatten wir das Gefühl, endlich wieder gute Freunde in die Arme schließen zu dürfen. Noch wollte niemand von uns daran denken, dass dies vorerst der letzte Auftritt der Band in diesem Jahr bei uns in Deutschland sein sollte.

Die Atmosphäre im Tacheles war urgemütlich. Besonders unsere urige Kellnerin Sanni mit frechen Zöpfen und superguter Laune, versorgte uns den Abend über mit witzigem Charme und gut gelauntem Charakter, schließlich waren wir ja in Hünxe.

Und dann ging es endlich los! Songs wie "Blessings in Disguise", "Carry on" oder "Cry Me a River" verwöhnten unsere Ohren und trieben uns heimlich Tränen in die Augen.

Aber dieser Abend brachte uns noch eine besondere Freude: Frank Tetzner, Tom Gerke, Christina Christ, Christopher Town, Heinz-Bernd Hövelmann und Jay Ottaway standen gemeinsam auf der Bühne! Alle sechs Mitglieder der Band waren anwesend und zeigten eine gewaltige Power, die sich überdies mit jedem weiteren Song steigerte!

Es ist immer wieder ein unglaubliches Erlebnis, diese Band spielen zu hören. Dabei sind die sechs ungemein natürlich und menschlich geblieben. Stars zum Anfassen halt! Oder Freunde?

Wer jetzt, nachdem diese begnadete Band durch verschiedene Orte Deutschlands getourt ist, sie immer noch nicht live gehört und erlebt hat, der hat wirklich etwas verpasst!

Wie gut, dass wir uns alle mit ihren CDs eingedeckt haben! Inzwischen hören wir ihre Musik zu Hause, im Auto oder an einem Abend, der für uns ganz besonders werden soll.

Das Resultat? Es ist doch viel schöner, ihre stimmungsvollen und mitreißenden Songs selbst mitsingen zu können. Oder eine CD von ihnen einzulegen, wenn unsere Sehnsucht nach Jays Stimme einfach zu groß wird.

Jay ist nun wieder mit seiner Familie zurück in Boston. Sicherlich blickt er mit einem lachenden und einem weinenden Augen zu seinen Freunden und Fans nach Deutschland zurück.

Auch die restlichen Bandmitglieder genießen nun sicherlich erst einmal die Ruhe nach der anstrengenden Tour. Aber auch ihnen, genauso wie uns, wird diese Zeit irgendwann einmal fehlen.

Leider konnten wir an diesem Abend nicht ganz bis zum Schluss bleiben. Und nachdem wir uns unsere Portion "Jay Ottaway Band" geholt hatten, kamen wir pünktlich zum Mitternachtsgrillen zu Hause an. Lange habe ich überlegt, wie ich den letzten Satz dieses Berichtes schreiben sollte.

Auf Wiedersehen, Jay Ottaway Band? Bis zum nächsten Jahr? Das hört sich ziemlich fade an, bei all den schönen Momenten, die uns diese Band mit ihrer Musik beschert hat.

"Freunde sind wie Sterne, auch wenn wir sie nicht immer sehen, sind sie in unseren Herzen."

In diesem Fall auch in unseren Ohren! Vielen Dank für die schöne Zeit, die wir durch euch hatten. Wir freuen uns schon auf 2016 – um euch gesund wiederzusehen und euch endlich musikalisch wieder vollends genießen zu dürfen.

Bye says Tina Becker

(Bildmaterial bereitgestellt von The Jay Ottaway Band)
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 15.07.2016 | 21:56  
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